Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?15917

Der in Derby verteilte Flyer

Drei Muslime sind in England zu bis zu zwei Jahren Haft verurteilt worden, weil sie auf Flyern die Einführung der Todesstrafe für Schwule gefordert hatten.

Eine Jury im Strafgericht der nordenglischen Stadt Derby hatte die 28 bis 42 Jahre alten Männer bereits im Juni schuldig gesprochen, weil sie Hass gegen Homosexuelle geschürt hätten (queer.de berichtete). Zwei weitere Angeklagte wurden damals freigesprochen.

Der Anführer der Gruppe wurde nun am Freitag vom Richter zu zwei Jahren Haft verurteilt, die anderen beiden Männer erhielten jeweils 15 Monate. Grundlage für die erste Verurteilung dieser Art ist ein Gesetz vom März 2010, das Hetze aufgrund der sexuellen Orientierung ausdrücklich unter Strafe stellt. Die Männer hätten bis zu einer Höchststrafe von sieben Jahren Haft verurteilt werden können.

Grenzen der freien Meinungsäußerung

Richter John Burgess sagte, die Männer hätten die Absicht gehabt, in einer friedlichen Community Hass zu säen. Die Angeklagten hatten 2010 kurz vor einer CSD-Veranstaltung im Umfeld einer Moschee Flugblätter mit dem Titel "The Death Penalty?" verteilt und diese auch in umliegende Briefkästen geworfen. Auf dem Flyer war eine aufgehängte Holzpuppe zu sehen.

Dazu war unter anderem zu lesen, dass gleichgeschlechtlicher Sex eine schwere Sünde sei, für die man in die Hölle komme. Weiter hieß es, dass Allah die "Vernichtung" dieser bösen Menschen erlaube. Es sei dem Staat lediglich freigestellt, ob Schwule und Lesben gehängt, verbrannt oder gesteinigt werden sollen.

Im Prozess hatten die Angeklagten zugegeben, die Flyer verteilt zu haben. Sie stritten aber ab, dass diese im Sinne des Gesetzes Homosexuelle bedrohten und beriefen sich auf das Recht auf freie Meinungsäußerung. Einer der Männer erklärte vor Gericht: "Es war meine Pflicht als Muslim, das Wort Gottes zu verbreiten, auch über Homosexualität. Auf dem Flyer sind nur historische Tatsachen zu lesen und Zitate aus dem Koran."

In seinem Urteil sagte Richter Burgess, die Meinungsfreiheit sei ein hohes Gut. Das Parlament habe dies bereits berücksichtigt, als es die neue Volksverhetzungsregelung einführte. In britischen Medien lobten Homo-Aktivisten und die Einwohner von Derby das Urteil, darunter auch Muslime. (nb)



#1 SebiAnonym
  • 10.02.2012, 20:26h
  • Bravo!

    Freiheitsrechte wie die freie Rede finden da ihre Grenzen, wo andere in ihren Freiheiten eingeschränkt werden.

    Hetze gegen andere oder sogar Aufrufe zu Gewalt und Mord haben nichts mit freier Rede zu tun und haben in Demokratien nichts zu suchen.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 genervtAnonym
  • 10.02.2012, 21:23h
  • Zählt Religionsfreiheit eigentlich mehr als Menschenrechte?
    Wenn ja, könnte ich mir doch theoretisch einen dieser Männer als Sklaven halten, sobald er aus dem Gefängnis rauskommt und es mir gelingt, ihn zu entführen oder nicht?
    Denn schliesslich erlaubt die Bibel Sklaverei ausdrücklich, sofern der Sklave aus einem anderen Land kommt und das tut er ja.

    Mich würde interessieren, wo genau die Grenze von Religionsfreiheit gezogen wird.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 Geert
#5 genervtAnonym
  • 10.02.2012, 23:20h
  • Antwort auf #3 von Geert
  • Es ist irrelevant, welche Religion.
    Ich möchte wissen, wie genau Religionsfreiheit und die Grenze selbiger definiert sind.

    Ich habe mich nur gefragt, ob diese Männer wohl mit der Sklavenhaltung einverstanden wären bzw. damit, dass der Staat sie nicht davor schützt, weil der Sklavenhalter sich auf Religionsfreiheit beruft und die ja geschützt werden muss.
    Der Grund warum ich in dem Beispiel das Christentum als "Täter" benutzt habe, ist einfach der, dass mir das als erstes eingefallen ist. Ist nunmal die am meisten verbreitete Religion.

    Wenn bei Sklaverei Menschenrechte wichtiger sind, wieso dann nicht bei religiös bedingter Todesstrafe?
  • Antworten » | Direktlink »
#6 RuoniAnonym
#7 FoXXXynessEhemaliges Profil
#8 RobinAnonym
  • 11.02.2012, 11:29h
  • "
    Weiter hieß es, dass Allah die "Vernichtung" dieser bösen Menschen erlaube. Es sei dem Staat lediglich freigestellt, ob Schwule und Lesben gehängt, verbrannt oder gesteinigt werden sollen.
    "

    Was für ein Weltbild...

    Schön, dass denen gezeigt wurde, dass der Staat und die Gesellschaft das nicht tolerieren. Wenn ihnen das nicht passt, steht es ihnen frei, in ein anderes Land zu gehen.
  • Antworten » | Direktlink »
#9 remixbeb
  • 11.02.2012, 13:04h
  • ich hab selbst einen Migrationshintergrund und zu einem großen Teil auch muslimische Freunde (unter anderem auch mein Partner). Trotzdem hört meine Toleranz bei so etwas auf. Wenn Migranten in eine Gesellschaft kommen, wo ihnen Gesetze oder Lebensweisen nicht passen, sollen sie eben in die Gesellschaft (das Land) gehen, welches ihnen entspricht, zumindest wenn es um die Diskriminierung von Menschen geht.
  • Antworten » | Direktlink »
#10 marcAnonym
  • 11.02.2012, 16:28h
  • aufpassen mus man auch in deutschland vor homophoben ausländern. es haben türkische politiker ernsthaft gefordert das deutsche türkisch lernen sollen. integration schön und gut nur klappt sie bei vielen moslems nicht
  • Antworten » | Direktlink »