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Adrian Zaar hat Musik und Texte des Albums selbst geschrieben und arrangiert

Der Romantiker führt seine Musik aus den Achtzigern ins Hier und Jetzt.

Von Carsten Weidemann

Adrian Zaar liebt die Popmusik der achtziger Jahre. Daraus macht er auf seinem Debütalbum überhaupt keinen Hehl. Ihn begeistert die Verbindung aus musikalischer Selbstbeschränkung und weltumarmenden Melodien jener Zeit, die Dramatik, die sich aus diesem Spannungsfeld ergibt. Sie war es, die den jahrelang in Bands aktiven Vollblutmusiker und -sänger dazu brachte, bei der Umsetzung seiner selbst komponierten Songs auf herkömmliche Instrumente weitestgehend zu verzichten.

Der geborene Schweizer Adrian Zaar spricht zu uns in Worten, die sich nicht bescheiden. Die von Liebe und großen Gefühlen zu erzählen wissen, und dennoch den verminten Bereich im Grenzgebiet zum verpönten Schlager so leichtfüßig durchwandern, dass man fast dem Eindruck erliegt, man könne sich in der Popmusik der deutschen Sprache genauso unbedarft bedienen, wie der englischen. Dabei liegt Zaars Leistung - lyrisch wie musikalisch- eben genau darin, etwas so diffiziles, wie den hundertfach wiederbelebten Synthiepop der Achtziger und deutschsprachige Poplyrik abseits plakativer Slogans und schmalzigem Kitsch so selbstverständlich und originär klingen zu lassen, als wäre da überhaupt nichts dabei.

Adrian Zaar ist bekennender Romantiker


Albumcover: Zaar zitiert den Charme der Neuen Deutschen Welle, lässt ihre Albernheiten aber außen vor

Kein Song auf dem Album, das nur seinen Namen"Adrian Zaar" trägt, verkörpert das mehr, als die Single "Warten", ein hochinfektiöser Ohrwurm, der einen Großteil seines Potenzials - wie so viele von Zaars Songs - aus dem Kontrast zwischen der dezent unterkühlten Musik und der schwärmerischen Romantik eines klassischen Lovesongs bezieht.

Da besteht kein Zweifel: Adrian Zaar ist bekennender Romantiker. Keiner von der Sorte, die auf der Suche nach der blauen Blume entlang rauschender Bergbäche wandern, sondern einer, der den Kuss im flackernden Licht einer Neonreklame zu schätzen weiß. Ein Bild, dass seit NDW-Zeiten kaum jemand mehr so mitreißend vertont hat wie er. Und so berührend. Möglicherweise deshalb, weil es Zaar gelungen ist, die Unbedarftheit und den Charme der Neuen Deutschen Welle zu zitieren, ihre Albernheiten und muffigen Schlagerzitate aber geschickt außen vor gelassen hat. An deren Stelle tritt bei Adrian Zaar eben jene zwischen Kälte und Wärme, Minimalismus und großer Geste oszillierende Großstadtromantik und führt seine Musik aus den Achtzigern ins Hier und Jetzt - wo sich diverse befreundete und von seinen Songs begeisterte Remixer auf deren Bitten hin ganz ohne Vorgaben daran austoben durften.

Spätestens das auf der Bonus-CD dokumentierte Ergebnis macht deutlich, wie modern und dennoch zeitlos dieses Album in Wahrheit ist: Zaars Songs verlieren auch im angesagten Clubsound nichts von ihrem Zauber.

Youtube | Kostprobe aus dem Album: Musilvideo zum Song "Warten"