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International für Aufsehen sorgt das Schicksal der elfjährigen transsexuellen Alexandra aus Berlin. Ihr Vater lehnt Transsexualität generell ab und will sie daher als Jungen erziehen. Ihre Mutter will sie statt dessen so nehmen, wie sie ist. Wegen dieses Streits ging die Ehe des Paares bereits in die Brüche. Das Jugendamt spielt sogar mit dem Gedanken, das Mädchen in eine geschlossene Psychiatrie einweisen zu lassen, weil es nach Angaben des Vaters selbstmordgefährdet sei.

Vor rund zwei Wochen erzählte ein Artikel in der "taz" erstmals Alexandras Geschichte. Nun hat sie auch international für Aufsehen gesorgt: Die Brüsseler "International Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender and Queer Youth and Student Organisation" (IGLYO) zeigt sich auf ihrer Website "tief besorgt" darüber, dass ein Kind wegen Transsexualität in einer Klinik weggeschlossen werden soll. IGLYO ist die Dachorganisation von mehr als 50 schwul-lesbischen Jugendgruppen in aller Welt - zu den Mitgliedern gehören etwa die LesBiSchwule Hochschulgruppe Göttingen oder der schweizerische Verein HalloWelt.

Außerdem hat eine britische Aktivistin auf change.org eine an den Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit adressierte Petition gestartet, um auf Alexandras Schicksal aufmerksam zu machen. Darin werden auf Englisch und Deutsch das Jugendamt und der Vater des Kindes kritisiert, weil sie das Mädchen zwingen wollen, im falschen Geschlecht weiter zu leben:

Diesem jungen Mädchen wird ... beigebracht werden, dass seine Gefühle falsch sind und es wird somit immer mehr in jene Selbstverneinung gedrängt, welche schon das Leben so vieler Transsexueller gefordert hat. Und dies nur dank der vorurteilbehafteten Entscheidungen des Jugendamtes, die das Leben dieses Kindes unwiederbringlich ruinieren könnte. Ich starte diese Petition um anzuprangern und um bekannt zu machen, dass dies nicht in Ordnung ist. Vielmehr, dass dies eine Verletzung der grundlegendsten Menschenrechte dieses Kindes sind.

Die am Sonntag erstellte Petition hat ohne große Werbung bislang über 1000 Unterstützer gefunden (Stand: 14:10 Uhr). (dk)



#1 SoleanAnonym
  • 31.01.2012, 15:37h
  • Die Einstellung des Vaters an sich ist unfassbar altmodisch und mittelalterlich - allerdings darf queer.de nicht den sachlichen Ton und vor allem die sachliche Berichterstattung verlieren.
    Kritikpunkte: 1) So wie man keine Vorurteile gegen Homosexuelle fördern sollte, so gilt das gleiche für Psychiatrische Einrichtungen. --> "wegsperren" als Terminus ist nicht angebracht. 2) sachliche differenzierte Berichterstattung: Wird das kind in eine klink gebracht, weil es selbstmordgefährdet ist oder weil man ihm die Transsexualität austreiben will? --> Transsexualität ist in der Psychiatrischen Theorie längst angekommen. Nur sehr dubiose bzw konservative "Kliniken"/Therapeuten würden einem Kind Transsexualität "ausreden" ..
    Schlussfolgerung/Fazit: Kritik richtet sich hier gegen den VATER, nicht gegen die psychiatrische Klinik. Der Bericht suggeriert aber, dass die Klinik das Kind "umpolen" würde oder noch schlimmeres.. Bitte zweimal nachdenken bevor man so unseriös berichtet..
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#2 AnnaChristinaAnonym
  • 31.01.2012, 15:57h
  • Antwort auf #1 von Solean
  • Hallo Solean,

    Schau Dir mal im taz-Artikel an, was mit dem Mädchen in der Psychiatrie gemacht werden sollte:

    "Das Kind sei suizidgefährdet und müsse in die geschlossene Psychiatrie. Hormone solle es keinesfalls bekommen.

    Sondern die Pubertät erleben, in der Hoffnung, dass es danach doch als Mann leben wolle. Dazu solle es therapiert werden: Angebote für eine "männliche" Rollenentwicklung würden gemacht. Fußball und Autos. Die "weiblichen" Wünsche ignoriert. Später soll Alex in eine Pflegefamilie. Hauptsache, weg von der Mutter."

