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Mobbing in der High School - hier bei "Glee"

In den USA wurde in der Primetime die Gefahr von homophoben Mobbing thematisiert. Derweil nimmt sich in England ein Familienvater das Leben, ein Jahr nach seinem Sohn.

Von Norbert Blech

In den USA haben sich am Dienstag gleich zwei TV-Sender öffentlichkeitswirksam in der Primetime mit homophobem Mobbing und der Suizid-Prävention beschäftigt. So kam es in einer neuen Episode von "Glee" zu einem Selbstmordversuch eines Jugendlichen.

In der Folge "On my way" (Achtung: ab nun Spoiler!) wird der Footballspieler Dave Karofsky (Max Adler) geoutet und sofort von Mitschülern gehänselt, auf seiner Facebook-Seite hagelt es homophobe Kommentare und jemand schreibt "Fag" (Schwuchtel) auf seinen Spind. Der Jugendliche geht nach Hause und versucht, sich zu erhängen, wird aber von seinem Vater gerettet.

In der Schule entspannt sich eine Diskussion über den Suizidversuch, einige halten ihn für unverantwortbar, andere machen sich Schuldvorwürfe, darunter auch Kurt, weil er dessen Avancen und Telefonanrufe ignorierte. Lehrer Will Schuester erzählt von einem eigenen Selbstmordversuch in seiner Jugend und ermuntert die Jugendlichen, auch in schweren Zeiten an die Zukunft zu denken. Die Episode endet mit einem Besuch von Kurt bei Dave im Krankenhaus und einem Flash Forward: In zehn Jahren wird der Footballer ein erfolgreicher Spielerberater sein, mit einem Partner und einem Sohn an der Seite. Diesen nimmt Dave zu seinem ersten Football-Spiel mit.

Youtube | In einer Werbepause von "Glee" bat Daniel Radcliffe besorgte Teenager, sich bei einer Hotline zu melden

It gets better

Somit hat "Glee" die Aussage, wonach alles besser wird, fiktional umgesetzt. "It gets better" ist der Slogan einer seit rund zwei Jahren weltweiten Kampagne, in der Jugendliche und Erwachsene mit kleinen Youtube-Filmchen Mut und Hoffnung auf die Zukunft machen; Anlass waren zunehmende Berichte über Selbstmorde von jungen Schwulen und Lesben in den USA.

Dan Savage, der die Idee dazu hatte, hat nun eine Dokumentation für MTV und den Schwestersender Logo gedreht, die ebenfalls am Dienstag ausgestrahlt wurde. Darin werden drei Jugendliche im Prozess der Selbstfindung begleitet, dazwischen kommen Prominente wie Zachary Quinto, Ellen DeGeneres und Ke$ha zu Wort, aber auch unbekannte Jugendliche, die erzählen, dass es für sie tatsächlich besser wurde.

Der "Themenabend" wurde abgerundet durch einen neuen Spot des Trevor Projects, der während "Glee" ausgestrahlt wurde. "Harry Potter"-Star Daniel Radcliffe, der den Verein schon seit Jahren unterstützt, bat Teenager, sich bei Sorgen an die Hotline der Organisation zu wenden. Ein vergleichbares Projekt gibt es in Deutschland nicht, allerdings zahlreiche LGBT-Jugendgruppen und Beratungsangebote.

Direktlink | Trailer für das MTV-Special

Held gegen Mobbing nimmt sich das Leben


Roger Crouch und sein Sohn Dominc. Beide nahmen sich das Leben.

Der Kampf gegen die hohe Selbstmordrate unter LGBT-Jugendlichen ist ein langsamer und nicht frei von Rückschlägen: Am Mittwoch entschied ein britischer Gerichtsmediziner, dass der 55-jährige Roger Crouch aus Gloucestershire sich im letzten November das Leben nahm. Der Familienvater war im letzten Jahr als "Held des Jahres" der Homo-Organisation Stonewall ausgezeichnet worden - für seinen Einsatz gegen das Mobbing unter Schülern.

