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Neues Motto in Stuttgart

"Gleichbeschäftigt" zum CSD


CSD-Gesamtleiter Christoph Michl will mit dem Motto Schwule und Lesben ermutigen, am Arbeitsplatz keine Versteckspielchen zu betreiben (Bild: CSD Stuttgart)

Mit einer neuen Wortschöpfung will der CSD Stuttgart auf die noch immer anhaltende Diskriminierung von Schwulen und Lesben am Arbeitsplatz aufmerksam machen.

Die CSD-Organisatoren in Stuttgart haben am Sonntag ihr neues Motto vorgestellt: Mit "gleichbeschäftigt" soll ins Zentrum der Diskussion um die schwul-lesbische Gleichberechtigung ein Thema gerückt werden, welches oftmals nur am Rande gestreift wird: Homosexualität am Arbeitsplatz. "Nehmen wir den CSD im Sommer zum Anlass, die Scheuklappen abzulegen. Hören wir den Menschen zu, die gerne ohne Versteckspiel leben wollen", fordert CSD-Gesamtleiter Christoph Michl.

Schwule und Lesben am Arbeitsplatz müssten oft mit "Versteckspielen, Halbwahrheiten bis hin zum Doppelleben" ihre sexuelle Orientierung verbergen, beklagen die Organisatoren. Sie verweisen dabei auf eine Studie der Universität Köln aus dem Jahr 2007, die die Job-Diskriminierung in Deutschland untersucht hat. Demnach verschweigt die Hälfte der Befragten ihre Homosexualität am Arbeitsplatz, drei Viertel haben schon einmal Diskriminierungserfahrungen gemacht (queer.de berichtete). Hätten Schwule, Lesben oder Transsexuelle ein Coming-out am Arbeitsplatz, würden sie oft nur auf ihre Sexualität reduziert.

Mut für Schritt an die Öffentlichkeit gefordert

"Zwei Botschaften wollen wir damit verbunden wissen", erläutert Michl das Konzept. "Erstens: Homosexualität steht nicht in Zusammenhang mit der Berufswahl. Den typischen schwulen oder lesbischen Beruf gibt es schlicht nicht. Zweitens: Wir wollen Homosexuellen, die sich noch immer verstecken (müssen), mit dem CSD-Leitthema Mut machen, über den Schritt aus dem Schrank an die Öffentlichkeit nachzudenken und ihn gegebenenfalls auch beherzt zu tun."

Auch auf anderen CSDs wird die Gleichbehandlung in anderen gesellschaftlichen Bereichen gefordert. So hat unlängst der CSD Karlsruhe sein Motto "Liebe. Mit Recht" vorgestellt. Der CSD Hamburg will sich 2012 das Thema Gleichbehandlung im Eherecht auf die Fahnen schreiben und fordert: "Nach den Pflichten jetzt die Rechte". Beim CSD München wollen die Organisatoren mit "Fight for global rights - Solidarität kennt keine Grenzen" auf die Verfolgung von Schwulen und Lesben im Ausland hinweisen. Der CSD Berlin erinnert dagegen an den wegen Homosexualität verurteilten Mathematiker Alan Turing, dessen Rehabilitierung die britische Regierung erst vergangene Woche abgelehnt hatte (queer.de berichtete). Das Motto in der Hauptstadt lautet: "Wissen schafft Akzeptanz". (dk)



#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
#2 Geert
  • 13.02.2012, 14:00h
  • "Hätten Schwule, Lesben oder Transsexuelle ein Coming-out am Arbeitsplatz, würden sie oft nur auf ihre Sexualität reduziert. "

    Das ist doch immer so! Das Leben von Schwulen ist ein ständiges Coming Out, bis ins hohe Alter hinein. Und jedesmal kommt der fragende Blick der Heteros: "Wie machen die beiden das? Wer fickt wen?". Das wird natürlich nicht ausgesprochen, aber man kann ihnen diese Frage an der Nasenspitze ansehen....

