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Schwule und Lesben "kommen in die Hölle"

Homophobe Bücher bei Amazon



Beim Onlinebuchhändler Amazon ist es inzwischen kinderleicht, E-Books anzubieten. Das ruft in den USA auch homophobe Autoren auf den Plan, die unter dem Deckmantel der Religion Stimmung gegen Schwule und Lesben machen wollen. Diese Bücher sind für den Kindle-Reader auch im deutschen amazon.de zu erhalten. Ein besonders derbes Beispiel ist "LGBT Going To Hell", des Autors "A. Christian". Das Buch kostet hierzulande 89 Eurocent. Die Beschreibung sagt alles:

"LGBT Going To Hell" ist ein kleines, fundamentalistisch christliches Buch, das der schwul-lesbischen Szene deutlich machen will, dass sie in Sünde einen Lebenstil gewählt hat, der gegen Gottes heiliges Wort in der Bibel verstößt. Mit diesem Buch kann man keine Freunde gewinnen, es soll statt dessen Sünder aufrufen, Buße zu tun.

Bei amazon.de ist das Buch in der Kategorie "Christentum/Theologie" zu finden. Angesichts der Selbstmordserie unter schwulen Jugendlichen in den USA fragt man sich, warum der Online-Buchhändler hier nicht härter durchgreift. Ende letzten Jahres hat Amazon bereits einen Kalender aus dem Programm genommen, in dem sich ein "christlicher Karikaturist" über "schwule Memmen" lustig macht.

Dennoch sind nach wie vor mehrere homophobe Bücher bei Amazon erhältlich, die schon im Titel keinen Hehl aus ihrer Ausrichtung machen. Ein besonders niederträchtiges Beispiel ist "Gay Mommies Going To Hell", in dem krude Karrikaturen lesbische Elternpaare als Mannsweiber darstellen, die "das Leben ihrer Tochter ruinieren und am Ende in die Hölle kommen". Das Buch will "aufklären" über die "internationale Verschwörung des Lesbentums, die unsere wunderbaren Vereinigten Staaten vernichten soll".

Schon in der Einleitung zu dem Buch werden fast alle Klischees bedient, die sich ein aufrechter evangelikaler Christ ausdenken kann:

Hallo, mein Name ist Alexandra und ich bin acht Jahre alt. Meine Mami nennt mich Alex statt Alexandra. Sie sagt, ich soll mich nicht wie ein Mädchen verhalten, wenn ich es in dieser Welt schaffen will. Ihr könnt mich in dem Bild sehen, ich bin das kleine Mädchen, das finster dreinblickt.

Neben dem Text befindet sich folgendes Bild:



#1 finkAnonym
  • 06.02.2012, 15:08h
  • "internationale Verschwörung des Lesbentums, die unsere wunderbaren Vereinigten Staaten vernichten soll"

    hört sich super an. darf ich mitmachen?
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#2 I Ramos GarciaAnonym
  • 06.02.2012, 16:02h
  • warum so viele Leute an dieser Gesammheit von Luenisse & Falschheiten, die Bibel, glauben?
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#3 MaikAnonym
  • 06.02.2012, 16:14h
  • Homophobe Bücher gehören verboten und auf den Index, aber es gibt wichtigere Probleme als Bücher.
    Warum darf man gegen die USA bashen und gegen den Iran nicht. Ich mag beides nicht.
    Wie bei Religionen, gegen das Christentum zu sein findet ihr gut aber wenn man was gegen den Islam sagt ist man Faschist.
    Das stelle ich jetzt hier hin, weil bei Artikeln über den Islam früher oder später der Vorwurf des Faschismus gegen einzelne User fällt.

    Erst denken dann posten.
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#4 welt läufigAnonym
#5 SelemAnonym
  • 06.02.2012, 17:07h
  • Antwort auf #4 von welt läufig
  • Was lernen wir daraus? Wenn ein Mann als "echter Mann" mordet ist er ein Held.
    Breiviks Problem war also Hotel Mama, das ihn nie zum "echten Mann" hat werden lassen, alles klar Frau Cora Stefan...

    Frauen wie Cora Stefan sollen sich entscheiden was sie wollen, Gleichberechtigung oder ein reaktionäres Weltbild. Beides gleichzeitig geht nicht...Erst den Rollback herbeten und sich dann wundern wenn es in ein paar Jahrzenten wieder heisst: Frauen zurück an den Herd
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#6 ItchebAnonym
  • 06.02.2012, 17:08h
  • schwierige Gratwanderungen zwischen Meinungsfreiheit und Hetze ....

