Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?15882

Ralf König vor Comic: Rosa von Praunheim hat für seine Doku Weggefährten und Promis vor die Kamera geholt

"König des Comics" heißt eine Doku des Filmemachers Rosa von Praunheim über den Comiczeichner Ralf König, die auf der Berlinale uraufgeführt wird.

Von Carsten Weidemann

Ralf König ist einer der erfolgreichsten Comiczeichner Deutschlands. 1987 wurde er mit dem Comic "Der bewegte Mann" berühmt. Die Verfilmung mit Til Schweiger 1994 hatte über sechs Millionen Zuschauer. Er hat es geschafft, als Chronist des schwulen Alltags, auch in großes heterosexuelles Publikum zu begeistern.

Schamlos zeichnet König schwulen Sex in allen Variationen. Er zeigt mit viel Humor schwule Klischees, von der kreischenden Tunte, dem Lederkerl, der Kulturhusche, um sie im selben Moment zu widerlegen, indem er sie satirisch überzeichnet. Mit seiner Bibeltrilogie macht er sich über die Sexfeindlichkeit der katholischen Kirche lustig und mit mutigen Comics zum Islam zeigt er, dass er keine Angst vor Kontroversen hat.

Ralf Königs Lebensweg in 80 Minuten


Ralf König und Rosa von Praunheim auf der Anti-Papst-Demo in Berlin

Rosa von Praunheims neuester Film "König des Comics" zeigt den Lebensweg Ralf Königs, aufgewachsen in einem kleinen Dorf in Westfalen, bis hin zu seinen großen Erfolgen als Comiczeichner.

Ralf König wuchs auf dem Land auf, machte eine Tischlerlehre und begann schon früh zu zeichnen. Er zog in die Weltstadt Dortmund und trat dort in der Szene als Elvira Brunftschrei auf. 1981 kam sein erstes Buch in einem Pornoverlag heraus. In Dortmund entstanden Bücher wie "Der bewegte Mann", "Lysistrata" und "Das Kondom des Grauens", die ihn international berühmt machten. Er zog nach Köln und genoss alle sexuellen Freiheiten, die er dann in seinen Comics verarbeitete, zum Beispiel in seinem Buch "Bullenklöten", welches die bayerische Staatsanwaltschaft auf den Plan rief.

Persönlich still und bescheiden, lässt er in seinen Comics die Sau raus. Neben Walter Moers und Brösel gehört er zu den berühmtesten Comiczeichnern Deutschlands. In Praunheims Film bekunden Prominente wie Hella von Sinnen, Ralph Morgenstern und Joachim Król ihre Sympathie und ein Filmproduzent verkündet, dass vier seiner Comics fürs Kino geplant sind.

Der Film zeigt einen bescheidenen, zurückhaltenden Menschen


Das offizielle Plakat zum Film

Im vergangenen Jahr 50 Jahre alt geworden, ist Ralf König auf dem Höhepunkt seiner Schaffenskraft und begeistert sein Publikum mit Comiclesungen, in denen er seine Charaktere mit verstellter Stimme zum Leben erweckt. Der Film zeigt einen bescheidenen, zurückhaltenden Menschen, dessen Beobachtungsgabe die komischsten Situationen von uns allen entdecken lässt.

"Seltsam, das eigene Leben in 80 Minuten Revue passieren zu lassen", kommentiert Ralf König den Film auf seiner Homepage. "Natürlich fehlt vieles im Detail und mancher aufregende Mann (was nicht Rosas Versäumnis ist, er konnte ja nur das zeigen, was ich ihm zur Verfügung stellte). Aber ich denke, ihm ist ein authentisches Bild gelungen, unaufgeregt, reflektierend, aber durchaus die Hosen runter lassend konnte ich mit meinen 51 Jahren auf dieses und jenes zurückblicken: Kindheit, Pubertät, ungestümes Aufbegehren, peinliche Transenshows, Comics, Liebe, Leidenschaft... kurz: Sex und Karriere."

Als einen "Liebesfilm für Ralf" bezeichnete der ARD-Journalist Tim Lienhard die Doku in einem Brief an Rosa von Praunheim: "'Ich liebe Dich' als Schluss-Satz des Filmes, den sein attraktiver, sympathischer Freund eigentlich fast off-Kamera in Ralfs Ohr flüstert, setzt den Punkt, um den es in diesem Portrait geht."

Youtube | Der Trailer zum Film ist noch nicht fertig. Dieses Video gibt es eine Kostprobe aus einer Comic-Lesung von Ralf König
Termine

"König des Comics" wird im Rahmen der Berlinale an folgenden Terminen gezeigt: Fr, 10.2. um 22:30 Uhr im CineStar7, Mi, 15.2. um 17 Uhr im Kino International, Do, 16.2. um 22:30 Uhr im Cinestar7, Sa, 18.2. um 15:30 Uhr im Colosseum1. Offizielle Premiere ist am 22.2. , regulärer Filmstart in der Hauptstadt am 23.2., in allen anderen Städten erst am 1.3.


#1 FredAnonym
  • 05.02.2012, 16:00h
  • Meiner Meinung nach hat Ralf König dafür gesorgt das Klischeevorstellungen der Gesellschaft über Schwule bekräftigt und nicht beseitigt wurden.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 finkAnonym
  • 05.02.2012, 16:48h
  • die "3sat-kulturzeit" berichtet über ralf königs religionskritische comics. der beitrag ist auf youtube eingestellt. und was sagt youtube dazu?

