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Happy Together (18)

Beziehungskiller Karneval?


Zusammen feiern, zusammen wieder nach Hause? (Bild: Tawny Rockerazzi / flickr / by-sa 2.0)

Das wilde Treiben in der Karnevalszeit sorgt auch für Situationen, die zu einer Belastungsprobe für Paare werden. Tipps gegen den Beziehungskater bei zwei Promille.

Von Christian Scheuß

Vorläufer des Karnevals wurden bereits vor 5000 Jahren gefeiert, jeweils nach dem Jahreswechsel und mit einer Botschaft, die auch heute noch gilt: Jeder Jeck ist zwar anders, doch an diesen Tagen sind wir alle gleich. So heißt es zum Beispiel in einer altbabylonischen Inschrift aus dem 3. Jahrtausend v. Chr.: "Die Sklavin ist der Herrin gleichgestellt und der Sklave an seines Herrn Seite. Die Mächtige und der Niedere sind gleichgeachtet." Das hat nun nichts mit SM-Rollenspielen zu tun, sondern drückt einfach nur aus, dass sich an den Feiertagen alle zusammentun und aus ihren Alltagsrollen fallen. Die Verkleidung ist ein Element, die Verhöhnung von Politikern und sonstigen mächtigen Menschen und Institutionen ein Weiteres. Und es gehört ebenso der Rausch, die Lust, der Kontrollverlust dazu. Mancher Karnevalsfan nimmt sich bei toleranten Arbeitgebern nach Aschermittwoch erst einmal eine Woche Urlaub, weil die Stimme weg und der Alkoholpegel hoch ist.

Die Sitten sind locker, besonders im Rheinland und in vielen Städten im Ruhrgebiet und Münsterland. Wildfremde Menschen küssen, unsittliche Körperkontakte in knallvollen Kneipen, orgiastische Züge am Rande der Umzüge sind die Regel. Und mittendrin jede Menge Schwule und Lesben. Da ist die Eifersucht nicht fern. Und mit der richtigen Menge Alkohol im Blut beginnt das Drama richtig groß zu werden.

Das heißt nun nicht, dass Paare den Karneval meiden müssen, damit ihnen nichts geschieht, was sie womöglich später bereuen. Mit unterschiedlichen Strategien kann man dennoch maximalen Spaß haben. Die einen schwören auf "Getrennte Wege bis Rosenmontag". Jeder feiert mit seiner Clique an anderen Orten. Was dann dort passiert? Don't ask, don't tell. Andere wiederum schmieden sich fest aneinander. Zu den Partys, zu den Umzügen oder in die Kneipe geht es nur zu zweit. Dass man zusammengehört, wird durch identische Kostüme klargemacht. Auch nach Hause geht wieder nur gemeinsam. Dann aber gern auch mal mit einem Dritten.

Sollte es trotzdem einmal schiefgehen, und der Partner landet in den Fängen eines anderen Jecken, obwohl die Absprache eine andere war, hilft zunächst etwas Zeit. Beziehungsstreits mit mehreren Promille Alkohol im Blut gehen generell schief, also damit warten, bis man wieder nüchtern ist und durch heiße Hühnerbrühe und salzigem Fisch seinen Mineralienmangel wieder ausgeglichen hat. Erst dann lässt es sich wieder vernünftig reden und handeln. Ebenso wichtig: Ein Stück Toleranz. Lust und Rausch sind Zustände, in denen die Kontrolle verloren gehen kann. Ist die Beziehung generell in Ordnung und nicht bereits durch andere Konflikte entlastet, gilt die alte Regel: Am Aschermittwoch ist alles vorbei. Und der Beziehungsalltag kann wieder einkehren...



