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Kommentare zu:
Michael und das "normale Monster"


#11 finkAnonym
  • 26.01.2012, 23:47h
  • zu dem konkreten film will ich nichts sagen, ohne ihn gesehen zu haben.

    an dieser stelle möchte ich nur mal eine randbemerkung machen: vor ungefähr 15 oder 20 jahren begann eine diskussion über sexuellen kindesmissbrauch, die tatsächlich die haupttäterInnen-gruppe ins visier nahm: menschen aus dem direkten familiären oder bekannten umkreis der opfer. ich habe jetzt keine statistiken zur hand, aber aus dieser gruppe stammt der mit abstand größte teil der täterInnen.

    kurz danach tauchte in der öffentlichen diskussion ausgerechnet die kleinste tätergruppe wieder auf: das "monster" von außen, das fremde kinder auf dem spielplatz aufgreift. seitdem nehme ich fast nichts mehr über den innerfamiliären missbrauch wahr. wenn dieser doch mal auftaucht, dann in besonders gruseligen einzelfällen wie dem österreichischen fall, und sogar hier wird die sexualisierte gewalt in den hintergrund gestellt, indem das ganze unter "inzest" firmiert. auch hier tritt das grauenhaft alltägliche, das den meisten missbrauchsfällen zu eigen ist, zugunsten des außerordentlichen, monströsen sonderfalles in den hintergrund.

    wird das eigentlich größte problem, nämlich die immer noch massenhafte ganz alltägliche gewalt in scheinbar ganz "normalen" familien hier absichtlich von den medienwirksamen gruselgeschichten überdeckt?

    oder bin ich nur ein bisschen zu paranoid?
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#12 schwulenaktivist
  • 27.01.2012, 00:09h
  • Es fällt bei dem Thema immer wieder auf, dass der Begriff "Pädophilie" für etwas verwendet wird, für das das Strafgesetzbuch ganz andere Begriffe vorgesehen hat, die aber niemand/frau verwendet...
    In einer Gesellschaft mit hetero Familie und der Ideologie der "Kinderliebe" hinter welcher Kinder noch zu viel mehr missbraucht werden als zum Sex, musste ein Wort her, das völlig ausserhalb bleibt. Denn Taten innerhalb von Familien werden nie mit "Pädophilie" bezeichnet. Man/Frau lese aufmerksam die Medien...

    Genauso haben sexuelle Übergriffe in den Kirchenkreisen sehr wohl mit ideologischem Missbrauch und der Hierarchie zu tun, die dies ermöglichen, aber nichts mit Homosexualität als sexuelle Orientierung, gleichwohl werden die falschen Begriffe verwendet...

    Ich kenne Ähnliches aus dem alten Strafgesetz der Schweiz ab 1942-1992 (Schutzalter homo 20 und Verbot der hs Prostitution) Anfänglich hiess es in den Zeitungen immer Täter und Stricher, dann Homosexuelle...

    Wer das immer noch nicht als gesellschaftspolitische Strategie begreifen kann, der soll gefälligst darüber nachdenken!
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#13 vingtans
  • 27.01.2012, 00:36h
  • wo wir gerade dabei sind...

    ist euch unter den toplinks mal "herman w priegnitzer" aufgefallen?

    ich finds schockierend, dass diese art von literatur hier verlinkt wird!!

    es ist pure pädophilie.
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#15 TreegProfil
  • 27.01.2012, 04:35hDoetinchem
  • Nun, der Film basiert wohl eher auf den üblichen Vorurteilen, immer selben Darstellungen in der reaktionären Presse und ähnlichem, er ist in keinster Weise aufklärerisch.

    Aber was will man von einem Film zu diesem sensiblen Thema aus einem Land verlangen, in dem Homosexualität noch bis Ende des letzten Jahrhunderts Strafbar war?

    Daher wird sich auch homosexualität mit Pädophilie gleichgesetzt.
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#16 Geert
  • 27.01.2012, 07:58h
  • Auch Pädophile haben eine Nase und zwei Ohren. Sie sind keine Monster und sie haben sich ihre Sexualität nicht in der Apotheke geholt. Sie finden ihre Sexualität vor, so wie auch Heteros und Schwule ihre Sexualität vorfinden.
    Haben sie deshalb auch das Recht ihre Sexualität auszuleben? Die Antwort ist: Nein!
    Beim Abwägen der Rechte eines erwachsenen Pädophilen, seine Sexualität zu leben -einerseits- und dem Recht des Kindes vor Unversehrtheit -andererseits- wiegt das Recht des Kindes schwerer, weil das Kind der schwächere Teil ist! Man muss also von einem Pädophilen erwarten, dass er seine Sexualität sublimiert, am besten mit Hilfe einer Therapie.
    Die gesellschaftliche Ächtung von Pädophilen ist notwendig, weil sonst bei vielen Männern mit ihrer agressiven Sexualität die notwendige Einsicht fehlen würde.
    Hier hat sich die Gesellschaft einen natürlichen Instinkt bewahrt, der im krassen Gegensatz zu der sonst üblichen sexuellen Libertinage steht. Und das ist auch gut so!
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#17 yomenAnonym
#18 stromboliProfil
  • 27.01.2012, 09:49hberlin
  • Antwort auf #3 von gsaturnos
  • "Erst vor kurzem hat sich ein Bekannter von mir genau aus solchen Gründen umgebracht "
    also doch keine hier so betonte „zufälligkeit des verstehens..“;
    die zwiebel häutet sich!
    War natürlich absehbar, dass das ganze prozedere hier auf dem thema seinen finalen höhepunkt findet.
    Aus der reinen zufälligkeit, die vorgeblich altruistische solidarität mit sich bringt, dem dir natürlich "unbekannten" tadzio hier hilfreich unter die arme zu greifen, ihn in schutz zu nehmen gegen böse angriffe..., nun bildet sich langsam der eigentliche background heraus! Das alles ist eine schäbige mise-en-scène!

