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Seit Donnerstag ist im Berliner Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen nach rund vier Jahren ein neuer Film zu sehen. Wie sein Vorgänger ist er in Schwarz-Weiß, zeigt diesmal aber nicht nur ein Männer-Paar, sondern mehrere lesbische und schwule Paare sowie Reaktionen auf ihren Kuss. So beobachtet ein kleiner Junge, wie zwei Frauen sich einen Schmatzer auf den Mund geben – und wird von seiner geschockten Mutter weggezerrt.

Der nur zwei Minuten lange Film, der fortlaufend wiederholt wird, wurde von den Künstlern Gerald Backhaus, Bernd Fischer und Ibrahim Gülnar erstellt. Sie beschreiben das Video so:

Der Schwarz-Weiß-Film zeigt in einer Endlosschleife nacheinander die liebevollen Küsse fünf gleichgeschlechtlicher Paare. Die Protagonistinnen und Protagonisten entstammen verschiedenen Altersgruppen, Herkünften und Milieus. Die Szenen spielen in unterschiedlichen Settings. Die Küsse gehen ineinander über, so dass der Zuschauer einen Kuss von Paar zu Paar wandern sieht. Der Wechsel erfolgt in Form einer Überblendung in dem Moment, in dem sich die Lippen der Küssenden – in Nahaufnahme gefilmt – berühren. Nach etwa 2 Minuten ist der Film an seinem Ausgangspunkt angelangt und beginnt wieder von vorn, ohne dass es eine Unterbrechung gibt. Zu jedem Zeitpunkt können Zuschauer in den Film einsteigen.

Hier das Video:


Einbettung mit freundlicher Genehmigung der Denkmals-Stiftung und des Künstlers Gerald Backhaus

Ursprünglich war nicht geplant, den Film alle paar Jahre auszuwechseln. Nach der Kritik von Feministinnen unter Führung der Frauenzeitschrift "Emma" wurde jedoch entschieden, dass alle zwei Jahre ein neues Video im Mahnmal zu sehen sein soll. Die Feministinnen bemängelten, dass der Film die Leiden von Lesben im Nationalsozialismus nicht repräsentiere. Die Änderung wurde trotz Kritik von Schwulenaktivisten und den Leitern der KZ-Gedenkstätten durchgesetzt. (dk)

Zum Vergleich – so sah der alte Film aus:



#1 DadoMUCAnonym
  • 27.01.2012, 17:14h
  • tolle idee nur haben Lesben immer noch nix in diesem video zu suchen. es waren männer die in dne kz gelandet sind weil sie schwul waren.
    so weit ich weis sollte das ein Mahnmal für die verfolgung Homosexuelle Männer sein.
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#2 finkAnonym
  • 27.01.2012, 17:51h
  • "Mit diesem Denkmal will die Bundesrepublik Deutschland
    - die verfolgten und ermordeten Opfer ehren,
    - die Erinnerung an das Unrecht wach halten und
    - ein beständiges Zeichen gegen Intoleranz, Feindseligkeit und Ausgrenzung gegenüber Schwulen und Lesben setzen."

    www.stiftung-denkmal.de/homosexuellendenkmal

    jetzt muss ich das ding doch mal ein wenig in schutz nehmen, auch wenn ich es nicht mag.

    es mag ja auf den ersten blick inkonsequent erscheinen, ein denkmal offiziell explizit nach den "im nationalsozialismus verfolgten homosexuellen" zu benennen und dann die perspektive doch auf die "ausgrenzung" in der gegenwart zu erweitern. der neue film hat offensichtlich letzteres im sinn. aber eigentlich ist das doch das einzige, was sinnvoll ist, oder? welchen sinn hätte das erinnern, wenn es die vergangenheit und die opfergruppe isoliert und nicht auch den schritt hin zur gegenwart, zu "weniger schlimmen" formen der homophobie und zu ähnlich betroffenen gruppen täte?

    offenbar ist es für niemanden ein problem, dass der film u.a. HEUTIGE schwule zeigt. die werden aber AUCH nicht in gleicher weise verfolgt wie diejenigen, an die das denkmal erinnert. an dieser verbindung stört sich aber offensichtlich niemand, denn die heutigen schwulen können sich ja wenigstens auf eine "richtige" verfolgung ihrer "vorfahren" berufen. welch eine absurde und würdelose egomanie.

    ich finde es ausgesprochen befremdlich, dass ausgerechnet diejenigen, auf deren probleme das denkmal aufmerksam machen soll, ein kleinliches hickhack darum beginnen, wer und was genau mit diesem denkmal gemeint sein darf - und wer und was vor allem NICHT damit gemeint sein darf. genau das steht doch dem eigentlich zweck des denkmals - bei aller berechtigten kritik an dessen ausführung und planung - um 180° entgegen.
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#3 RaffaelAnonym
  • 27.01.2012, 18:59h
  • Schöner Film - für ein anderes Denkmal.

    Aber für dieses Mahnmal ist es eine verfälschende Geschichtsklitterung, die die wahren Opfer verhöhnt.

    Und das alles nur, weil Alice Schwarzer und ein paar andere Kampf-Emanzen dieses Mahnmal für ihre eigenen, ganz anderen Zwecke missbrauchen wollen.