    Wie soll man das ändern? Die Kollegen, die tagsüber am Arbeitsplatz sitzen, sind abends die Nachbarn. Was will man da aufklären?
    Durch diese neue Wortschöpfung wird sich überhaupt nichts ändern.
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#3 Schöne WorteAnonym
#4 nagardAnonym
  • 13.02.2012, 15:00h
  • Antwort auf #3 von Schöne Worte
  • Der Präsident des Bundesverfassungsgerichts Andreas Voßkuhle warnt, "Expertokratie", wie sie in Griechenland und Italien bereits praktiziert und auch für andere Staaten diskutiert werde, sei bekanntlich "das Gegenmodell zum Parlamentarismus": "Es wäre tragisch und geradezu fatal, wenn wir auf dem Weg zur Rettung des Euro und zu mehr Integration die Demokratie verlieren."
    (Andreas Voßkuhle: Über die Demokratie in Europa; Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.02.2012)
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#5 finkAnonym
  • 13.02.2012, 17:10h
  • ich liebe den csd stuttgart.

    das ist genau die richtige mischung aus partyspaß und politischem anspruch. hier sieht man, dass beides einander nicht ausschließen muss, sondern perfekt ergänzen kann.

    das stuttgarter team schafft es immer wieder, aktuelle themen richtig zu setzen, gute slogans zu finden (okay, dieses jahr ist er mal nicht so originell) und mit gut vorbereiteten materialien und pr-aktionen auch dafür zu sorgen, dass diese themen in den medien aufgegriffen und diskutiert werden. da kann sich manch ein größerer csd eine scheibe abschneiden.

    alle verfügbaren daumen hoch für diese tolle arbeit. so soll csd sein!

    (ich klinge vielleicht wie ein bezahlter claqueur, aber ich habe wirklich gar nichts mit dem team zu tun, bin nur ein ferner bewunderer. )
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#6 ünftelAnonym
#7 gsaturnos
  • 13.02.2012, 17:45h
  • Es gibt massenhaft Menschen die müssen bei uns mit 374 Euro für Essen, Kleidung, Wohnungseinrichtung, Küchengeräte, Bettwäsche, Telefon, Medikamentenzuzahlung/Praxisgebühr bis ca. 80 Euro im Jahr, Verkehrsmittel, Theater, Seife, Waschmittel, Strom und und und....
    auskommen.
    Es gibt jede Menge Menschen die arbeiten und selbst diese Menschen können von dem Lohn nicht leben...
    Es gibt Kranke, die sind zur Armut verurteilt, weil sie krank sind und müssen von 374 Euro leben...

    Es gibt Menschen die verdienen 5000 Euro im Monat.

    Es gibt Menschen die verdienen 10000 Euro im Monat.

    Es gibt Menschen die verdienen 100000 Euro im Monat.

    usw

    Solange dies nicht geändert wird und JEDER Mensch in diesem Land wirklich genügend zum Leben hat und keiner mehr riesige Summen bekommt, solange brauchen wir uns über das schwule Problem in diesem Zusammenhang keine Gedanken machen,

    DENN - entweder bekommen ALLE genug oder diese Ungerechtigkeit und Ausbeutung geht weiter.
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#8 UntertürkheimAnonym
  • 13.02.2012, 20:29h
  • Antwort auf #3 von Schöne Worte
  • "Am meisten jedoch schockiert sie am Montagabend [heute]noch immer das Zeitungsbild von Mikis Theodorakis und Manolis Glessos. "Denk nur, wer Glessos ist", sagt sie. "Einer der beiden jungen Männer, die 1943 während der der deutschen Besatzung in einer spontanen Einzelaktion die Hitler-Fahne von der Akropolis geholt und dafür die griechische Flagge gehisst hatten." Ein Nationalheld, der all die Jahre gefeiert wurde. Und nun? Schon im Juni 2011 war der 84-Jährige bei den Protesten von der Polizei verprügelt worden. "Jetzt steht der Mann wieder da und kämpft wie Tausende andere Alte, die in ihrem Leben schon mehr als einmal für Demokratie und soziale Gerechtigkeit eingetreten sind, die verfolgt wurden, in Gefängnissen und Konzentrationslagern gesessen haben. Wer hätte gedacht, dass wir in unserem Alter gezwungen sind, wieder für die gleichen Sachen auf die Straße zu gehen.""

