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  • 19. Februar 2012, noch kein Kommentar

(Bild: 105 Music)

Gut Ding will Weile haben: Für das neue Album ließ sich Deutschlands Vorzeige-Soulbruder Stefan Gwildis fast vier Jahre Zeit.

Stefan Gwildis meldet sich im März 2012 musikalisch zurück mit seinem neuen Album "frei händig". Nach dem Erfolg von "Neues Spiel" und seinen Nachfolgern "Nur wegen dir", "Heut ist der Tag" und "Wünscht du wärst hier" zeigt das neue Album den 53-Jährigen wieder mit aufgekrempelten Ärmeln. Natürlich lässt er nicht ohne Not die Finger vom Soul der 1970er Jahre, aber nun punktet er wieder mit (fast) ausnahmslos eigenem Songmaterial, das angenehm rau klingt und irgendwie nach warmer, dampfender Erde riecht.

Mit 21 absolviert der Hamburger eine Ausbildung in Fecht- und Stuntszenen am Thalia Theater, kurz darauf macht er sich die jungen Hände schmutzig, jobbt als Lagerarbeiter, Sonnenbankaussteller und - Weihnachtsmann. Es folgen die Kabarettjahre, mit "Herrchens Frauchen" im Zelt, mit "Aprillfrisch" und "MäGäDäm" im Schmidt's auf dem Kiez, mit den "Strombolis" und mit besagtem "AutoAuto!", der bislang einzigartigen konstruktiven Dekonstruktion eines Kleinwagens in Diensten der Kunst, mit seinem Freund Christian von Richthofen. Alles gewagt, alles gewonnen.

Youtube | Hinter den Kulissen des neuen Albums "frei händig"

Zum Stax- und Motownsound kommen Disco-Fragmente


(Bild: Tristan Ladwein)

"frei händig" hört sich an wie der unbeschwerte Schritt auf neues Terrain, auch wenn das in direkter Nachbarschaft zu bekanntem Gelände liegt. Zum Stax- und Motownsound kommen aber jetzt gelegentlich Fragmente aus der Frühzeit der Disco Music, dann und wann eine Jiveband-Tuba und immer wieder Anklänge an die Musik der großen Crooner aus den Plüschpalästen von Las Vegas, Erinnerungen an Tony Christie und Tom Jones, nur dass man sich Stefan Gwildis nach wie vor auch noch beim Rasenmähen oder Kuchen backen vorstellen könnte. Eine wichtige Seite im Schaffen des Stefan Gwildis aber blieb hier bisher beinahe sträflich vernachlässigt: Gäbe es nicht Sasha & Band und diesen Sasha als Dick Brave & The Backbeats, Stefan Gwildis müsste die Krone als King der Bühne, als 'natural born Rampensau' ganz allein durch die Republik tragen.

Wenn hinter den Plakaten für seine Tourneen der Kleister noch trocknet, klebt man vorn meist schon das Siegel "ausverkauft" drauf, was ja einen Grund haben muss - und auch hat. Gwildis live ist eine Urgewalt, ist Einsatz bis zum letzten Hemd. "Wann", fragt Stefan Gwildis, "ist ein gutes Konzert eigentlich ein sehr gutes?" Heißt: Wann, zum Teufel, wird ein sehr gutes Konzert zu einem unvergesslichen? Ganz einfach: Wenn der Zuschauer den Eindruck hat, dieser Künstler da vorn könne sich absolut keinen anderen Ort vorstellen, an dem er in diesem Moment lieber wäre als eben diese Bühne. So ist das bei Gwildis immer. (cw/pm)