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Heben die Flugzeuge künftig ohne Transpersonen ab? (Bild: Paul's Best Shots / flickr / by-nd 2.0)

In Kanada schlagen Trans-Aktivisten Alarm, weil laut einer aktuellen Verordnung viele transsexuelle Passagiere eigentlich nicht auf Linienflügen mitfliegen dürften.

Die Debatte ins Rollen brachte die Bloggerin Christin Milloy, die aus den bereits im Juli 2011 in Kraft getretenen Sicherheitsbestimmungen zitiert. Darin heißt es, dass Personen nicht befördert werden dürfen, "wenn sie nicht das Geschlecht zu haben scheinen, das auf ihren Papieren angezeigt wird." Die bislang nicht beachtete Textstelle bedeute, dass transsexuellen Personen in Kanada Flüge unter Berufung auf diese Passage verweigert werden können.

Ein Sprecher des Verkehrsministeriums, das für diese Regelungen verantwortlich ist, erklärte am Dienstag, dass Transsexuelle nicht betroffen seien: "Wenn ein Passagier aus medizinischen Gründen nicht im Foto auf seinen Papieren aussieht, kann die Fluglinie diese Person mitreisen lassen, wenn sie ein ärztliches Attest vorlegt".

Kritik der Opposition


Abgeordneter Randall Garrison (NDP)

Politiker der stärksten Oppositionspartei im kanadischen Parlament, der sozialdemokratischen NDP, verurteilten die Haltung der Regierung scharf. "Das sieht nach einer Verletzung von Grundrechten aus", erklärte Randall Garrison, der NDP-Sprecher für schwul-lesbische Rechte. Er widersprach auch den Äußerungen aus dem Verkehrsministerium: "Viele transsexuelle Menschen sind präoperativ, das bedeutet, sie können gar kein ärztliches Attest vorlegen". Laut Garrison bestehe kein Grund für diese Regelung.

Bislang sind keine Fälle bekannt, in denen Transsexuellen der Zutritt zu Flugzeugen untersagt worden war. Bloggerin Milloy kritisiert insbesondere, dass Transpersonen sich nie sicher sein können, ob ihnen das Sicherheitspersonal die Flugreise untersagt: "Wir können keine Verordnungen akzeptieren, die Leute nach dem Eindruck über ihr Geschlecht beurteilen. Das ist inakzeptabel". Sie erklärte, dass die Regelung nicht aus Zufall kurz nach dem Wahlerfolg der Konservativen 2011 in Kraft traten. Die Tories konnten damals eine absolute Mehrheit gewinnen und mussten nicht mehr - wie zuvor - als Minderheitsregierung auf die Tolerierung der Opposition hoffen. Premierminister Stephen Harper beerdigte nach dem Sieg auch ein Antidiskriminierungsgesetz, das kurz vor den Wahlen noch eine Mehrheit im Parlament gefunden hatte. Es hätte jegliche Diskriminierung aufgrund von Geschlechtsidentität verboten.

Auch in anderen Ländern haben Transsexuelle Probleme mit Flugreisen. So ist es etwa in Deutschland noch immer schwierig, sein gefühltes Geschlecht im Pass eintragen zu lassen. Wenn das äußere Geschlecht nicht mit dem Eintrag im Reisepass übereinstimmt, führt das bei der Einreise in vielen Ländern - insbesondere im arabischen Raum - zu teils erheblichen Schikanen bis hin zur Einreiseverweigerung. Viele Länder liberalisieren jedoch ihre Transsexuellengesetze, so etwa Australien im vergangenen Jahr. Das Land bietet sogar die Möglichkeit an, im Reisepass das Geschlecht "X" für "unbestimmt" eintragen zu lassen (queer.de berichtete). (dk)



#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
#2 IchschreibwasAnonym
  • 01.02.2012, 19:54h
  • Soweit ich weiß, hat Australien die Möglichkeit ein "X" eintragen zu lassen aber inzwischen leider wieder zurückgenommen...
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#3 RobinAnonym
  • 01.02.2012, 22:56h
  • Das ist wirklich ein Skandal! Diese Diskriminierungen müssen endlich aufhören.

    Diese Leute müssen endlich kapieren, dass Homo-, Bi-, Trans-Rechte keine Almosen sind, die wir uns erbetteln müssen. Sondern das sind unsere RECHTE!!! Wenn man uns die nicht bald im Guten gibt, ist unsere Geduld zu Ende und wir nehmen uns, was uns zusteht...
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#4 SchokiAnonym
#5 Anja_Nadine
  • 03.02.2012, 01:23h
  • Antwort auf #4 von Schoki
  • Da gäbe es einiges, was man machen kann, was aber auch viel Eigeninitiative erfordert. Viele Gesetzespassagen wurden durch Grundsatzurteile geändert oder abgeschafft, nur durch die Klage eines Menschen und nem guten Rechtsbeistand.

    Aber auch der Zusammenschluß vieler Betroffener und die Demonstration der Anzahl der selbigen übt einen gewissen Druck auf die Gesetzesgebung und deren Vertreter aus.

    Petitionen zu unterstützen und auf den Weg zu bringen hat ebenfalls Erfolg, wenn er auch nicht unbedingt kurzfristig zu spüren ist.

    Nun ist das nicht unbedingt die Form von "nehmen", die du, bzw. Robin meinte, aber die Spielregeln der "Spielleiter" muss man schon einhalten.

    Mit der Geduld am Ende zu sein kann aber genau der Auslöser sein, an dem "Spiel" aktiv teilzunehmen und sich nicht nur, bzw. nicht länger darauf zu verlassen, das andere Leute das "Spiel spielen" und genau darin sehe ich oft das Problem, dass man sich in Puncto Rechte der sogenannten Randgruppen gern auf die aktiven "Spieler" verläßt, welche den Weg ebnen, damit ihn dann auch die Zuschauer des "Spiels" gehen können.
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#6 BastaEhemaliges Profil
  • 12.02.2012, 15:08h
  • (Bewusste) Diskriminierung kann man das wohl kaum nennen, es handelt sich wohl bloß um eine weitere Vorsichtsmaßnahme, wobei man "Ausnahmen" vermutlich schlicht nicht in Erwägung gezogen hatte. Da das Geschlecht allerdings nur ein seher schwaches Überprüfungsmerkmal darstellt, könnte man diesen Passus auch ganz streichen oder halt entsprechend erweitern.
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