    Das ist für jeden, der sich nur ein wenig mit historischen Fakten auskennt, unerträglich!

    Und das Schlimmste:
    die Verwantwortlichen treiben damit einen Keil zwischen Schwule und Lesben, was uns allen (aber den Lesben noch viel mehr als den Schwulen) massiv schadet, weil wir nun nicht mehr gemeinsam für unsere Rechte kämpfen, sondern separiert!
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#4 GastGastGastAnonym
  • 27.01.2012, 19:35h
  • Antwort auf #1 von DadoMUC
  • Durch das Einteilen der KZ-Gefangenen haben die Nazis versucht die menschliche Natur zu pervertieren, indem sie Ihre Opfer gegeneinander ausspielten und so verhinderten, dass ein Gruppen- oder Zugehörigkeitsgefühl entsteht.

    Wir sollten dieser Perversion nicht huldigen, indem wir von Opfern erster und zweiter Klasse sprechen.

    Stattdessen wäre es wichtig, dass wir unsere Energie in den Kampf stecken der hier, heute und jetzt stattfindet.

    Vielleicht sind Lesben nicht so sichtbar wie Schwule. Aber niemand mit offenen Augen wird verleugnen, dass Lesben genauso unter Diskriminierung leider wie Schwule. Von all den Zwischenstufen (die Wortwahl sei verziehen) ganz abgesehen.
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#5 MarekAnonym
  • 27.01.2012, 19:41h
  • Schwule wurden im KZ interniert, wurden gequält und gefoltert, waren Opfer medizinischer Experimente, wurden ermordet.

    Und Lesben:
    achja, die bekamen ihre Cafés geschlossen und ihre Zeitschriften verboten. Ist ja fast genauso schlimm.

    Unglaublich, welches Verfälschen von Fakten und Bespucken der Opfer im ansonsten so 3. Reich-sensiblen Deutschland möglich ist.
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#6 EnyyoAnonym
  • 27.01.2012, 19:47h
  • Antwort auf #2 von fink
  • "offenbar ist es für niemanden ein problem, dass der film u.a. HEUTIGE schwule zeigt"

    Doch, mir ist das sofort nahezu angewidert aufgefallen, vor allem Dank der Lesben in der S-Bahn.

    Das Einzige mit ein wenig Geschichtsbezug sind m.E. die beiden "arisch" ausschauenden jungen Männer, die im Treppenhaus bespitzelt werden.

    Die beiden älteren Herren, die beim Betrachten des jungen Paares anfangen zu schmusen, sind allerdings auch eine schöne Idee.

    Die Lesbenfilme finde ich absolut deplaziert, z.T. unästhetisch und der ganzen Sache sehr schadend.

    Da spielen möglicherweise meine Vorbehalte mit eine Rolle, grundsätzlich finde ich die Geschichtsklitterung in diesem Zusammenhang impertinent.

    Frau Schwarzer und Co. sollen klittern wo sie wollen (warum muss ich bei dem Begriff immer an Kl*toris denken?), was hier passiert ist ist jedenfalls derart übel, dass man fast froh sein kann, dass es heute keine Überlebenden der Verfolgung mehr gibt, sie wären wahrscheinlich extrem erschüttert!
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#7 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 27.01.2012, 19:57h
  • Der Zeitpunkt, das Video ab dem Vorabend des Holocaust-Gedenktages zu zeigen, ist gut gewählt.
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#8 Tobi CologneAnonym
#9 finkAnonym
  • 27.01.2012, 21:24h
  • Antwort auf #5 von Marek
  • "Und Lesben: achja, die bekamen ihre Cafés geschlossen und ihre Zeitschriften verboten. Ist ja fast genauso schlimm."

    kann mir mal jemand sagen, wo genau irgend jemand behauptet haben soll, lesben seien GENAU SO verfolgt worden wie schwule? ich lese das hier immer als vorwurf, aber ohne ein zitat oder einen beleg.

    alles, was ich zu dem thema beispielsweise in der emma gelesen habe, stellt klar, dass die repressionen lesben gegenüber auf andere weise (z.b. indirekter und weniger brutal) abgelaufen sind als diejenigen gegenüber schwulen. die angebliche gleichsetzung, die hier als vorwurf wiederholt wird, habe ich nirgends gefunden. aber vielleicht habe ich nur nicht gründlich genug gesucht. bitte klärt mich auf.
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#10 Andy3178
  • 27.01.2012, 22:09h
  • Irgendwo kamen unsere lesbischen Freundinnen auch noch zu Worte. Meinte zuerst, es sei hiehr gewesen. Vielleicht Facebook?

    Fazit: Die Mädels sahen das grösstenteils wiederum anders. Ich kann es nicht beurteilen, weil mir der geschichtliche Hintergrund tatsächlich fehlt.

    Erinnert mich an die Bayrische Posse von 2011. Der „CHRISTOPHER Street Day“, eine der größten Veranstaltungen in München, hätte in „CHRISTINA Street Day“ umbenannt hätte werden sollen, damit auch die Mädels beachtet werden.
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