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Regenbogenfamilien sind Realität, aber für den Gesetzgeber weltweit ein Streitpunkt

Die Schweizer Regierung ist gegen ein gemeinschaftliches Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften. Das äußerte der Bundesrat, also die Regierung, in einem am Mittwoch veröffentlichten Schreiben auf einen parlamentarischen Vorstoß der Rechtskommission des Ständerats (einer Art Länderkammer des Parlaments).

Zugleich spricht sich die Regierung für eine Stiefkindadoption aus, wie sie auch in Deutschland der Status Quo ist. Schwule und Lesben können so Kinder adoptieren, die der Partner mit in die Lebenspartnerschaft hereinbrachte. Es ist dabei unerheblich, ob das Kind von dem Partner gezeugt oder adoptiert wurde.

Die Entscheidung gegen ein komplettes Adoptionsrecht begründet der Bundesrat Medienberichten zufolge mit der mangelnden gesellschaftlichen Akzeptanz. Für die These muss ausgerechnet die hohe Zustimmung der Bevölkerung zu einer Volksabstimmung zum Partnerschaftsgesetz aus dem Jahr 2005 herhalten.

Denn als 58 Prozent der Wähler am 5. Juni 2005 für ein Partnerschaftsgesetz stimmten, das am 1. Januar 2007 in Kraft trat, hatten diese für ein Gesetz gestimmt, dass ein Adoptionsrecht nicht vorsah. Der Bundesrat spekuliert, dass die hohe Zustimmung gerade deshalb erzielt worden sei, weil einerseits die meisten Diskriminierungen abgebaut werden konnten, zugleich aber ein Verbot von Adoption und künstlicher Fortpflanzung festgeschrieben wurde.

Die Motion der ständerätlichen Rechtskommission sei daher "nicht opportun" und abzulehnen, so die Regierung. Die kleine Kammer des Schweizer Parlaments fordert ein Adoptionsrecht für alle Erwachsenen, ungeachtet ihres Zivilstandes und ihrer Lebensform; Regenbogenfamilien seien längst Realität und gehörten besser abgesichtert.

Im letzten Jahr hatte der Schweizer Nationalrat, die große Kammer des Parlaments, mit 83 zu 97 Stimmen bei acht Enthaltungen bereits gegen ein gemeinschaftliches Adoptionsrecht gestimmt (queer.de berichtete). (nb)



#1 Timm JohannesAnonym
  • 22.02.2012, 15:56h
  • Mittlerweile haben bereits 7 Länder in Europa die Ehe geöffnet und mit Dänemark wird dieses Jahr das 8. Land hinzukommen.

    Die Schweiz und auch Deutschland sollten endlich das gemeinschaftliche Adoptionsrecht für fremde Kinder zulassen.

    In Deutschland hängt ein entsprechendes Verfahren zu diesem Thema beim Ersten Senat des Bundesverfassungsgerichtes und wartet dort auf eine Entscheidung der Bundesverfassungsrichter.

    Und beim Zweiten Senat des Bundesverfassungsgerichtes sind drei Verfahren zur Gleichstellung in der Einkommenssteuer rechtshängig.

    *
    www.berliner-zeitung.de/politik/ehegattensplitting-steuervor
    teil-auch-fuer-homoehen,10808018,11685120.html
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#2 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 22.02.2012, 16:01h
  • Das ist ein schmerzlicher Rückschritt in der so für ihre fortschrittliche Homopolitik gespriesene und gefeierte Schweiz! Ich bin maßlos enttäuscht!
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#3 BjörnarAnonym
  • 22.02.2012, 16:57h
  • Das nennt man dann ja wohl Tyrannei der Mehrheit. Wie maßlos enttäuschend, daß niedere Beweggründe (oder genauer gesagt: pure Spekulationen darüber) hier zu einem schützenswerten Gut hochstilisiert werden. Fortschritt geht anders. Sollte man, da Migranten mitunter ebenfalls von "mangelnder gesellschaftlicher Akzeptanz" betroffen sind, etwa auch deren Nachkommenschaft unterbinden?
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#4 Audi5000Anonym
#5 RaffaelAnonym
  • 22.02.2012, 20:01h
  • Was viele Leute immer vergessen:
    es geht beim Adoptionsrecht nicht nur um Homo-Gleichstellung.