Sein Sohn hatte sich 2010 im Alter von 15 Jahren das Leben genommen, er war homophober Schikane ausgesetzt, nachdem er bei einem Flaschendreh-Spiel einen Jungen geküsst hatte und ein per Handykamera aufgenommenes Video davon die Runde machte. Sein Vater sei an einem "gebrochenen Herzen" gestorben, notierte der Gerichtsmediziner. Crouch verlor in kurzer Zeit auch auf "natürliche Weise" seine Mutter und seine Schwester sowie einen Neffen, der beim Militäreinsatz im Irak getötet wurde. Er sei mit den Verlusten nicht zurecht gekommen, hieß es in der Verhandlung vor dem Gerichtsmediziner, hatte 2010 bereits zwei gescheiterte Suizid-Versuche und war in psychiatrischer Behandlung. Crouch hinterlässt eine Ehefrau und eine zwanzigjährige Töchter.



#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 22.02.2012, 23:31h
  • Daß es so viele Unterstützer für dies hochsensible Thema gibt, ist toll und je mehr, desto besser! Es darf nicht mehr vorkommen, daß sich Menschen wegen ihrer sexuellen Orientierung und deswegen auf das Übelste gemobbt werden, im Freitod noch den einzigen Ausweg sehen!
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#2 LaurinAnonym
  • 23.02.2012, 07:59h
  • Alle diese Homohasser als Kirche und Politik, die das gesellschaftliche Klima für sowas bereiten, sind mitschuldig!

    Und dann tun diese bigotten Arschlöcher noch so, als könnten sie kein Wässerchen trüben und als sei das alles gar nicht ihre Schuld.

    Die sollten sich was schämen! Die haben Blut an ihren Händen.

    Und alle, die in solchen Kirchen oder Parteien Mitglied sind bzw. solche Parteien wählen, haben auch ihre Mitschuld daran zu tragen...
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#3 JoonasAnonym
  • 23.02.2012, 08:57h
  • Wie lange will die Menschheit noch tatenlos zusehen?!

    Wir sind die letzte Minderheit, die offiziell diskriminiert werden darf und wo Hass und Mobbing gesellschaftlich akzeptiert sind!

    John Lennon sang früher "Woman is the nigger of the world!". Heute würde er wohl singen "Gay Man is the nigger of the world!"
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#4 STOP HomophobieAnonym
  • 23.02.2012, 09:35h
  • Unwiederbringliche Verluste!

    Wir dürfen Homophobie nicht mehr länger tolerieren, sondern müssen sie mit aller Macht bekämpfen! Überall!

    Das betrifft die kleinen Homophobien des Alltags genauso wie die großen Fälle bei Religionen, Parteien, Regierungen, etc.

    Wir müssen endlich aufstehen und Homophobie ein für allemal beenden.

    Wir müssen endlich alle zusammenstehen, demonstrieren, boykottieren, aufklären, etc.

    Farbige würden sich nie gefallen lassen, was wir uns gefallen lassen. Deswegen sind sie auch gleichgestellt.

    Wir müssen uns endlich unserer Macht bewusst werden und sie nutzen!
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#5 mgrasek100Ehemaliges Profil
  • 23.02.2012, 09:50h
  • Ich denke es wird eher noch schlechter und wenn Santorum US Präsident wird, wird er sicher die Homosexualität unter Strafe stellen
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#6 Roman TyshAnonym
#7 warumAnonym
  • 23.02.2012, 14:02h
  • "Semiya Simsek sagte...„In meinem Land muss sich jeder frei entfalten können“, unabhängig von Nationalität, Religion, Hautfarbe oder Geschlecht."
    Quelle:
    stern.de, welt.de, faz.net, morgenpost.de, wzonline.de und andere.

    Der Satz den sie auf der Trauerfeier wirklich sagte war:
    „In meinem Land muss sich jeder frei entfalten können“, unabhängig von Nationalität, Religion, Hautfarbe, Geschlecht oder sexueller Orientierung"

    Warum wird von den Medien die freie Entfaltung der sexuellen Orientierung als so unwichtig betrachtet, das sie sie aus dem Zitatsatz ausklammern?
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#8 LorenProfil
#9 warumAnonym
#10 WilfriedAnonym
  • 24.02.2012, 07:15h
  • Echt ey, Semiya Simsek toppt die Politiker. Die sollten sich in Grund und Boden schämen, die Loser.
    Man sollte Simsek bitten In D zu bleiben. Solche Menschen brauchen wir. Iher schnell einen Job als Lehrerin geben. Es ist 5 vor 12.
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