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Präsidentschaftswahl in Frankreich

Sarkozy gegen Ehe-Öffnung


Nicolas Sarkozy geht auf traditionelle Wähler zu, um auch Anhänger der Front National zu überzeugen (Bild: World Economic Forum / flickr / by-sa 2.0)

Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy hat angekündigt, dass er bei seiner Wiederwahl die Ehe-Öffnung weiter verhindern werde - sein sozialistischer Kontrahent spricht sich dagegen für die Gleichstellung aus.

Sarkozy stellte im Gespräch mit dem Magazin der regierungsfreundlichen Tageszeitung "Le Figaro" seine konservativen Glaubenssätze in den Fragen der Sterbehilfe, der Ausländerpolitik und der Homo-Ehe heraus: "In diesen unruhigen Zeiten braucht unsere Gesellschaft Bezugspunkte. Ich denke nicht, dass wir das Bild der Ehe als wichtige gesellschaftliche Institution verwischen sollten", erklärte der Präsident.

Eine Ehe-Öffnung würde auch "die Tür öffnen" zu einem Adoptionsrecht für Homo-Paare, das er als Präsident ablehne. Eingetragene Partnerschaften seien mit Sarkozy ebenfalls nicht zu machen, da es verfassungswidrig sei, diese nur Homosexuellen anzubieten. Außerdem würde dieses Konzept die Ehe "untergraben".

Derzeit dürfen Schwule und Lesben in Frankreich einen zivilen Solidaritätspakt (PACS) schließen, der auch Heterosexuellen offensteht. Diese 1999 eingeführte Partnerschaft enthält inzwischen viele Rechte der Ehe, aber kein Adoptionsrecht. Sie kann ohne großen Aufwand wieder aufgelöst werden und wird deshalb hauptsächlich zu über 90 Prozent von Heterosexuellen geschlossen, die noch nicht heiraten wollen.

Dreikampf im ersten Wahlgang


Der sozialistische Kandidat François Hollande will Schwule und Lesben gleichstellen (Bild: Guillaume Paumier / flickr / by-sa 2.0)

Sarkozy hat bislang noch nicht offiziell seine Kandidatur für die Präsidentschaftswahl am 22. April bekannt gegeben, gilt jedoch als wahrscheinlichster konservativer Kandidat. Mit dem Sozialisten François Hollande steht bereits sein wichtigster Kontrahent fest. Hollande hat sich bereits bei den Vorwahlen für die Gleichstellung von Schwulen und Lesben im Eherecht ausgesprochen: "Es gibt keinen Grund mehr, warum wir immer noch zwischen hetero- und homosexuellen Paaren unterscheiden", sagte der 57-Jährige. Bereits vor fünf Jahren hatte sich die damalige sozialistische Kandidatin Ségolène Royal für die Öffnung der Ehe ausgesprochen (queer.de berichtete). Sie kam aber in der Stichwahl nur auf 47 Prozent der Stimmen, Sarkozy erreichte 53 Prozent.

Umfragen zufolge würde Hollande im ersten Wahlgang derzeit 29,5 Prozent der Stimmen erhalten, Sarkozy 24,5 Prozent. Die homofeindliche Rechtsextremistin Marine Le Pen (Front National) käme auf 19 Prozent und würde als Drittplatzierte die Stichwahl am 6. Mai nicht erreichen. Ihre Kandidatur steht allerdings noch nicht fest, da sie noch nicht alle formalen Bedingungen erfüllt hat. (dk)



#1 mezzoAnonym
  • 10.02.2012, 15:13h
  • Aha: Eingetragene Partnerschaften seien mit Sarkozy ebenfalls nicht zu machen, da es verfassungswidrig sei, diese nur Homosexuellen anzubieten. Es ist aber nicht verfassungswidrig die Ehe Homosexuellen Paaren vorzuenthalten.......
    Sehr seltsame Erklärung die da gegen eingetragene Partnerschaften spricht......
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#2 Geert WildersAnonym
  • 10.02.2012, 15:22h
  • Dafür wird ihn die Tochter des evangelischen Pastors Horst Kasner aber arg loben.
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#3 OliHAnonym
  • 10.02.2012, 16:25h
  • Das ist einer der vielen Gründe, weshalb sich eine deutsche Regierungschefin nicht in den französischen Wahlkampf einzumischen hat. Für viele Franzosen geht es eben nicht nur um Fiskalpolitik. Es gibt noch viele andere Bereiche. Nur weil Sarkozy in einem, wenn auch wichtigen Punkt, deutschen Interessen entgegenkommt, haben wir uns dort noch lange nicht einzumischen.

    Das dürften viele Franzosen genauso sehen. Frau Merkels Handels in dieser Sache ist schlicht beschämend für Deutschland.
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#4 ArthasAnonym
#5 JoelAnonym
  • 10.02.2012, 17:38h
  • Bin ich froh, daß dem Sar-kotze, die Ehe so heilig ist. Er hat ja nie eine andere Frau angeschaut und ist seit Kindesbeinen mit derselben Frau verheiratet. Ganz ordentlich und seine Bruni ging auch jungfräulich in die Ehe. So muß das sein! Nix hier mit Schwulen und schlampigen Verhältnissen. Hoffentlich schubst irgendwer den Typen zusammen mit der Merkel beim nächsten Treffen in Deauville ins ganz tiefe Wasser.
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#6 MariaRatzingerProfil
  • 10.02.2012, 17:49hMünster
  • Frankreich hat durch dieses unsägliche PACS selbst die heterosexuelle Ehe untergraben. Wenn es zwei Formen von Ehen (für Heteros) gibt, einmal die traditionelle Ehe und daneben das PACS, was nichts anderes ist, eine eine "Ehe light", dann gehen völlig falsche Signale an junge Menschen aus. Warum sollten sich junge Menschen dann überhaupt noch in einer klassischen Ehe fest binden? Dieses PACS zersetzt die Gesellschaft mehr, als wenn man die klassische Ehe auch für Schwule und Lesben öffnen würde.
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#7 TadzioScot
#8 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 10.02.2012, 20:01h
  • Und das sagt einer, der einen Auslandsaufenthalt der Geburt seiner Tochter vorzieht - unmöglich!
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#9 daVinci6667
  • 10.02.2012, 20:04h

  • Wenn Marine Le Pen die noch fehlenden nötigen Unterschriften tatsächlich nicht zusammen bekommt, sieht es zur Zeit nicht schlecht aus für François Hollande. Sarkozy ist einer der unbeliebtesten Präsidenten bisher. In Fessenheim, dem AKW nahe der Grenze zu Deutschland und der Schweiz, hat er im übrigen Pro AKW Stellung bezogen, Hollande dagegen. Wäre es eurer Merkel mit dem abgekündigten Atomausstieg ernst, müsste sie Hollande unterstützen!
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#10 SebiAnonym
  • 10.02.2012, 20:30h
  • Ich hoffe, die Franzosen wählen keinen Kandidaten, der die Eheöffnung weiterhin ablehnt.

    Wenn die Ehe in Frankreich geöffnet würde, wäre das das bisher größte EU-Land. Das wäre nicht nur ein Gewinn für alle Franzosen (auch die Heteros), sondern würde EU-weit viele Steine ins Rollen bringen.
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