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Die Stolpersteine sind ein Projekt des Künstlers Gunter Demnig. Mit diesen Gedenktafeln soll an das Schicksal der Menschen erinnert werden, die im Nationalsozialismus ermordet wurden (Bild: leyink / flickr / by 2.0)

In der Dortmunder Innenstadt soll ein Stolperstein an den 1942 von den Nationalsozialisten ermordeten homosexuellen Feilen-Fabrikanten Otto Meinecke erinnern.

Otto Meinecke wurde am 20. Oktober 1880 als Sohn der Eheleute Lina Meinecke und des Feilenhauermeisters Wilhelm Meinecke geboren. Bis zum Beginn seiner Verfolgung als Homosexueller durch die NS-Justiz lebte er in Dortmund. Meinecke wurde am 13. Juli 1942 im KZ Sachsenhausen bei Berlin ermordet. Als Todesursache wurde "Kopfschuss bei Fluchtversuch" angegeben zur Verschleierung des wahren Ablaufs der Tötung.

Die gezielte Erschießung auf der vermeintlichen Flucht war eine "beliebte" Mordmethode der SS. Im Sommer 1942 wurden mehr als 80 Männer Opfer einer gezielten Mordaktion gegen Homosexuelle. Meinecke war einer von ihnen. Der vom Künstler Künstler Gunter Demnig gestaltete Stolperstein für den homosexuellen Unternehmer soll am Donnerstag, den 9. Februar 2012 vor seinem früheren Dortmunder Wohnhaus in der Kleppingstraße 2 verlegt werden. Die Uhrzeit wurde noch nicht bekannt gegeben.

Weitere Stolpersteine für ermordete Rosa-Winkel-Häftlinge sollen folgen

Weitere Stolpersteine für Opfer der Mordaktion im Sommer 1942 sollen u.a. in Duisburg, Remscheid, Bochum und Wuppertal folgen. Der Bochumer Verein Rosa Strippe hat dafür die Patenschaft übernommen, die Recherchen dazu stammen von dessen Mitarbeiter Jürgen Wenke.

Mit den Stolpersteinen erinnert Gunter Demnig an Opfer der NS-Zeit, indem er vor ihrem letzten selbstgewählten Wohnort Gedenktafeln aus Messing ins Trottoir einlässt. Inzwischen liegen entsprechende Steine in über 500 Orten Deutschlands und in mehreren Ländern Europas. "Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist", so Demnig. Mit den Steinen vor den Häusern werde die Erinnerung an die Menschen lebendig, die einst hier wohnten. Für 120 Euro kann jeder eine Patenschaft für die Herstellung und Verlegung eines Stolpersteins übernehmen. (cw/pm)



#1 TimonAnonym
#2 ahmerAnonym
#3 FoXXXynessEhemaliges Profil
#4 pöloikujzhtgrfedAnonym
#5 TadzioScot
  • 28.01.2012, 21:48h
  • Richtig so ! Freut mich !

    Jetzt noch ein Homo Mahnmal für die Verfolgten von 1933-1994 und eine Wiedergutmachung,
    dann wäre die BRD einen echten schritt weiter....
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#6 TreegProfil
  • 29.01.2012, 20:35hDoetinchem
  • Man sieht, auch in einer Nazihochburg wie Dortmund tut sich was. Hoffen wir, das dies nicht nur einen einmalige aktion ist, sondern dass das dann auch kontinuität hat. Das hoffe ich auch für den Aktionismus im Kampf gegen die Nazis!

    antifaclub.wordpress.com/?s=Dortmund
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#7 mgrasek100Ehemaliges Profil
#8 charlottenburgAnonym
#9 stromboliProfil
  • 30.01.2012, 12:49hberlin
  • gedenkkultur pflegen..!
    in New Orleans werden bäume gepflanzt von paten, an denen die namensplaketten an aids verstorbener freunde angebracht werden...
    mir ist deshalb schon vor jahren die idee durch den kopf gegangen, in den jeweilig traditionellen schwulen vierteln, auf den gehsteigen plaketten einzulassen, auf denen die namen deportierter und umgebrachte naziopfer stehen, aber auch die opfer der bundesrepublikanischen verfolgung endlich mit eingeschlossen werden.