    "Dieser Content enthält eventuell Material, das von der YouTube-Community gemeldet wurde und möglicherweise für manche Nutzer unangemessen ist."

    ich kapier's nicht.

    dagegen ist youtube aber doch hilfreich, um einen einblick in königs vorlesekünste zu bekommen. "mit verstellter stimme" ist hier ein wenig untertrieben.

    www.youtube.com/watch?v=7Xg8j3HvCyk
    www.youtube.com/watch?v=jO7Z6gZZfIA
  • Antworten » | Direktlink »
#3 MinkAnonym
  • 05.02.2012, 16:52h
  • Bei Königs Comix muss man über die überzogenen Archetypen der eigenen Communutiy lachen können - das kann leider nicht jede/r.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 Barny Anonym
#5 MariaRatzingerProfil
  • 05.02.2012, 17:19hMünster
  • Es ist fatal: Ralf König braucht fast sein ganzes Leben, um seine ekklesiogenen Neurosen aufzuarbeiten. Er ist auf dem Land katholisch sozialisiert und seine Zeichnungen sind der Versuch, dieser traditionellen religiösen Erziehung zu entkommen. Im Grunde genommen ist jedes seiner -oft sehr witzig und geistreich gemachten- Werke ein Stück Aufarbeitung.
  • Antworten » | Direktlink »
#6 finkAnonym
  • 05.02.2012, 17:44h
  • Antwort auf #5 von MariaRatzinger
  • fatal ist es wohl eher, dass viele menschen, die sich ecclesiogene störungen eingefangen haben, das nicht "bearbeiten", indem sie sich von diesem quatsch befreien, sondern indem sie andere mit in diesen unseligen psychostrudel hineinziehen.
  • Antworten » | Direktlink »
#7 traurigAnonym
  • 05.02.2012, 17:49h
  • Antwort auf #1 von Fred
  • du hast recht.
    sein problem war nicht das er klischees überzeichnet, sondern das er fast NUR klischees gebracht hat.

    ein film der einen klischeedrogendealer zeigt, ist ok und wird auch von ausländern mit humor genommen.
    aber wenn eine komödie nur überzogen ist und ausländer NUR als drogendealer oder ein anderes klischee über ausländer ( egal ob positives oder negatives klischees) darstellen würde, dann würde man den film zurecht als ausländerfeindlich und als versuch der klischeemanifestierung verurteilen.

    aber schwule darf man ausnahmslos so darstellen das die zuschauer denken:
    schwule wollen in wirklichkeit frauen sein ( das schwule=transen klischee, womit mal eben die homosexualität als sexuelle orientierung negiert wird) oder als lächerliche pseudoledertypen.

    der großteil der schwulen, die als mann einfach männer lieben, ohne eine tunte zu sein und ohne überzogen männlich sein wollen, werden nicht erwähnt und wenn dann nur als angeblich selbstverleugnende.

    dabei frag ich mich, ob keinem auffällt wie heterosexistisch diese klischees sind, denn die suggestion das ein part bei schwulen extrem "weiblich" sein muss ( ihm fast schon unterstellt wird eine frau sein zu wollen mit frauenkliedern etc.) und der andere part extrem "männlich" sei, ist ja die offen homophobe aussage das homos die heterosexualität imitieren und es in wirklichkeit keine wahre homosexualität gibt, denn einer von beiden wolle schliesslich insgeheim eine frau sein. und das ist das mieseste klischee, weil schwul nicht gleich trans ist!

    der junge der merkt das er sich zu anderen jungs hingezogen fühlt, (ohne! das er das gefühl hat er will lieber ein mädchen sein),
    sondern einfach sich als junge in einen jungen verliebt, kommt sich doch vor den kopf gestossen vor wenn ihm durch solche filme pauschal unterstellt schwule sind wandernde klischees...und das noch billigend in kauf genommen durch eine schwulen autor!

    ein bischen hat es könig später eingesehen und die negative wirkung von extremen klischeedarstellungen erkannt:

    "Comic-Zeichner Ralf König feierte mit seinem "Bewegten Mann" in den 1990ern auch im Mainstream-Kino Erfolge. Doch heute glaubt er, dass bestimmte Filme eher wieder für neue Schwulenfeindlichkeit sorgen. "In 'Traumschiff Surprise', wo eineinhalb Stunden lang nur drei Schwuchteln, unerträgliche Schwuchteln, durch den Weltraum flitzen. Als ich das gesehen habe, fühlte ich mich unangenehm erinnert an diese alten Detlef-Witze", so König. "Ich halte das für genauso schwulenfeindlich, verzerrend, und gefährlich."

    www.3sat.de/page/?source=/kulturzeit/themen/134425/index.htm
    l
  • Antworten » | Direktlink »
#8 its the economyAnonym
#9 GispardAnonym
  • 05.02.2012, 19:24h
  • Antwort auf #5 von MariaRatzinger
  • “Ralf König braucht fast sein ganzes Leben, um seine ekklesiogenen Neurosen aufzuarbeiten.”

    Und Praunheim erzählte als er 60 wurde, dass er beim Onanieren immer noch Schuldgefühle hat.

    Dann lieber Therapie als Aktivismus.
  • Antworten » | Direktlink »
#10 paren57Ehemaliges Profil
  • 05.02.2012, 21:36h
  • Was ist daran so schlimm? Ist doch bei den meisten Schriftstellern so, dass sie in ihren Werken eigene Traumata aufarbeiten. Das ist doch selbst bei einem Thomas Mann oder Leo Tolstoi oder Fjodor Dostojewski nicht anders. Und mal ganz ehrlich: Wer von uns geht denn wirklich unbefangen mit seiner schwulen Identität um? Es gibt doch immer wieder Momente, in denen man sich sagt, muss jetzt nicht sein, es den anderen auf die Nase zu binden.
  • Antworten » | Direktlink »