Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?15832



Ein kleiner türkischer Junge hat Stress mit seiner Mutter, seinen Brüdern, mit dem Neonazi-Typ in seinem Viertel. Der Alte, der im Abfall wühlt, sieht abschätzig auf ihn herab, und von der Jugendgang kriegt er eins auf die Fresse. Mit Blessuren kommt er heim, doch nach Meinung seiner Familie ist er selbst schuld. Er hätte mit seinem Bruder zum Boxen gehen sollen, um zu lernen, wie man sich wehrt.

Ditt iss Balin, so wie man es sich vorstellt in den Vororten, den Plattenbausiedlungen, den Bezirken, wo die Hauptstadt arm, aber alles andere als sexy ist. Das neue Video von Rosenstolz zeigt das hässliche Gesicht von "Spree-Athen": "Das Lied von den Vergessenen" ist ein kleines düsteres Minidrama, in dem Peter Plate und Anna R die Randfiguren sind. Peter steht gedankenverloren an der Bushaltestelle, die fetten Ohrhörer auf den Kopf geschraubt. Und Anna sitzt starr in einem Angeber-Vintage-Sportwagen, weil sie gerade verlassen wurde. Jeder hat so seine eigenen Probleme, was geht mich da der Ärger des Anderen an...

Keine Sorge, Anna und Peter stehen nicht schon wieder am Abgrund der nächsten Depression, das Video hat ein Happy-End. So gehört sich das schließlich bei den dramatischen Songs von Rosenstolz. Der Junge, der nur gedisst und gedemütigt wird, hat ein kleines Geheimnis. Er befreit sich durch den Tanz. Nicht wie Billy Elliot beim Ballett, sondern beim Breakdance. Er ist - wie wir aus dem Making-of-Video erfahren, ein sogenannter "B-Boy", ein Breakdancer, der anders als die "Breaker" sich nicht auf aggressive Weise ausdrückt und in einen Battle - einen Wettstreit - mit anderen tritt, sondern einfach des Tanzens wegen seine Moves macht. Ein kleines schönes Video zur neuen Singleauskopplung aus dem aktuellen Album, die Anfang Februar erscheinen soll.

Hier das neue Video auf MyVideo



#1 JoonasAnonym
  • 27.01.2012, 19:25h
  • Schönes Lied und tolles Video.

    Aber ich kann Rosenstolz leider nicht verzeihen, dass sie einen Preis angenommen haben, den am selben Abend auch einer der größten Homohasser und Hetzer Deutschlands bekommen hat: Bushido.

    Die Annahme dieses Preises macht Rosenstolz, ihr Engagement und ihre Musik absolut unglaubwürdig.

    Sogar Heino hatte mehr Rückgrat als Rosenstolz. Das hat mich so sehr enttäuscht und getroffen, dass ich Rosenstolz nicht mehr sehen und hören kann ohne immer nur daran denken zu müssen.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 FoXXXynessEhemaliges Profil
#3 Tobi CologneAnonym
  • 27.01.2012, 20:24h
  • Antwort auf #1 von Joonas
  • Ja, mit der Annahme des Preises hat Rosenstolz Homohasser salonfähig gemacht und indirekt Homohass gefördert.

    Dabei wäre das der ideale Ort und Zeitpunkt gewesen, ein Zeichen zu setzen. Ein Zeichen gegen Hass und für Toleranz. Ein Zeichen, das deutschlandweit wahrgenommen worden wäre.

    Stattdessen ist Rosenstolz wohl auch der Auszeichnungs-Geilheit verfallen. Rosenstolz ist wohl auch satt und angepasst geworden - bloß niemanden vor den Kopf stoßen.

    Schade, um eine ehemals tolle Band, die hinter der Musik auch noch eine Botschaft, Rückgrat und Prinzipien hatte.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 KevinAnonym
  • 28.01.2012, 10:26h
  • Krass gut gespielt man und coole Moves wo der Junge hat. Lieber diese Story als Film gesehen, das Lied dadrin nervt voll ab. Rosenstolz machen Musik wie als für Werbung für MERCI.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 FenekAnonym
  • 28.01.2012, 11:27h
  • Für mich existiert Rosenstolz nicht mehr, seitdem sie publicity-geil wie alle anderen Promis einen Preis angenommen haben, den gleichzeitig auch der Homohasser Bushido bekommt, der ständig gegen uns hetzt und zu Gewalt gegen uns auffordert.

    Ich dachte mal, Rosenstolz hätten mehr Rückgrat als die anderen - falsch gedacht.
  • Antworten » | Direktlink »
#6 RobinAnonym
  • 28.01.2012, 11:38h
  • Ich muss gestehen, dass ich auch langsam glaube, das ganze Rosenstolz-Image war nie mehr als Marketing-Gag.
  • Antworten » | Direktlink »
#7 FinnAnonym
  • 28.01.2012, 16:33h
  • Rosenstolz hat sich bei der Bambi-Auszeichnung zu Witzfiguren gemacht.

    Das werden sie wohl so schnell nicht mehr wiedergutmachen können.

    Wenn ich aus reiner PR-Geilheit einen Preis annehmen würde, den auch Leute bekommen, die zu Gewalt oder gar Mord an Schwulen aufrufen (und nebenher auch noch extrem frauenfeindlich sind), könnte ich mich nicht mehr im Spiegel sehen.

    Aber im Showbiz scheint sowas anders zu sein.
  • Antworten » | Direktlink »
#8 antos
  • 28.01.2012, 17:24h
  • Ein schöner Erfolg für die Verkaufsästhetik der dank ihrer Milliardenumsätze werbemächtigen großen Sportmarken, in der Armut und Ghetto hart, aber hey, that's roaring Großstadt, immer cool und schön sind. Das ist nicht "alles andere als sexy" [wie's im Artikel steht] - das ist genau der billige Sex der teuren Marken und falsch eingefärbten Bilder, mit dem Hiphop-Bands seit Jahren ihr Geld machen. Vorgezeichnet ist dieser 'Boy' nicht für ein beschissen enges Leben in Armut und Kleinkriminalität wie so viele seiner Klassen-Kameraden; nein, der trägt die Hl. Dreistreifigkeit an seiner Sporthose, das zeichnet ihn aus für Größeres: he has a dream! Und jetzt alle: He has a dream! He has a dream of einmal DSDS gewinnen mit einer supi Breakdance-Performance, yeah! "You can win if you want" bzw. jeder ist seines Glückes Schmied. Der Glaube siegt.
  • Antworten » | Direktlink »
#10 RaffaelAnonym
  • 28.01.2012, 18:20h
  • Antwort auf #8 von antos
  • Tja, wer kein Problem damit hat, Homohasser-Auszeichnungen anzunehmen, hat auch kein Problem damit, seine Musik und Seele an internationale Konzerne zu verkaufen bzw. in seinen Musikvideos Schleichwerbung dafür zu machen.
  • Antworten » | Direktlink »