    Leider alles eine frage der zulässigkeit, die mit den angehörigen zu klären wären.
    Hier schient es ja zu funktionieren!
    Überlegenswert auch, ob in die plakette als besonders merkmal, der rosa winkel eingepasst wird.. hier wäre er im gegensatz zu sonstiger "aneignung für eigene zwecke", angebracht!
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#10 -hw-Anonym
  • 30.01.2012, 13:31h
  • Heute ist ein guter Tag für Stolpersteine.
    Die kann man auch bei der aktuellen Nachrichtlage
    im Hintergrund rumpeln lassen.

    Der Jahrestag der Machtübertragung an die NSDAP.

    "Die Novemberpogrome 1938 – bezogen auf die Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 auch (Reichs-)Kristallnacht oder Reichspogromnacht genannt."

    Stolperstein:

    Rede Hitlers vor der deutschen Presse am 10. Nov. 1938

    .. Wir haben uns dabei einige Aufgaben gestellt in diesem Jahr, die wir durch unsere Propaganda — und hier darf ich die gegenwärtige Presse mit an die Spitze der Instrumente stellen — erreichen wollen. Erstens die langsame Vorbereitung des deutschen Volkes selbst.
    Die Umstände haben mich gezwungen, jahrzehntelang fast nur vom Frieden zu reden. Nur unter der fortgesetzten Betonung des deutschen Friedenswillens und der Friedensabsichten war es mir möglich, dem deutschen Volk Stück für Stück die Freiheit zu erringen und ihm die Rüstung zu geben, die immer wieder für den nächsten Schritt als Voraussetzung notwendig war.
    Es ist selbstverständlich, dass eine solche jahrzehntelang betriebene Friedenspropaganda auch ihre bedenklichen Seiten hat; denn es kann nur zu leicht dahin führen, dass sich in den Gehirnen vieler Menschen die Auffassung festsetzt, dass das heutige Regime an sich identisch sei mit dem Entschluss und dem Willen, den Frieden unter allen Umständen zu bewahren. Das würde aber nicht nur zu einer falschen Beurteilung der Zielsetzung dieses Systems führen, sondern es würde vor allem auch dahin führen, dass die deutsche Nation, statt den Ereignissen gegenüber gewappnet zu sein, mit einem Geist erfüllt wird, der auf die Dauer als Defaitismus gerade die Erfolge des heutigen Regimes nehmen würde und nehmen müsste.
    Der Zwang war die Ursache, warum ich jahrelang nur vom Frieden redete. Es war nunmehr notwendig, das deutsche Volk psychologisch allmählich umzustellen und ihm langsam klarzumachen, dass es Dinge gibt, die, wenn sie nicht mit friedlichen Mitteln durchgesetzt werden können, mit Mitteln der Gewalt durchgesetzt werden müssen. Dazu war es aber notwendig, nicht etwa nun die Gewalt als solche zu propagieren, sondern es war notwendig, dem deutschen Volk bestimmte außenpolitische Vorgänge so zu beleuchten, dass die innere Stimme des Volkes selbst langsam nach der Gewalt zu schreien begann. Das heißt also, bestimmte Vorgänge so zu beleuchten, dass im Gehirn der breiten Masse des Volkes ganz automatisch allmählich die Überzeugung ausgelöst wurde; wenn man das eben nicht im Guten abstellen kann, dann muss es mit Gewalt abgestellt werden; so kann es aber auf keinen Fall weitergehen.
    Diese Arbeit hat Monate erfordert, sie wurde planmäßig begonnen, planmäßig weitergeführt, verstärkt. Viele haben sie nicht begriffen, meine Herren: viele waren der Meinung, das sei doch alles etwas übertrieben. Das sind jene überzüchteten Intellektuellen, die keine Ahnung haben, wie man ein Volk letzten Endes zu der Bereitschaft bringt, geradezustehen, auch wenn es zu blitzen und zu donnern beginnt... "

    Zitiert nach: Wilhelm Treue [Hrsg.], Rede Hitlers vor der deutschen Presse am 10. Nov. 1938, in: Vierteljahreshefte für Zeitgeschichte, Jg. 6, 1958, S. 175-191; siehe auch: Hitlers Rede vor der deutschen Presse über die Aufgabe der Propaganda für die deutsche Außenpolitik, 10. November 1938, in: Wolfgang Michalka (Hg.), Das Dritte Reich, Bd. 1, München 1985, S. 261 ff, zitiert bei Bundeszentrale für politische Bildung; und PSM-Data; sowie Tondokument: Ausschnitt aus Rede Adolf Hitlers vor Vertretern der deutschen Presse am 10.11.1938 in München.
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