    Super, oder?

    Ich bin auch nicht generell gegen eine psychologische Betreuung, ich befürworte sie in diesem Fall sogar -- aber auf eine Weise, wie es den heutigen Erkenntnissen von TS entspricht.
    Nämlich OHNE das Mädchen in die eine oder andere Richtung zu drängen.
    Dies wird (siehe taz-Artikel) auch von anderen Psychologen so befürwortet!

    In der taz war auch noch ein weiterer Artikel mit einem Interview mit einer Sexualmedizinerin, die den hier agierenden Psychiatern auch ein sehr schlechtes Zeugnis ausstellt:

    www.taz.de/Medizinerin-ueber-Transsexualitaet/!86556/

    AnnaChristina
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#3 SoleanAnonym
  • 31.01.2012, 16:03h
  • Antwort auf #2 von AnnaChristina
  • Ich habe auch den Taz-Artikel gelesen und kann meine vorherig getroffene Aussage abgeschwächt wiederholen. Queer.de berichtet keineswegs darüber, dass auch Fachleute zu Wort kommen, die Transsexualität nicht ablehnen gegenüberstehen!

    Zitat "Mindestens ein halbes Jahr lang müsse er das Kind wöchentlich sehen - dann könne er eine Diagnose stellen. "Wenn es eine Transsexualität ist, dann würde man auch bald mit der Hormonbehandlung beginnen", so Rauchfleisch. "

    Niemand kann bestreiten, dass es sinnvoll ist, das Kind psychologisch zu begleiten - ist ja sowieso Standard wenn es um eine Feststellung der Transsexualität bzw. Geschlechtsanpassung geht.

    Natürlich ist es nicht gut, was im Moment passiert, und auch die Petition ist gerechtfertigt, aber ich finde, dass hier wichtige Dinge ausgeblendet werden auf Kosten von verallgemeinerndem Psychiatriebashing..
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#4 AnnaChristinaAnonym
  • 31.01.2012, 16:15h
  • Antwort auf #3 von Solean
  • Wobei ich dieses Psychiatriebashing, wie Du es nennst, in genau diesem Kontext extem gut verstehen kann.

    Nur weil ein Mensch transsexuell ist, soll dieser in die Psychiatrie eingewiesen werden?
    Hallo? Da hakt's doch, oder nicht?

    Da fühlt man sich an Zeiten erinnert, wo auch Homosexuelle wegen Ihrer "Neigung" in eingewiesen werden sollten.

    In inwiefern ist "in einer Klinik weggeschlossen" bei einer geschlossenen Einrichtung falsch? Es stellt die Tatsache meiner Meinung nach genau so dar, wie sie ist!

    Ich hoffe inständig, daß das Mädchen heil aus der Sache rauskommt und nicht durch die Umpolungsversuche der Charité lebenslange Schäden davontragen wird.

    Es ist im Übrigen kein Geheimnis, daß derartige "Umpolungen", die ja schon in früheren Jahrzenten versucht wurden, ausnahmslos ALLE darin endeten, daß sich die "Umgepolten" umgebracht haben.
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#5 NOWAYAnonym
  • 31.01.2012, 16:41h
  • Antwort auf #3 von Solean
  • Um das Kind psychologisch zu begleiten muss man es aber nicht zwangseinweisen!!!! Ne psychologische Begleitung geht ambulant!!!
    Und wenn dann begleitet sie hoffentlich keiner der reaktionären Pfuscher der Charité! Sondern ein Psychologe der ergebnisoffen ran geht!
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#6 transsexualitätAnonym
  • 31.01.2012, 16:47h
  • es gibt eine sache die ich bei transsexuellen nicht nachvollziehen kann.

    heterosexuelle männer bestimmen mehr als frauen die medien und sind "präsenter" wenn es um macht und einfluss geht.

    das selbe bei homosexuellen männern, bei schwul-lesbischen themen sind die schwulen vorrangig, die lesben halten sich mehr im hintergrung.