10 Kommentare

#1 GispardAnonym
  • 17.02.2012, 10:56h
  • Gilt das nicht nur für Hetero-Paare?
    Für schwule ist Karneval wie ein normales Wochenende..
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#2 moinmoinAnonym
  • 17.02.2012, 11:08h
  • passt schon wir mögen beide kein karneval nur das feiern in den kneipen mache ich am karnevalswochenende immer mit und der ein oder andere flirt ist dabei...mehr nicht, für mehr als flirten und küssen habe ich meinen freund!
    was ich mir nicht antue sind die umzüge die nach militärischem drill ablaufen als nach echter ausgelassenheit und stunksitzungen, die so wirken als müsse man krampfhaft dann lachen wenn ein tusch ertönt...völlig gezwungen und unlocker sowas!
    dann lieber die parties mitnehmen feiern, tanzen, trinken und den ein oder andern boy abchecken
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#3 moinmoinAnonym
#4 vingtans
  • 17.02.2012, 13:46h
  • "Lust und Rausch sind Zustände, in denen die Kontrolle verloren gehen kann."

    das halte ich fürn gerücht.
    man rutscht nicht "ausversehen" mit dem schwanz irgendwo rein.
    das mant uns schließlich zum mensch.

    entweder lebt man monogam oder eben eine offene beziehung.
    aber ausversehen "fremdgehen" tut niemand.
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#5 Leo20mal6Anonym
#6 FoXXXynessEhemaliges Profil
#7 saltgay
  • 17.02.2012, 20:17h
  • Kontrollverlust und Karneval? Dann müssen wir ja in dieser Sockenschussrepublik beständig Karneval haben. Solange mir die Spaßgestapo(zit. n. Oliver Kalkofe) mit solchen debilen Brüllern wie: "Mein Vogel heißt Bernhard!" (rheinisch-pfälzische Frohsinnsgranate Hanna-Renate Laurien (CDU)) fernbleibt, sollen Sie doch zwischen "Hellblau" und "Kölle am Arsch" herumschwanken.

    Ach ja, und die Tips gegen den Kater sind auch nur bei Gelegenheitstrinkern wirksam. Der durchschnittliche Szene-Schwule kennt so etwas wegen der täglichen Alk-Dröhnung nicht mehr. Eher hat er ein Problem ohne Alkohol. Denn irgendwie muss ja auch die zweithäufigste Todesursache unter Schwulen, nämlich als Folge des Alkoholmissbrauch, ja auch statistisch verifiziert werden.
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#8 Fred i BKKAnonym
  • 19.02.2012, 12:24h
  • Antwort auf #5 von Leo20mal6
  • ...oder die Beziehung ist fuer immer im Arsch....

    jetzt sag nicht das waere noch NIE passiert...

    Anwaelte freuen sich auf die Woche nach Fasching..

    da blueht ihr Geschaeft jedes Jahr neu....Hellau..
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#9 Chris123Anonym
  • 12.02.2013, 15:54h
  • Also ich finde es schon heiß wenn ich so lese was da so passiert.Das Rheinland scheint ja an Karneval das reinste kostenlose Freudenhaus zu sein.Wenn jemand ungebunden ist,alles kein Problem.Wenn jemand aber in einer Partnerschaft ist, und an Fasching von einer Frau/Mann in die nächste fällt sollte man die Beziehung beenden.Beziehung heißt immer auch Vertrauen.Wenn der Partner so billig ist sollte man ihn da lassen wo er hingehört.Billige Menschen ohne Geist gibts ja ohne Ende.
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#10 LukkasAnonym
  • 12.02.2013, 16:19h
  • Antwort auf #9 von Chris123
  • Ein sehr schwules Freudenhaus wie ich erstaunt festgestellt habe.
    Noch nie habe ich in Düsseldorfs Altstadt so viele Männer rumknutschen sehen wie dieses Karneval.
    Entweder gehört es in dieser Stadt zum guten Ton sich zur Begrüßung die Zunge in den Hals zu stecken oder Düsseldorfer Schwule feiern in Relation gesehen mehr Karneval als wo anders.

    Meine anfängliche Trauer nicht in Köln zu sein hielt sich sehr in Grenzen!
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