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Landgericht Stuttgart

Lebenslang für Cruising-Mörder


Die beiden Morde versetzten 2010 die Cruising-Szene in Angst und Schrecken

Mindestens 15 Jahre Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung - so lautete am Mittwochvormittag das Urteil des Stuttgarter Landgerichts gegen den 57 Jahre alten Frührentner aus Esslingen, der in Cruising-Gebieten in Baden-Württemberg und Hessen 2010 zwei Schwule ermordet haben soll.

Die Schuld des Angeklagten stehe "zweifelsfrei fest", erklärte die Vorsitzende Richterin Ute Baisch, als sie das Urteil "lebenslänglich" verkündete. Die Polizei hatte zuvor an den Tatorten in Magstadt (Kreis Böblingen) und Mörfelden-Walldorf (Kreis Groß-Gerau) DNS-Spuren des Angeklagten sichern. In beiden Fällen wurden Cruiser durch Kopfschuss getötet - in Magstadt traf es einen 30-Jährigen, in Mörfelden-Walldorf einen 70-Jährigen. Bei beiden Tatorten, die mehr als 180 Kilometer voneinander entfernt liegen, wurde die selbe Waffe benutzt. Die Polizei fahndete daraufhin intensiv nach dem Täter - unter anderem mit einem Beitrag in der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY - ungelöst". Nach dem zweiten Mord appellierten die Beamten an Cruiser in ganz Deutschland, besonders aufmerksam zu sein.

Das Gericht sah es auch als erwiesen an, dass der Frührentner auch für eine missglückte Messer-Attacke auf einen 62-jährigen Belgier in Freudenstadt verantwortlich ist (queer.de berichtete). Demnach hat der Angeklagte den Mann auf dem Marktplatz mit einem Klappmesser in dessen Geländewagen bedroht und ihm Schnittverletzungen an den Händen zugefügt. Der Mann konnte sich aber befreien. Dieser Überfall brachte die Polizei auf die Spur des Angeklagten, da sie aus der Bevölkerung Hinweise auf das Tat-Auto erhielt.

Da beim Angeklagten nach seiner Festnahme eine große Anzahl an Waffen und Masken gefunden wurde, hielt das Gericht den Angeklagten für sehr gefährlich und verhängte nach dem Verbüßen seiner Strafe Sicherungsverwahrung. "Er hat die fest eingewurzelte Neigung und wird sie immer wieder ausleben, wenn er die Gelegenheit bekommt", erklärte die Richterin.

Angeklagter schweigt - Hass auf Schwule Motiv?

Der Angeklagte hatte während des Verfahrens geschwiegen, deshalb konnte die Staatsanwaltschaft nur über seine Gründe spekulieren. Oberstaatsanwalt Albrecht Braun erklärte während des Prozesses, dass der 57-Jährige aus reiner Mordlust getötet habe, "aus Freude an der Vernichtung eines Menschen, als Zeitvertreib". Dem folgte die Richterin jedoch nicht - für das relativ seltene Motiv Mordlust reichten die Beweise nicht aus, auch wenn es viele Anhaltspunkte gebe.

Ein Fallanalytiker hatte im Oktober letzten Jahres ausgesagt, dass der Angeklagte seine Opfer wahrscheinlich aus Hass auf Homosexuelle ausgesucht hatte (queer.de berichtete). "Wir hatten den Eindruck, dass wir einen Täter hatten, der unzufrieden ist mit seinem Leben und sich in eine Art Sündenbockmentalität in ein Hassszenario hineingesteigert hat", sagte der Profiler damals.

Grund für die Wut des verheirateten Angeklagten könnte eine HIV-Infektion gewesen sein. Der frühere Postbeamte soll sich in den 1990er Jahren in Kenia mit dem Virus angesteckt haben, als er dort mehrfach fremdgegangen ist - einer der Frauen, mit denen er intim wurde, soll den Berichten zufolge ein biologischer Mann gewesen sein (queer.de berichtete). Die Richterin erklärte aber, dass die Infektion zu lange zurückliege, um Auslöser für die Taten zu sein. (dk)



#1 JoonasAnonym
#2 Avalon84Profil
#3 SchokiAnonym
#5 xapplexAnonym
  • 01.02.2012, 16:22h
  • Das Gericht hat auch die "besondere Schwere der Schuld" von Detlef "S." festgestellt. Damit ist eine Entlassung nach 15 Jahren ausgeschlossen. Gut so.
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#6 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 01.02.2012, 16:49h
  • Das schwulenverachtende Subjekt ist nun endlich hinter Schloß und Riegel und kommt nie wieder in Freiheit: ein gerechtes Urteil!
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#7 ArthasAnonym
#8 Avalon84Profil
  • 01.02.2012, 18:19hberlin
  • ja sry dass ich nicht von jedem fetisch ahnung habe bzw ihn ausübe. ich dachte zuerst cruising wäre ein dorf in bayern.
    btt: so sollte man jeden mörder behandeln.
    der alte sack hat seine homophobe ader nicht unter kontrolle gehabt. er gehört zu recht in den knast
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#9 DadoMucAnonym
#10 zorroboyAnonym