    es ist also meistens das männliche geschlecht welches mehr machtstreben hat oder "lauter" ist.

    bei transsexuellen ist es aber genau umgekehrt. die transfrauen ( die gefühlt weiblichen, also mzf- transsexuelle) engagieren sich mehr im vordergrund und sind öffentlich "lauter" als transmänner ( die gefühlt männlichen/ fzm transsexuelle)

    und das ist ehrlich gesagt ein punkt an dem ich mich frage ob es nicht doch einige transsexuelle gibt bei denen transsexualität eher ein fetisch ist?
    denn auch wenn mzf- transsexuelle immer betonen das sie weiblich sind und nur im falschen körper geboren wurden, wirken sie von ihrer wesensart her ( ich beziehe mich nicht aufs aussehen) "männlicher" als bio- frauen.

    das ist mir nur aufgefallen, bitte nicht als affront sehen.
    ich versuche zu verstehen.
    mir fällt es als bio mann schwer mich in transsexuelle reinzusetzten, weil ich es nicht gut nachvollziehen kann warum transfrauen zwar versuchen hyperfeminin zu sein, oft aber eher "männlich" agieren und transmänner sich zwar betont "männlich" geben, aber eher "typsich weiblich" wirken in der hinsicht das sie unsichtbarer und defensiver in der öffentlichkeit sind wenn es um forderungen geht.
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#7 finkAnonym
  • 31.01.2012, 17:18h
  • Antwort auf #6 von transsexualität
  • 1. deine beobachtung widerspricht meiner eigenen. ich kenne sowohl transfrauen, die sehr zurückhaltend sind als auch transmänner, die ziemlich poltern. und auch die jeweils anderen.

    2. das ist bei bio-männern und -frauen genauso.

    3. ich glaube nicht, dass mit dem anstreben einer weiblichen identität automatisch das anstreben von weniger kampfgeist einhergehen muss oder man sich als zurückhaltender mensch nicht trotzdem "richtig männlich" fühlen kann. da sitzt du m.e. einer ziemlich antiquierten geschlechtsrollenvorstellung auf.
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#8 transsexualitätAnonym
  • 31.01.2012, 17:36h
  • Antwort auf #7 von fink
  • ich bezog das auf die tatsache das z.b. mehr schwule in der homosexuellenbewegung aktiv sind als lesben, und sich die lesben aus irgendeinem grund in der öffentlichen wahrnehmungen stärker zurück halten.
    auch seiten wie queer.de werden hier und im ausland häufiger von männern initiiert.

    in der "heterowelt" ist es auch der fall das (noch) männer mehr machtstreben haben. guck dir an wer in den hohen ämtern der gremien, medien und wirtschaft häufiger vertreten ist.

    das ist doch ohne es werten zu wollen eine tatsache?

    bei transsexuellen ist es aber häufiger so das transfrauen im vordergrung stehen und sich die transmänner in der queeren bewegung eher zurückhalten.

    natürlich nicht jeder und alle und es ist auch nicht immer so, aber die tendenz ist in der realität so wie ich es geschrieben habe.
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#9 finkAnonym
  • 31.01.2012, 17:48h
  • Antwort auf #8 von transsexualität
  • das hatte ich verstanden. und beantwortet. mir scheint aber, dass meine antwort nicht so recht durchgedrungen ist. vielleicht liest du #7 noch einmal?

    was das ganze mit fetischismus zu tun haben soll, habe ich allerdings überhaupt nicht begriffen.
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#10 SchokiAnonym
  • 31.01.2012, 17:58h
  • Antwort auf #8 von transsexualität

  • Ich glaube, dass es bestimmt auch diese Fetischisten gibt, jedoch ungefähr genauso viele wie bekloppte Heteros, die mit Männern schlafen wollen, weils für sie ein Fetisch ist (ich rede nicht von Klemmschwestern!), also Sehr Sehr wenige. Es bedarf ja schon einen großen Aufwand, sich soz. als trans zu outen, und dann noch die ganzen psychischen gutachten? Das macht keiner so schnell freiwillig, wenn er oder sie nicht wirklich trans ist. Ich glaube, du würdest dich für deinen Fetisch auch nicht zum Psychater schicken oder unters Messer legen;-).
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