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Weil Politik so furchtbar langweilig sein kann, erfanden linke Spontis wie Fritz Teufel oder Dieter Kunzelmann Ende der 60er Jahre die so genannte Spaßguerilla. Statt auf ernsthaften Dialog setzten sie auf provokative wie phantasievolle Aktionen - wie Tortenwürfe auf doofe Volksvertreter, unsichtbares Theater in der Fußgängerzone oder gefakte Behördenbriefe. Protest musste Spaß machen!

In der Homobewegung hat es leider seit gefühlten Jahrhunderten keine entsprechende Aktion mehr gegeben. Doch ganz tot ist die schwule Spaßguerilla nicht: Gestern erreichte uns eine gefakte Pressemitteilung des Lesben- und Schwulenverbands in Deutschland (LSVD), die eine Umbenennung in "Lesben- und Frauenverband in Deutschland (LFVD)" ankündigt - offensichtlich ein Protest gegen "Geschichtsklitterung" durch die Aufnahme lesbischer Küsse in den neuen Film des Berliner Homo-Mahnmals.

Reingefallen auf den Fake ist - ehrlich gesagt: wider Erwarten - bislang niemand von unseren lieben Online-Kollegen, die Google-Suche nach "Lesben- und Frauenverband" brachte kein einziges Ergebnis. "LFVD" dagegen ist zumindest als medizinische Abkürzung für eine schwierige Zangengeburt ("low forceps vaginal delivery") bekannt, womit der erbitterte Streit ums Homo-Mahnmal gar nicht mal so schlecht beschrieben ist.

Aus Mitleid mit den ignorierten Spaßguerillas und aus Hochachtung vor ihrer kreativen Aktionsform - nicht aber, weil ich ihre überzogene Polemik so toll finde - habe ich mich als Frühredakteur entschlossen, die gefakte LSVD-Pressemitteilung zu dokumentieren. Und zugegeben, bei "Fraufried Bruns" habe ich schon gelacht...

Aus dem Lesben- und Schwulenverband wird der Lesben- und Frauenverband

Der Vorstand des Lesben- und Schwulenverbandes in Deutschland (LSVD) hat am gestrigen Sonntag die Umbenennung in Lesben- und Frauenverband in Deutschland (LFVD) beschlossen. Die Umbenennung soll vom Bundesverbandstag Ende März im Rahmen eines Festaktes vollzogen werden.

Dazu erklärt LFVD-Vorstand Fraufried Bruns:

Der Vorstand des ehemaligen Lesben- und Schwulenverbandes beendet mit der Umwandlung zum Lesben- und Frauenverband in Deutschland (LFVD) die Jahrtausende währende Geschlechtersegregation und -diskriminierung. Im Bewusstsein des rein sozialen Charakters geschlechtlicher Zuschreibungen hat sich der Vorstand dazu entschlossen, der Mitgliedschaft die Überwindung dieses historisch überholten Zustandes zu empfehlen. Die Geschichte der Geschlechtersegregation ist von der Dominanz angeblich männlicher Eigenschaften und der Unterdrückung alles Weiblichen gekennzeichnet. Nicht ohne Grund ist sie von Kriegen, Terror und Völkermord geprägt gewesen. Auch der männliche Homosexuelle spielte dabei eine herausragende Rolle. So wirkte er tatkräftig an der Missachtung lesbischer Frauen bis hin zur Verweigerung ihrer Verfolgung im Nationalsozialismus mit.

Damit muss endlich Schluss sein! Beseelt von der Erkenntnis, dass der einzig mögliche Weg zu einer geschlechterdemokratischen Ordnung in der Überwindung des sozialen Geschlechts liegt und in Anerkennung der historischen Unterdrückung des weiblichen Geschlechts hat sich der Vorstand des LFVD dazu entschlossen, zum Vorreiter bei der Auflösung der sozialen Kategorie des männlichen Geschlechts zu werden. Denn nur so werden quälende Auseinandersetzungen wie die über das Gedenken an die im Nationalsozialismus verfolgten und ermordeten Lesben zu überwinden sein. Als unübersehbares Zeichen gegen derartige Geschichtsklitterung hat der LFVD-Vorstand am vergangenen Donnerstag anlässlich der geschlechterdemokratischen Neuausrichtung des Berliner Denkmals für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen im Vorgriff auf seine Umbenennung einen Kranz mit dem Kürzel des künftigen Verbandnamens niedergelegt (siehe Foto).

In den Reihen des LFVD werden traditionell männliche Attribute künftig geächtet sein. Auch die männliche Homosexualität werden wir in unserer Mitgliedschaft überwinden. Unser Ziel ist das einzig wahre soziale Geschlecht: die Frau. Der einst männliche Homosexuelle wird in der Übernahme der weiblichen Geschlechterrolle seine historische Bestimmung wie auch seine private Erfüllung finden. Der Vorstand des LFVD bittet seine einst männlichen Mitglieder, dieser Linie zu folgen, ihre in einer patriarchalen Sozialisation erworbenen Überlegenheitsansprüche aufzugeben und ihr antiquiertes soziales Geschlecht abzulegen. Es lebe das Gender-Mainstreaming!



Berlin: Kranzniederlegung für homosexuelle Nazi-Opfer

Der LSVD und die Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas laden am 27. Januar zu einer Gedenkfeier am Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen in Berlin-Tiergarten ein.
#1 schwanz abAnonym
  • 31.01.2012, 12:24h
  • warum scherz? leist sich wie ein auszug aus dem leitfaden für moderne feministinnen
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#2 Fiete_Jansen
#3 FoXXXynessEhemaliges Profil
#4 MuschipowerAnonym
  • 31.01.2012, 13:31h
  • Lesben, Heterofrauen und Transen so gebet acht,
    unsere Herrschaft ist bald vollbracht!

    Ob Heteromann, ob schwuler Mann,
    ihr Unterdrücker seid bald dran!
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#5 OlafAnonym
  • 31.01.2012, 13:35h
  • *lol* das trifft doch voll ins Schwarze! Bei aller Überspitzung: die Spaßguerilla hat vollkommen Recht mit der Kritik am "gegenderten" Mahnmal. Geschichte kann man nicht einfach nach heute angesagten Antidiskriminierungsstandards umschreiben...
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#6 Schwuler PaschaAnonym
#7 DaeyAnonym
  • 31.01.2012, 15:13h
  • ES LEBE DIE SPASSGUERRILLA! Aber im Ernst: Der LSVD muss sich die Frage gefallen lassen, ob er überhaupt noch schwule Interessen vertritt. Nach dem Affentheater ums Denkmal und dem finalen Kotau vor Emma und Konsorten habe ich da so meine Zweifel!
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#8 OlafAnonym
  • 31.01.2012, 16:15h
  • zu Daey: der LFVD vertritt schon lange keine schwulen Interessen mehr! Die Frauen haben da schon lange das Ruder übernommen. Und die Homos ducken sich weg. Um es mit Loriot zu sagen: Frauen und Männer passen einfach nicht zusammen! Die Zeit ist reif für einen neuen Schwulenverband...
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#9 MitchProfil
  • 31.01.2012, 19:36hBerlin
  • Ich finde die Aktion richtig klasse, unter anderem auch deshalb weil sie so einigen Aktivisten und Aktivistinnen den Spiegel bzw. die Spiegelin vorhält.
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#10 Joe_BerlinAnonym
  • 31.01.2012, 21:08h
  • Von wegen Fake! Ich war heute am Denkmal und da liegt tatsächlich ein Kranz vom LFVD !!!! Wissen die Damen und Herren vom Lesben- und "Schwulen"verband eigentlich noch, was sie tun?
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