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Parlamentspräsident Martin Schulz unterschreibt das Manifest (Bild: Europäische Union)

184 Europaabgeordnete haben am Mittwoch ein zehn Punkte umfassendes Manifest zur Gleichstellung von Schwulen und Lesben unterzeichnet, unter ihnen auch Parlamentspräsident Martin Schulz (SPD).

Bei einem von der Homo-Gruppe ILGA-Europe und der schwul-lesbischen Intergruppe im Europaparlament organisierten Veranstaltung haben insgesamt 184 der 754 Parlamentarier das "Be Bothered"-Manifest unterzeichnet. Das Dokument umfasst zehn Versprechen, insbesondere die gesetzliche Gleichstellung von Schwulen, Lesben und Transsexuellen auf europäischer Ebene. Außerdem verpflichten sich die Abgeordneten, gegen Homophobie vorzugehen und sich weltweit für Homo-Rechte einzusetzen.

Kein Interesse bei CDU/CSU

Insgesamt haben Abgeordnete aus fünf Fraktionen und 23 Mitgliedsstaaten das Manifest unterschrieben. Insbesondere in osteuropäischen Ländern und in Italien ist die Beteiligung sehr gering. Aus Bulgarien, Lettland, Litauen und der Slowakei wollte sich kein einziger Parlamentarier auf die Erklärung einlassen. Malta ist dagegen das einzige Land, aus dem alle Abgeordneten unterschrieben haben. Aus Deutschland haben sich 21 der 99 Parlamentarier beteiligt, die SPD, Grünen, FDP und Linkspartei angehören - CDU und CSU fehlen dagegen völlig (Detailierte Übersicht).

Zu den Unterstützern gehört auch der neue Parlamentspräsident Martin Schulz, der auf dem Treffen eine Ansprache hielt - und seine uneingeschränkte Unterstützung garantierte: "Als Präsident des Europäischen Parlaments können Sie darauf zählen, dass ich für die Gleichstellungsziele kämpfen werde, die im Be-Bothered-Versprechen beschrieben werden", sagte Schulz. Ulrike Lunacek und Michael Cashman, die Co-Präsidenten der schwul-lesbischen Intergruppe, freuten sich über die hohe Beteiligung: "LGBT-Rechte finden immer mehr Mitstreiter aus dem gesamten politischen Spektrum, und die nächsten zweieinhalb Jahre werden entscheidend sein, um dringend benötigte Fortschritte in Europa zu erzielen."

Auch die Unterstützung für die Intergruppe nahm nach der Konferenz zu. Mehrere Abgeordnete traten der zweitgrößten interfraktionellen Arbeitsgruppe bei, die nun 127 Mitglieder aus 22 Mitgliedsstaaten und fünf politischen Gruppierungen umfasst.

Im Europaparlament gibt es jedoch auch eingefleischte Gegner der Gleichstellung. So hat die schwul-lesbische Intergruppe erst vor wenigen Tagen den britischen Rechtspopulisten Godfrey Bloom kritisiert, weil er die Förderung der Homo-Gruppe ILGA-Europe in Frage gestellt hatte (queer.de berichtete). (dk)



#1 ReinerAnonym
  • 27.01.2012, 14:00h
  • "SPD, Grünen, FDP und Linkspartei angehören - CDU und CSU fehlen dagegen völlig."

    Wenn man das am Jahrestag der Befreiung von Auschwitz durch die Rote Armee liest, muss man
    aber auch auf die positiven Entwicklungen hinweisen.

    War die CDU/CSU nach dem Krieg der mit Abstand größte Schutzraum für ehemalige NSDAP-Kader aus Partei- und Staatsapparat, so haben wir heute doch eine LSU!
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#2 schwulenaktivist
#3 entschleunigtAnonym
#4 TheodorAnonym
  • 27.01.2012, 16:05h
  • Antwort auf #1 von Reiner
  • Richtig! Es tut sich was.

    Und wenn man die notorische christliche Homophobie mal für eine Weile ausblendet, lohnt sich durchaus ein Blick auf die neuen Kardinalstugenden für die gefühlte Mittelschicht.

    Wulffen!

    Fringsen (benannt nach Kardinals Frings) für die Darbenden und Beladenen gibt es ja schon länger.

    Ich denke schon, dass die CDU in ein paar Generation vielleicht wählbar ist. Es braucht halt noch seine Zeit.
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#5 RaffaelAnonym
  • 27.01.2012, 19:10h
  • So schön das auch ist, aber es ist beschämend, dass das nicht mal ein Viertel (24,x %) aller Abgeordneten ist.

    Dass von CDU / CSU kein einziger dabei ist wundert mich nicht.
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#6 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 27.01.2012, 19:53h
  • Da haben die Parlamentarier auch endlich einmal etwas in ihrem trostlosen Dasein richtig gemacht!
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#7 TreegProfil
#8 salsaAnonym
  • 27.01.2012, 20:00h
  • queer.de möchte ja gerne queer-nachrichten-sender no. 1 sein. ist ihm auch in vielen bereichen gelungen.

    queer.de möchte aber auch pädophilie mit ijns sortiment mit aufnehmen.

    vermutlich weil sie sich so queer definieren, dass es zum kotzen ist.

    verantwortung der eigenen sexualität gegenüber wird diskrimierend empfunden.

    dass sie damit der ganzen queer-bewegung massiv schaden, scheint ihnen egal zu sein, da es mehr um die eigene legitimation geht.

    ich gehe davon aus, dass dieser beitrag nicht veröffentlich wird, aber immerhin hats die redax gelesen....und kann sich dann auf eine stufe mit den verfassern des s.g. "missbrauchs-hoaxes" von kreuz.net stellen....
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#9 Tobi cologneAnonym
  • 27.01.2012, 20:34h
  • Also da müssen wir CDU/CSU verstehen:
    die Taten des aus ihren Reihen stammenden Bundespräsidenten zu vertuschen und auszusitzen ist nun echt wichtiger als Menschenrechte.

    Schließlich geht es der Union um nichts anderes als Machterhalt. Was zählen da diskriminierte Menschen, wenn man Wulff & Co zu decken hat. Der Arme könnte ja sonst arbeitslos werden.
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#10 püoiAnonym
  • 27.01.2012, 22:03h
  • Antwort auf #9 von Tobi cologne
  • Der wird niemals Arbeitslos. Der hat sich schon so gut den Lobbyisten angedient....

    Schau dir doch mal den Rest gescheiterter Persönlichkeiten an....

    Im schlimmsten Fall schreibt er ein Buch a la Sarrazin - die Dummen Deutschen untertanen reissen es ihm aus den Händen...
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