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Das Gesetz soll die Zahl von Adoptionen durch Homosexuelle reduzieren (Bild: nerdcoregirl / flickr / by-sa 2.0)

Ein Gesetz aus Virginia entsetzt Homo-Aktivisten und das Weiße Haus: Dort dürfen Adoptionsvermittlungen künftig aus religiösen Gründen Homo-Paare ablehnen.

Das Gesetz ist am Donnerstag im Senat mit 22 gegen 18 Stimmen verabschiedet worden. Bereits letzte Woche hatte das Repräsentantenhaus den Entwurf mit 71 zu 28 Stimmen verabschiedet. Alle Republikaner und einige Demokraten stimmten in beiden Häusern für den Entwurf. Der republikanische Gouverneur Bob McDonnell hat bereits angekündigt, das Gesetz unterschreiben zu wollen. Ein ähnliches Gesetz war zuvor in North Dakota beschlossen worden.

Die Neuregelung nimmt Homosexuelle, die adoptieren wollen, ausdrücklich von den Antidiskriminierungsrichtlinien aus. Private oder kirchliche Adoptionsvermittlungen dürfen demnach Homo-Paare wegen "religiösen oder moralischen Überzeugungen" ablehnen. Die Republikaner argumentierten, dass dadurch die Religionsfreiheit und das Interesse der Kinder gewahrt bleibe.

Gegner argumentieren, dass die neue Regelung lediglich die Rechte von Homosexuellen einschränken solle: "Das Gesetz richtet sich besonders gegen junge Schwule, Lesben und Bisexuelle, die besonders oft auf ein neues Zuhause warten. Jetzt wird den Adoptionsvermittlungen erlaubt, diese an Eltern abzugeben, die Homosexualität grundsätzlich ablehnen", erklärte der demokratische Senator Adam Ebbin, der einzige offen schwule Abgeordnete in Virginia.

Auch das Weiße Haus, das sich sonst selten zu regionalen Gesetzesinitativen äußert, kritisierte den Entwurf aus Virginia: "Der Präsident weiß, dass Adoptionsfamilien sehr verschieden sein können und dass wir erreichen müssen, dass möglichst alle Kinder qualifizierte Bezugspersonen erhalten", erklärte Obama-Sprecher Shin Inouye.

25 Prozent der Waisenkinder wächst in Heimen auf

Die Kinderschutzorganisation Child Welfare League of America kritisierte das Gesetz ebenfalls: "Diese Kinder mussten schon so viel durchmachen", erklärte Christine James-Brown, die Vorsitzende des Vereins. "Es ist grausam, dass man ihnen ein sicheres Zuhause in einer qualifizierten Familie verweigert, weil die religiösen und moralischen Ansichten anders sind als die einer Adoptionsvermittlung." Die Gruppe "Childrens Rights" schätzt, dass mehr als ein Viertel der Waisenkinder in Virginia in Heimen und nicht in einer Familie aufwächst. Diese Kinder, so die Organisation, würden später mit weit höherer Wahrscheinlichkeit an psychischen Krankheiten leiden oder kriminell werden als Kinder, die in Familien untergebracht werden. Es gibt mehreren Studien zufolge "keine signifikanten Unterschiede" zwischen Adoptivkindern, die bei Homo- oder Heteropaaren aufwachsen (queer.de berichtete).

Besondere Lobbyarbeit für die Gesetzesänderung hat die katholische Kirche geleistet, die auch in anderen US-Bundesstaaten gegen Homo-Rechte vorgeht. So schloss die Kirche in Washington D.C. einen Sozialdienst für Pflegekinder, weil die Stadt die Ehe für Schwule und Lesben geöffnet hatte (queer.de berichtete). Auch hatte die Kirche damit gedroht, Obdachlosenheime zu schließen, wenn das Parlament homofreundliche Gesetze verabschiedet (queer.de berichtete).

In den USA ist die gesetzliche Lage dennoch besser als in Deutschland, wo Adoptionen durch gleichgeschlechtliche Paare generell verboten sind. Lediglich die Stiefkindadoption ist möglich, also die Adoption des leiblichen Kindes des Partners. Auch Einzelpersonen dürfen adoptieren, es hat allerdings viele Nachteile für das Kind, wenn nur ein Partner eines gleichgeschlechtlichen Paares diesen Schritt wagt: So ist es mit einem seiner Elternteile nicht verwandt, was bei Erbschaften zu höheren Steuern führt oder beim Tod des Adoptivelternteiles zu rechtlicher Ungewissheit. (dk)



#1 Timm JohannesAnonym
  • 10.02.2012, 14:28h
  • Da Queer-Autoren bekanntlich gerne nur negative Meldungen aus dem Sektor Religion melden und niederschreiben, wird dann hier zumindest im Forum das Thema immer wieder zurechtgerückt. Es ist typisch, dass die Queer beispielsweise folgende Meldung nicht in deutscher Sprache berichtet:

    *
    www.advocate.com/News/Daily_News/2012/02/09/Md_Religious_Lea
    ders_Want_Marriage_Equality


    Da ist selbst die us-amerikanische Advocate neutraler und berichtet sowohl die negativen als auch positiven Meldungen aus dem Sektor Religion. Schade liebe Queer-Autoren Ihr berichtetet religionsthematisch sehr einseitig und das ist mir schon seit Jahren bei Euch aufgefallen.
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#2 Cat12Profil
#3 Lapushka
  • 10.02.2012, 14:58h
  • "Die Republikaner argumentierten, dass dadurch die Religionsfreiheit und das Interesse der Kinder gewahrt bleibe. "

    Das ist so lächerlich. Damit wird ja suggeriert dass alle Staaten/Länder die was auf Homosexuellenrechte geben, auch was das Erlauben von Regenbogenfamilien angeht, Kinderquäler sind.
    Ich finde, Religionsfreiheit sollte nur dann gelten, wenn man mit seiner Religion keinen Einfluß auf Dritte ausüben kann/darf.

