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Viva Cuba?

Die Staatsführung gibt sich derzeit zwar homo- und transfreundlich, dennoch werden auf Kuba sexuelle Minderheiten nach wie vor verfolgt - zuletzt wurde eine Transsexuelle im Gefängnis von Polizisten getötet.

Wie "Cubanet" berichtet, wurde die 18-jährige "Jessica" Leidel Luis am 4. Januar im südkubanischen Guáimaro bei einer Verkehrskontrolle angehalten und von den Beamten als "schwarze Schwuchtel" und als "eklig" bezeichnet. Die Beamten sollen die Frau anschließend festgenommen und wiederholt in Haft geschlagen haben, bis sie in ihrer Zelle ihren Verletzungen erlag. Danach soll sie ihre Leiche mitten in der Nacht an einen unbekannten Ort gebracht worden sein. Als Quelle für diese Nachricht nennt "Cubanet" einen Mitgefangenen. Da es auf der Insel laut "Reporter ohne Grenzen" keine freie Presse gibt, können diese Vorwürfe nicht bestätigt werden.

Bereits vor wenigen Monaten gab es einen Bericht über Festnahmen von Homo- und Transsexuellen. Dabei soll ein 34-jähriger Mann in einem Gefängnis in Havanna gestorben sein, berichtet die Homo-Gruppe "El Observatorio Cubano de los Derechos de la Comunidad LGBT". Nach dem neuerlichen Todesfall erklärte die Organisation, dass sie mehrere Fälle von homophoben Übergriffen durch die Behörden dokumentiert habe. Sie habe sich bereits an die Vereinten Nationen gewandt, um gegen die Unterdrückung zu protestieren. In Kuba droht den Aktivisten jedoch stets die Verhaftung, da die Gruppe von den Behörden nicht anerkannt wird.

Kritik an Homo-Verfolgung auf Kuba

Dissidenten erklärten wiederholt, dass das kommunistische Regime in den letzten Jahren seine Verfolgung von Schwulen, Lesben und Transsexuellen wieder verstärkt habe. So sagte Roberto de Jesús Guerra, der wegen seiner politischen Ansichten von 2005 bis 2007 im Gefängnis gesessen hatte, dass die Behörden mit aller Gewalt Treffen von schwul-lesbischen Aktivisten unterbinden würden. Auch der schwule kubanische Blogger Francisco Rodríguez Cruz beklagt, dass die Polizei in Havanna eine regelrechte Hetzjagd an schwulen Treffpunkten organisiere.

Die kubanische Führung hat sich dagegen in den letzten Jahren homofreundlicher gegeben: Vor gut einer Woche hat Mariela Castro, die Tochter von Staatschef Raúl Castro und Direktorin des Nationalen Zentrums für sexuelle Aufklärung (Cenesex), auf einer staatlichen Website angekündigt, dass in diesem Jahr eingetragene Partnerschaften legalisiert werden könnten (queer.de berichtete). Außerdem plane die kommunistische Partei die Einführung von Antidiskriminierungsgesetzen, die unter anderem die Merkmale sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität beinhalten sollen. Das könnte bereits bei einer Konferenz der Kommunistischen Partei am Wochenende beschlossen werden, erklärte die 50-Jährige. Mariela Castro hatte wiederholt beklagt, dass es in der kubanischen Bevölkerung noch homo- und transphobe Vorurteile gebe.

In Kuba war Homosexualität bis 1979 illegal. Fidel Castro betrachtete nach der Revolution im Jahr 1959 Homosexualität als kapitalistische Ausprägung. Daher ließ er Schwule verfolgen und in Internierungslager stecken, aus denen viele nicht mehr lebend heraus kamen. Heute wird die Verfolgung von Homo- und Transsexuellen noch wegen Gummiparagrafen, etwa wegen "antisozialen Verhaltens", gerechtfertigt. (dk)



#1 -hw-Anonym
#2 TreegProfil
#3 -hw-Anonym
#4 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 26.01.2012, 15:36h
  • Wieder ist ein Mensch auf Grund seiner sexuellen Orientierung ums Leben gekommen - wann hört das endlich auf?
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#5 NOHOPEAnonym
  • 26.01.2012, 16:13h
  • Am Ende zeigt sich auf tragische Weise kommunistische Regime sind keinen Deut besser als der kapitalistische Dreck.
    Gewalt und Unterdrückung wo man hinschaut.

    R.I.P. Jessica
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#6 LorenProfil
#7 HinnerkAnonym
  • 26.01.2012, 20:25h
  • Die Mörder müssen sofort ihen Job verlieren und genauso wie jeder andere Mörder bestraft werden!!

    Aber bei Straftaten von Polizisten gelten ja gerne andere Maßstäbe.
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#8 krennihAnonym
  • 26.01.2012, 20:41h
  • Antwort auf #7 von Hinnerk
  • Ähm, Kuba ist nicht Deutschland. Apropos Deutschland und die Polizei: Das Argument, das Polizisten in Deutschland Opfer von Racheakten werden könnten, wenn sie Namensschilder tragen, kann nicht stimmen. In den USA tragen sie seit je her Namensschuilder und da ist es um erin vielfaches leichter an eine Waffe zu kommen.
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#9 anonymusAnonym
  • 27.01.2012, 00:54h
  • Soviel zum Thema: Kubanische Lebensfreude, kubanischer Lifestyle und überhaupt ... Bueno Vista Socialclub ...

    Hat jemand schon die Lötsch benachrichtigt? Da könnte sie zeigen was sie außer Geburtstagswünschen ihrem Fidel sonst noch zu sagen hätte in Sachen Menschenrechte!!!!
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#10 HinnerkAnonym
  • 27.01.2012, 09:43h
  • Antwort auf #8 von krennih
  • Dass in Kuba Polizisten genauso straffrei Verbrechen begehen können, wie anderswo, sieht man aber immer wieder.

    Gerade wenn es um Gewalt gegen Schwule, Lesben, Bi- und Transsexuelle geht.
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