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Szene aus "Keep the Lights on", mit dem Teddy als Bester Film ausgezeichnet

Ein schwules Beziehungsdrama aus Manhattan, eine Doku über den ermordeten Aktivisten David Kato und ein Kurzfilm über eine transsexuelle Familie – das sind die Gewinner des 26. Teddy Award, der am Freitag im Rahmen einer großen Gala im Gebäude des Flughafen Tempelhof verliehen wurde.

In der Jury saßen neun Vertreter internationaler Filmfestivals, die Streifen aus allen Sektionen der Berlinale mit queerem Kontext sichteten. Den Preis für den besten Film gewann "Keep the Lights on" von Ira Sachs, ein Beziehungsdrama aus Manhattan, das gegen Ende der 90er Jahre spielt.

Der Film zeichne "ein intimes Portrait der Schwierigkeiten beim Aufbauen liebevoller, unterstützender und ehrlicher Beziehungen", lobte die Jury den Film, der auch mit einer "kinematographischen Glanzleistung" und "visueller Bandbreite" überzeuge. Nominiert waren auch "Una Nocha" von Lucy Mulloy und "Joven & Alocada" von Marialy Rivas.

Youtube | Trailer von "Keep the Lights on"

Aktuelle Themen aus Politik und Gesellschaft


"Call me Kuchu" erzählt die kurze wie wichtige Lebensgeschichte von David Kato

Als beste Doku wurde "Call Me Kuchu" von Malika Zouhali-Worrall und Katherine Fairfax Wright ausgezeichnet, womit die Jury ein aktuelles Thema würdigt: Der Kampf gegen die geplante Todesstrafe für Schwule in Uganda. Der Film begleitet den Aktivisten David Kato, bis dieser ermordet wird. Selbst bei der Beerdigung ist Homophobie spürbar.

"Die Jury ehrt diese wichtige Geschichte, die intelligent und pointiert umrissen wird und das Leben und mutige Beispiel eines alltäglichen Helden würdigt und zugleich schockierende Menschenrechtsverletzungen offenlegt", heißt es in der Begründung der Preisverleihung. "Die Botschaft der Dokumentation wird global aufgenommen und als ein Aufruf zum Handeln verstanden." Ebenfalls nominiert waren "Unter Männern – Schwul in der DDR" von Markus Stein und Ringo Rösener sowie "Olhe Pra Mim De Novo" von Kiko Goifman und Claudia Priscilla.

Der Preis für den besten Kurzfilm ging an Claudia Llosa für "Loxoro". Der in Lima spielende Film erzählt von einer alleinstehenden Mutter, die auf der Suche nach ihrer Tochter ist, die sich auf den Strich aufgemacht hat. Mutter und Tochter sind Transsexuelle. Die Jury lobte die "meisterhafte Art, auf welche der Film das Leben einer kaum beschriebenen Gemeinde beleuchtet und ehrt, dabei evoziert der eine Reibung und doch auch eine Menschlichkeit, die selten derart vollendet realisiert wird im Kurzfilm." Ebenfalls nominiert waren "La Santa" von Mauricio López Fernández und "The Wilding" von Grant Scicluna.

Ein Publikumsmagnet aus Serbien


Transsexualität, kurz erzählt in "Loxoro"

Der Spezialpreis der Jury ging an den französischen Film "Jaurès", mit einem Special Teddy wurden die Regisseurin Ulrike Ottinger und der Schauspieler Mario Montez geehrt (mehr zu den Spezialpreisen hier). In der Gunst der Besucher setzte sich der serbische Film "Parada" durch, der den vom Magazin "Siegessäule" präsentierten Zuschauerpreis "Else" gewann.

Die Kömodie, die sich am Balkan zu einem Überraschungserfolg entwickelte, erzählt von einem Paar, das einen Gay Pride organisieren will und ausgrechnet von einem homophoben Kriegsverbrecher unterstützt wird. "Mit Hilfe von Humor, einem der stärksten und transgressivsten Mittel, die das Kino zur Verfügung hat, vereint er nicht nur Homos und Homohasser auf der Leinwand, sondern auch ein gesamtes Publikum", so die Begründung. "Der Kinostart in Serbien hat gezeigt, dass 'Parada' wie kein anderer Film vermag, jedem, ob alt oder jung, queer oder straight zu vermitteln, dass wir alle nur Menschen sind, die Liebe und Freiheit brauchen."

Die Aufzeichnung der Verleihung des Teddy Award wird am Samstag um 23.25 Uhr von arte ausgestrahlt und in der Nacht zum Montag ab 0.45 Uhr im rbb.

Youtube | Trailer von "Parada", dem Zuschauerliebling


#1 MichaProfil
#2 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 20.02.2012, 10:54h
  • Ich kann dem Film "Parada" nichts abgewinnen und es ist fraglich, ob er in unseren Kinos gezeigt wird.
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#3 cinematic canvasAnonym
  • 20.02.2012, 13:31h
  • The Parade (Serbian: Парада / Parada) is a 2011 Serbian dramedy film, written and directed by Srđan Dragojević and released on 31 October, 2011. The film, which deals with gay rights issues in Serbia, features footage of the 2010 Belgrade gay pride parade.[1]
    Despite the controversial subject, "The Parade" reached 350 000 admission tickets in Serbian cinemas in first 11 weeks of distribution, 120 000 in Croatian after 8 weeks, 25 000 in Slovenia, 30 000 in Bosnia and Herzegovina and 20 000 in Montenegro.

    en.wikipedia.org/wiki/The_Parade_(film)
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#4 SebiAnonym
#5 MarekAnonym
  • 21.02.2012, 11:03h
  • Schön, dass Arte Jahr für Jahr eine 90-minütige Sendung zum Teddy Award bringt. Da sieht man wieder mal, wie wichtig öffentlich-rechtliche Sender sind. Die Privaten würden sowas nie bringen - erst recht nicht in der Länge.

    Gut fand ich auch den Kommentar zu Beginn der Sendung, dass Klaus Wowereit nicht anwesend ist, weil er in Rom beim Papst mit Herrn Woelki feiern will, dass dieser jetzt rote Klamotten tragen darf...

    So hat halt jeder seine Prioritäten, die viel über ihn aussagen...
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#6 Exil-BerlinerAnonym
  • 21.02.2012, 20:52h
  • Antwort auf #5 von Marek
  • Wowereit war ja auch ganz glücklich, dass der Hassprediger aus Rom vor dem Bundestag schwafeln durfte, was endgültig das Ende des demokratischen Grundprinzips der Trennung von Staat und Kirche darstellt.

    Und dennoch wählen die Berliner ihn fleißig...

    So bekommt jeder das, was er verdient...
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