    Und wenn das Interesse der Kinder gewahrt werden soll, wie kann es dann sein, dass den Adoptionsbehörden überhaupt eine Wahl gelassen wird?
    Wenn es so wichtig für die Kinder wäre, müsste Adoption durch Homosexuelle doch komplett verboten sein und nicht nur wenn einer religiös ist.
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#4 Johannes OeschAnonym
  • 10.02.2012, 16:31h
  • Wo wäre das Problem, wenn es in solchen weltanschaulichen oder religiösen Dingen einen liberalen Pluralismus gäbe mit verschiedenen Institutionen, die parallel tätig sind? Wo wäre das Problem, wenn Katholiken sich auf Wunsch an römisch-katholische Agenturen wenden können? Wo wäre das Problem, wenn LGBT-Leute sich auf Wunsch an bunte Agenturen wenden können? Wo wäre das Problem, wenn religiös und weltanschaulich unmusikalische Leute sich an staatliche Agenturen wenden können?
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#5 panzernashorn
  • 10.02.2012, 16:57h
  • Dass die katholische Obersekte hier wieder ihre Finger im Spiel hat, war doch so klar wie das sprichwörtliche "amen" innerhalb ihrer Mummenschanzaktivitäten.

    Wie ich schon an anderer Stelle schrieb, ist das
    Wahngespinst Religion mit all seinen Irrlehren die entsetzlichste, furchtbarste und dabei überflüssigste Geißel der Menschheit und wird wiederum als Legitimation für die unmenschlichen Verbrechen an Bürgern, in diesem speziellen Fall an juristisch praktisch wehrlosen Kindern und Heranwachsenden, zugrunde gelegt.

    Diese ganzen unmenschlichen, realitätsfremden und egoistischen Irrlehrenfanatiker und verklemmten Spitzenrockträger mitsamt allen ihren Helfershelfern müssten mit der Peitsche aus den Städten getrieben werden, zumindest sollten sie an einem sicheren Ort - wohlbehütet von auf solcherlei Erkrankung spezialisierten Menschen - davor gehindert werden, mit ihrem unseligen, menschenverachtenden Einfluss das Leben Unschuldiger zu behindern oder gar zu zerstören.

    Weg mit diesen ewiggestrigen Verbrechern!
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#6 TadzioScot
  • 10.02.2012, 19:56h
  • "Ein Gesetz aus Virginia entsetzt Homo-Aktivisten und das Weiße Haus: Dort dürfen Adoptionsvermittlungen künftig aus religiösen Gründen Homo-Paare ablehnen."

    Und dies zeigt, wie recht ich habe, wir Schwulen sollten uns nicht zu sicher fühlen.

    Die Herrschenden entscheiden was wir dürfen und was nicht. Und diese Entscheidung schwankt immer nach IHREN gutdünken.

    Was heute Legal ist,
    ist morgen Illegal
    und umgekehrt...

    Wie ich woanders schon schrieb, vor Hitler wollte man beispielsweise in der BRD den §175 abschaffen, dank Marknus Hirschfeld und Co, doch dann kam Hitler und sein Deutsches Volk, und aufeinmal änderte sich der Wind.

    Aus dem Wind wurde Sturm.
    Und dieser Sturm stürmte
    wie der Stürmer
    bis in die 1994er Jahre...

    Er schwächte sich halt nach und nach ab... Aber... Dieser Sturm, diese Feuer (wo auch immer) kann leider immer wieder aus's
    neue von unseren Feinden entfacht werden...

    Denn die Feinde um uns herum
    sind (leider) immer da...
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#7 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 10.02.2012, 20:03h
  • Das Gesetz ist ein Rückschritt und was hat Religion als Entscheidungskriterium bei der Kinderadoption von Schwulen und Lesben zu suchen???
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#8 BC Anonym
  • 11.02.2012, 10:44h
  • "[...] Auch hatte die Kirche damit gedroht, Obdachlosenheime zu schließen, wenn das Parlament homofreundliche Gesetze verabschiedet [...]."

    Mal von all' den Meinungsverschiedenheiten abgesehen, soll mir die Kirche doch bitte mal erklären, welche Logik dahinterstehen soll, Obdachlosenheime zu schließen, wenn es "homofreundliche Gesetze" geben soll! Ich sehe keine andere als Erpressung und Erpressung ist nun alles andere als christlich bzw. humitär...
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#9 panzernashorn
#10 stromboliProfil
  • 11.02.2012, 18:34hberlin
  • Antwort auf #4 von Johannes Oesch
  • Als erstes: wieso werden kinder überhaupt in die verantwortung von ausgewiesenen religiösen gegeben?
    Und warum lässt der staat , trotz den schrecklichen erfahrungen mit religiösen waisenhäusern, immer noch diese missgeburten an die hilflosen kinder ran?
    Hier müsste schon der schnitt gemacht werden: der staat, egal wo, hat die alleinige verantwortung für das wohl elternloser kinder zu gewährleisten, also auch die unterbringung und versorgung der kinder mit zukünftigem elternersatz!

    Nur weil die religionen sich anbiedern, um so den anschein von nächstenliebe zu verbreiten.. wir wissen doch um ihre eigentlichen ziele: bevormundung, beeinflussung und vereinnahmung von heranwachsenden.
    Geistiger missbrauch, getarnt alks missionsarbeit!
    Und der ist ebenso beschämend und ungeheuerlich, wie der körperliche!
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