    Schauen wir staunend den phönix aus der asche, unseren in filmbilder verliebten spätjüngling tadzio/scot; frisch erholt von seinen blessuren im kampf gegen an ihm zweifelnden, spinnt er weiter am seidenen faden seines opfergewandes. 31 jahre?? Vergiss das richsalz nicht!

    Lassen wir mal die fiktion des filmes und lassen wir auch die spekulation darüber, ob es vernünftig ist , als film sich an eine geschichte anzuhängen , wo es ursprünglich um eine hetero-pädosexuelle monströsität geht. Dürfen wir den blick davon abwenden, was inhaltlich da beschrieben wird?! Dürfen wir annehmen, dies geschehe nur im heterobereich?
    Wir -IHR (!) dürft nicht hiervon ablenken mit dem argument , es sei bei einem selbst ja schließlich alles gut gelaufen...

    UND: es ist mehr als erbärmlich, dies mit einem argument aufrechnen zu wollen , solche beispiele medialer berichterstattung oder filmmischer wiederspiegelung führe über "eure" leichen.
    Das hat frau Kampusch nicht verdient, aber die ist ja auch nur opfer einer hetero-pädosexuellen tat.. bei uns homo-pädosexuellen gibt es so etwas nicht. Wir machen nur das beste aus dem zuusammentreffen von jung und alt... pure liebe ohne eigennutz. So wird die selbsttötung des hom-pädosexuellen zu einem akt des verzweifelten missverstanden seins stilisiert.
    Diese selbstdarstellung ist so verlogen und unausgegoren , dass es einem wütend macht! Ein ärgernis, sich überhaupt auf dieser niedrigen argumentationsebene auseinander setzen zu müssen!
    Trauriger und entsetzer bin ich darüber, dass, von mir geschätzte mitforisten, diesen wirrwar nicht durchschauen wollen, nur weil sich der solidarität mit verfolgten verpflichtet fühlend.
    Aber solidarität mit denen, die an den rand gedrängt werden, setzt auch deren bereitschaft voraus, sich mit IHREM problem über den tellerrand des billigen "wir sind nun mal so wie wir sind , nehmt uns also auch so hin" , hinaus endlich mal selbstkritisch zu beschäftigen.
    Das nämlich ist der anfang einer jeglichen form der emanzipation! Sich mit sich selbst auseinandersetzen!
    Da langt nicht der einfach mal so hingeworfene satz , "Ich weiß das es echte Opfer gibt, natürlich..." , um einer wirklichen konfrontation inhaltlich stand zu halten. Besonders dann, wenn er im nächsten satz bereits wieder aufgehoben wird...; sieht den keiner diese taktik?

    Ich wünschte , es gäbe hier einen realen gegenpart, der SEINE geschichte , seine wahrnehmung ausbreitet , die eben die beklemmung , dass leid sichtbar macht, die ausgeliefert sein erzeugt!
    Dann hätten wir eine reale möglichkeit, uns mit einem problem zu beschäftigen, dass ansonsten durch eigene untätigkeit in diesem fetischbereich uns normalerweise auch ein wenig abstrakt und fremd bleibt.

    Da wir ansonsten offentsichtlich an dieser form der aufarbeitung nicht interessiert sind, bleibt es bei unserem duo invernale mit ihrem einbahnstrassenbericht von entgegenkommenden autos.. fragt sich nur, wer da auf der richtigen fahrbahn sich fortbewegt!


    Mit progressiver sexualpolitik hat das nichts zu tun, eher mit einer zutiefst reaktionären männerphantasie um verfügbarkeit, "geboren aus bedürfnissen".. eben infantil zurückgeblieben!&
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#19 stromboliProfil
  • 27.01.2012, 10:01hberlin
  • Antwort auf #16 von Geert
  • genau das , was ich befürchtet habe..
    "Haben sie deshalb auch das Recht ihre Sexualität auszuleben? Die Antwort ist: Nein!"

    Das ist das andere extrem dessen, was uns unser duo invernal hier vorspielt; die absolutheit des machbaren!
    "Erlaubt ist was ich will, verboten wird was moral vorgibt".
    Alles was dazwischen liegt, ungleich komplizierter als diese "einfachen lösungen" , wird beidseitig weggeschoben.
    Und wenn da dann von den " natürlichen instinkten" gesprochen wird , kocht der die selbe trübe suppe, die früher auf das schwule angewendet wurde.
    Da treffen sich welche aus unterschiedlicher fahrtrichtung auf dem mittelstreifen ihrer beschränkten einsichten! Bildlich gesprochen, sollte man euch die fahrerlaubnis entziehen...
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#20 seb1983

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