    Es ist m.E. ein Unterschied, ob man beleidigende und zu Gewalt aufrufende Materialen verbannt, oder ob man allgemeine Meinungsäußerung zulässt.

    Und sicher greift Meinungsäußerung auch mal auf Karikaturen zurück, die anderen nicht gefallen. Aber mal ehrlich: Das machen wir Schwule doch genauso mit diesen Meinungsäußerern.

    Ich hab das Ding nicht gelesen (und werde es auch sicher nicht), aber man sollte nicht alles pauschal verdammen, nur weil es nicht mit unserer Lebenseinstellung harmonisiert. Je dümmer jemand eine Meinung äußert, desto eher dient er unserer Sache.

    Und was Amazon angeht: Solange alles im Rahmen der "guten Sitten" bleibt, soll ein solcher Konzern nicht entscheiden, was die Welt lesen und kaufen darf. Sonst geht nachher der nächste Konzern hin und verbietet homoerotische Bildbände oder comming-out Literatur "als Anleitung zur Homosexualität" - dann würden wir auch auf die Barrikaden gehen.

    Wie gesagt: Ohne das Werk inhaltlich zu kennen: Schwierige Entscheidung.
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#7 MarekAnonym
  • 06.02.2012, 17:12h
  • Wie immer bei Amazon, Facebook, Google, Apple und all den anderen Internetkonzernen:
    selbst harmlose Homoinhalte werden sofort als anstößig, jugendgefährdend, etc. zensiert. Aber Homohass darf ungehindert verbreitet werden.
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#8 KathiGr
  • 06.02.2012, 17:31h
  • Antwort auf #3 von Maik
  • "Warum darf man gegen die USA bashen und gegen den Iran nicht. Ich mag beides nicht.
    Wie bei Religionen, gegen das Christentum zu sein findet ihr gut aber wenn man was gegen den Islam sagt ist man Faschist."

    Da stimme ich dir zu. Alle Religionen sind gleichermaßen scheiße. Länder-Bashing finde ich allerdings nicht gut. Man kann gerne auf bestimmte politische Strömungen in einem Land schimpfen oder auf Gesetze eines Landes, aber bitte nicht auf das Land als solches.
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#9 KathiGr
  • 06.02.2012, 17:41h
  • Antwort auf #6 von Itcheb
  • "Es ist m.E. ein Unterschied, ob man beleidigende und zu Gewalt aufrufende Materialen verbannt, oder ob man allgemeine Meinungsäußerung zulässt."

    Hier geht es aber um mehr als nur Meinungsäußerung. Solche Bücher dienen dazu, Vorurteile zu schüren und Heteroleute gegen uns aufzubringen, damit sie uns Gleichberechtigung zu verweigern.

    "Je dümmer jemand eine Meinung äußert, desto eher dient er unserer Sache."

    Das stimmt zwar. Der Schuss kann aber genauso gut nach hinten losgehen. Kommt halt immer auf den Grips des jeweiligen Lesers an. Und Leute, die freiwillig so einen Mist lesen, fühlen sich durch den Inhalt meistens nur noch in ihrer schlechten Meinung über LGBTs bestätigt.
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#10 Mullah v d AlmAnonym
  • 06.02.2012, 18:03h
  • Antwort auf #6 von Itcheb
  • Versuch doch einfach mal auf Youtube ein Video gelöscht zu bekommen, in dem direkt zum Mord an Schwulen aufgerufen wird. Ich wünsche viel Erfolg.
    Ich weiss ja nicht was du ansonsten in deiner Freizeit so tust, aber ich habe noch nicht zum Mord an Christen, nichtmal an Nazis aufgerufen, insofern kannst du dein "wir" an die gleiche Stelle verschieben, an die auch dein obskures Missverständnis zu "Meinungsfreiheit" hingehört.
    Zu Meinung gehört auch etwas das man früher mal Meinungsbildung nannte. Boshafte Lügen zur Diffamierung ganzer Bevölkerungsgruppen haben mit Meinung nicht das geringste zu tun, sondern sollten in einer Welt die mit Selbstbeschreibungen wie "Zivilisation" operiert und sich auf Rechtsstaatlichkeit beruft, als das benannt werden was sie sind: Straftatbestände irgendwo zwischen Hassrede und Volksverhetzung.
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