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Ethikminister Simon Lokodo

Der ugandische Ethikminister hat am Dienstag persönlich mit einer Handvoll Polizisten eine Tagung von schwul-lesbischen Aktivisten in einem Hotel aufgelöst.

Simon Lokodo, der im Hauptberuf katholischer Priester ist, sagte den Teilnehmern, dass die Konferenz im 30 Kilometer von der Hauptstadt Kampala entfernten Ort Entebbe "illegal" sei. Dabei versuchte er übereinstimmenden Medienberichten zufolge, die Organisatorin Kasha Jacqueline Nabagesera festzunehmen. Die international anerkannte Menschenrechtsaktivistin soll aber vorher aus dem Hotel geflohen sein. Sie hatte zuvor die Homo-Gruppe "Freedom and Roam Uganda" gegründet.

"Ich habe diese Konferenz geschlossen, weil sie illegal ist. Wir akzeptieren keine Homosexualität in Uganda. Also geht nach Hause", erklärte Lokodo den Teilnehmern nach Angaben der ugandischen Zeitung "Daily Monitor". Im AFP-Interview sagte der Minister, dass er als "Gewissen des Landes" verpflichtet gewesen sei, alle Aktivitäten zu verbieten, die Homosexualität förderten. "Mir hat ein Informant gesagt, dass Schwule und Lesben feiern wollten, dass sie sich über die Grenzen des ugandischen Rechts hinwegsetzen. Das habe ich unterbunden." Es sei verboten, in einem öffentlichen Hotel "unmoralische Akte" zu verteidigen, so der Minister.

Amnesty International ist empört

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International kritisierte die Razzia scharf. "Das ist ein Versuch, friedliche Aktivitäten von Menschenrechtsaktivisten zu verhindern", erklärte die Gruppe in einer Pressemitteilung.

In Uganda stehen bereits jetzt auf Homosexualität langjährige Haftstrafen. Seit einer Woche diskutieren die Abgeordneten im Parlament jedoch wieder über eine Gesetzesverschärfung. Zwar enthält der neue Entwurf nicht, wie ursprünglich geplant, die Todesstrafe für "schwere Homosexualität", allerdings würde es die Daumenschrauben für sexuelle Minderheiten weiter anziehen: So könnte jede Firma, Organisation oder Person bestraft werden, die Homosexuellen hilft oder für Homo-Rechte eintritt. Auch die Unterstützung im Ausland könnte dann in Uganda geahndet werden.

Mehrere westliche Länder, darunter auch Deutschland, hatten in den letzten Jahren wegen des Gesetzentwurfs die Entwicklungshilfe für Uganda gekürzt oder damit gedroht. Offiziell unterstützt die Regierung von Präsident Yoweri Museveni den Gesetzentwurf nicht, was offenbar auf den ausländischen Druck zurückzuführen ist. Ein Regierungssprecher bekräftigte aber unlängst, dass das Parlament das Recht habe, über diesen Entwurf zu diskutieren.

Beck: Bundesregierung muss sich einschalten

"Die Methoden der ugandischen Regierung, mit Polizeigewalt gegen eine Versammlung von schwulen und lesbischen Bürgerrechtlern vorzugehen gleichen diktatorischen Verhältnissen", kritisierte der Grünenpolitiker Volker Beck am Nachmittag. Die Bundesregierung müsse reagieren, den Botschafter Ugandas einbestellen und gegebenenfalls diplomatische Konsequenzen ziehen.

"In einem demokratischen Staat steht es der Regierung nicht zu, Versammlungen zu sprengen, die sich zum Ziel setzen, die Bedingungen einer Minderheit zu verbessern", so Beck weiter. "Die Regierung in Uganda hat erklärt, die Gesetzesverschärfung, die eine Todesstrafe für Homosexuelle vorsieht, abzulehnen. Das Vorgehen gegen die Bürgerrechtler untergräbt die Glaubwürdigkeit dieser Versicherung und in ihr Engagement für einen demokratischen Rechtstaat."



#1 kirchenaustrittAnonym
  • 15.02.2012, 14:23h
  • Ratzingers Truppen jagen aktiv Menschenrechtler,
    sobald sich die Möglichkeit bietet.
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#2 den häschernAnonym
  • 15.02.2012, 14:30h
  • Auf die Frage eines Priesters nach der Situation der Kirche in Afrika sagte Benedikt XVI.:

    "Dann die Märtyrer von Uganda. Danke für diesen Beitrag. Er läßt uns an den afrikanischen Erdteil denken, der die große Hoffnung der Kirche ist.