    Es geht vor allem um das Kindeswohl:

    1. Kinder wachsen besser in Familien auf als in Heimen oder auf der Straße!

    2. Dass Kinder bereits in gleichgeschlechtlichen Familien aufwachsen ist Fakt!! Sei es aus früheren Beziehungen, durch künstliche Befruchtung oder (Einzel-)Adoption. Aber diese Kinder brauchen auch Rechtssicherheit, damit sie z.B. im Fall des Todes eines Elternteils (was schon schlimm genug ist) nicht auch noch das andere Elternteil und die gewohnte Umgebung verlieren.

    Es geht auch um ganz praktische Alltagsfragen, z.B. dass der andere Elternteil Zeugnisse unterschreiben darf, etc.
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#6 daVinci6667
  • 22.02.2012, 20:26h
  • Antwort auf #2 von FoXXXyness

  • Auch ich bin enttäuscht, obwohl ich es so erwartet habe. Aber keine Angst Foxy, das letzte Wort ist damit noch lange nicht gesprochen. Und laut Umfragen gibt es seit 2010 eine Mehrheit für Adoptionen von Personen in eingetragener Partnerschaft. Nicht zuletzt aufgrund der kuriosen Situation (die jetzt endlich einer breiten Mehrheit bekannt ist) dass schwule und lesbische Paare oder Einzelpersonen ganz legal und schon sehr lange Kinder adoptieren können, sofern sie keine eingetragene Partnerschaft eingegangen sind!

    Übrigens wird diese Ungleichbehandlung auch noch von Straßburg überprüft werden.
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#7 daVinci6667
  • 22.02.2012, 20:40h
  • Antwort auf #4 von Audi5000

  • Interessant, nur leider nicht wahr!

    Mir scheint auch dass die jüngere Generation unverkrampfter mit rein freundschaftlichen Zuneigungsbezeugungen unter Männern umgeht als die älteren Generationen oder als es etwa in Deutschland der Fall ist. Das hört aber oftmals leider schnell auf, falls bekannt wird, das einer tatsächlich schwul ist.

    Oder woran machst du als Deutscher diesen Eindruck fest? Weil wir alle so nett sind oder weil wir etwa so langsam sprechen da deutsch selbst für die Deutschschweizer nicht Muttersprache ist? Oder woran?
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#8 StadtmenschAnonym
#9 Audi5000Anonym
  • 23.02.2012, 02:41h

  • Zu #7! Alles schon Erlebt, an jedem Autobahnparkplatz hab ich mich zum Pinkeln in ne Kabine (falls eine Frei war) Eingeschlossen. Weil sobald so ein Klo betreten hast entweder schon einige drin waren oder gleich nachgekommen sind und einem auf den Schwanz Starren! Ok, früher mehr als jetzt. Mich stört das ja nicht so, bin ja Schwul aber wenn mein Hetero Freund dabei ist Nervt es! Wir waren mal in Genf Abends am See Spazieren, und gleich Schlich und einer nach. Als wir ins Auto sind und Losfuhren hat der und wirklich durch halb Genf Verfolgt! Auch sonst hatte ich schon einige andere Erkebnisse, auch in Lokalen (keine Gaybars) wurden gleich meine Freunde Abgecheckt! Und ja, die 90% waren schon übertrieben.
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#10 daVinci6667
  • 23.02.2012, 12:02h
  • Antwort auf #9 von Audi5000

  • So so, ihr seid also so gaaanz zufällig an diese bekannten Autobahnraststätten gekommen :)) LOL

    Und am See natürlich genau an dem bekannten Abschnitt....

    Kleiner Typ noch für eure nächste Visite à Genėve: Le parc des Bastions, weit hinten dem Monument international de la Réformation.

    Viel Spaß!
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