    www.stern.de/politik/ausland/2-proteste-in-griechenland-angs
    t-vor-einem-buergerkrieg-1786206.html
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#9 alexander
  • 13.02.2012, 22:56h
  • Antwort auf #8 von Untertürkheim
  • danke für deinen kommentar !

    ja du hast recht, es ist unvorstellbar, dass wir (ich maße mir nicht das recht von theodorakis an !)
    wieder für soziale gerechtigkeit kämpfen müssen, ich bin erst 61 jahre !

    in den 70zigern, dachten wir, der kampf wäre beendet und der SINN DES ZUSAMMENLEBENS, hätte europa ereilt !!! (bis auf den damaligen ostblock, den wir aber hofften mir gutem beispiel, aufzuweichen ! siehe 1989 wende !)

    allein die tatsache, dass es hier nicht um rettung eines staates geht, sondern um die rettung einer tönernen machtstruktur, des machterhaltes in der sogenannten eu, ist schon skandalös !

    ich hatte noch vor 30 jahren nie gedacht, dass wir eine solche entwicklung durchmachen müssen und die konservativen kräfte wieder so mächtig werden können ?
    wir zahlen jetzt und in zukunft den preis für unsere naive politische meinung : "man kann es ändern und das volk macht mit !"
    keiner macht mit, solange das geld der konservativen, durch bestechung etc. zum einsatz kommt ! (siehe amiland !)
    wir wurden durch gezielte "falschmeldungen in den medien " unterwandert, auch in der brd, speziell auch von den "grünen", siehe herrn fischer etc.!
    natürlich haben alle "betroffenen griechen, ihr geld ausser landes geschafft"! und der kleine bürger soll die rechnung zahlen ! das war vor der junta (bis 1974) nicht anders !

    aber um es mal am "deutschen beispiel festzumachen", wieso werden nicht ganz simpel, die konten überprüft, um festzustellen wer und was von diesem chaos profitierte ? wie bei allen prekariatsleistungsempfängern in diesem zauberhaften, wohlstandsgeschütteltem land ?????

    will sagen, hier in diesem land, werden spätestens in 10 jahren tausende rentner auf die strasse gehen müssen, da sie dank der bekannten restriktionen nicht mehr überleben können !
    (ähnliches schrieb ich schon vor 10 jahren hier im forum !)
    ich hoffe, die folgen nicht mehr erleben zu müssen !
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#10 calebAnonym
  • 14.02.2012, 01:24h
  • naja gleichbeschäftigt und ungleich berechtigt, das trifft es eher.

    "Die CDU-Spitze will einen Vorstoß junger CDU-Politiker prüfen, eine Sonderabgabe für Kinderlose einzuführen.

    Eine Gruppe junger Abgeordneter um den sächsischen CDU-Bundestagsabgeordneten Marco Wanderwitz fordert in einem Arbeitspapier eine "solidarische Demografie-Rücklage" für Kinderlose.

    Die prozentual vom Einkommen abgeführte Abgabe soll nach der Anzahl der Kinder gestaffelt werden"

    www.badische-zeitung.de/nachrichten/deutschland/sonderabgabe
    -fuer-kinderlose--55825058.html


    die jungen politiker sind noch schlimmer als die alten. das wird eine schöne zukunft..

    als schwuler hab ich also nicht die gleichen rechte was ehe und adoption angeht wie heteros, aber als zahlesel bin ich gut genug...
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