    In den vergangenen Monaten habe ich einen Großteil der afrikanischen Bischöfe zum ‚Ad-limina’-Besuch empfangen. Für mich war es sehr erhebend und auch tröstlich, Bischöfe von hohem theologischem und kulturellem Niveau zu sehen, eifrige Bischöfe, die wirklich von der Freude des Glaubens beseelt sind."

    ratzinger-papst-benedikt-stiftung.de/priesterjahr_2.html

    Hä|scher, der; -s, - [zu 1haschen] (veraltet):

    Person, die in amtlichem Auftrag jemanden verfolgt, hetzt und zu ergreifen versucht:

    © DUDEN - Das große Wörterbuch der deutschen Sprache,|4. Aufl. Mannheim 2012 [CD-ROM]
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#3 carolo
#4 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 15.02.2012, 15:38h
  • Eine bodenlose Unverschämtheit, was sich dieser Herr Minister da geleistet hat! Hoffentlich gibt es im UN-Menschenrechtsrat noch ein Nachspiel! Und Amnesty International protestiert zurecht!
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#5 KölnerAnonym
  • 15.02.2012, 17:15h
  • Tja, so halten sich die Feinde der Demokratie unliebsame Konkurrenz vom Hals...

    Herr Beck von den Grünen hat vollkommen recht:
    eigentlich müsste sich da die deutsche Bundesregierung einmischen, aber was will man schon von der schwarz-gelben Gurkentruppe erwarten?

    Und unser Außenminister Guido Westerwelle zählt ja eh nur noch die Tage, bis er sich in seine Millionenvilla auf Mallorca flüchten kann, um dort als Frührentner von seiner Ministerpension in "spätrömischer Dekadenz" zu leben.
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#6 alexander
  • 15.02.2012, 17:37h
  • Antwort auf #2 von den häschern
  • was wieder einmal beweist, dass ratzinger hier in europa immer nur kreide gefressen hat, was seine TOLERANZELOGEN angeht !!!
    alles nur lüge, lüge und nochmals lüge !!!
    er allein wäre in der lage diesen "horrorbischöfen in afrika" einhalt zu gebieten !

    statt dessen :
    Für mich war es sehr erhebend und auch tröstlich, Bischöfe von hohem theologischem und kulturellem Niveau zu sehen, eifrige Bischöfe, die wirklich von der Freude des Glaubens beseelt sind."
  • Antworten » | Direktlink »
#7 stromboliProfil
  • 15.02.2012, 18:36hberlin
  • Blumen für Giordano Bruno

    Gedenkminute für Opfer religiöser Gewalt zum 412. Todestag von Giordano Bruno an seinem Denkmal in Berlin



    Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde und befreundete Organisationen,

    wir laden Sie herzlich dazu ein, mit uns gemeinsam dem 412. Todestag von Giordano Bruno zu gedenken.

    Die Evolutionären Humanisten Berlin-Brandenburg e.V. (EHBB) und der Landesverband des Humanistischen Verbands Deutschland (HVD) treffen sich am 17. Februar am Berliner Denkmal von Giordano Bruno um an seine Hinrichtung durch die Inquisition der katholischen Kirche vor 412 Jahren zu erinnern.

    „Wir wollen diesen Tag nutzen“, so Philipp Möller, Vorsitzender der EHBB und Pressereferent der Giordano-Bruno-Stiftung, „um nicht nur Bruno selbst, sondern aller Opfer religiös motivierter Gewalt zu gedenken, von denen es leider auch heute noch viel zu viele gibt.“

    Die Kranzniederlegung findet um 18 Uhr statt; das Denkmal befindet sich am Eingang zum S-Bahnhof Potsdamer Platz, Potsdamer Straße Ecke Ebertstraße.

    Bitte bringen Sie eine Blume mit und informieren Sie auch die Mitglieder Ihrer Organisationen über unsere Veranstaltung.

    Giordano-Bruno-Stiftung
  • Antworten » | Direktlink »
#8 FoXXXynessEhemaliges Profil
#9 BC Anonym
  • 15.02.2012, 19:33h
  • "[...] So könnte jede Firma, Organisation oder Person bestraft werden, die Homosexuellen hilft oder für Homo-Rechte eintritt. Auch die Unterstützung im Ausland könnte dann in Uganda geahndet werden."

    Verstehe ich das denn jetzt richtig? Wer im Ausland für die Rechte von sexuellen Minderheiten eintritt, macht sich in Uganda strafbar? Schließt dass dann nicht auch Amnesty International, Ärzte ohne Grenzen und z.B. das internationale rote Kreuz mit ein?

    Ist die UNO damit strafbar geworden in Uganda???????

    Das kann doch nicht wirklich deren Ernst sein, oder?
  • Antworten » | Direktlink »
#10 SebiAnonym