Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?1598
  • 02. September 2004, noch kein Kommentar

Norah Jones und Katie Melua räumen ab, da kommt Karrin Allyson mit "Wild For You" gerade richtig. Sanfter Jazz verzaubert schwule Fans!

Von Jan Gebauer

Eine Newcomerin ist sie gewiss nicht mehr, aber jetzt wo Norah Jones und Katie Melua Millionen von CDs verkaufen, wird es auch endlich für Deutschland Zeit, die wunderbare Musik von Karrin Allyson zu entdecken. Auf ihrem neuen, mittlerweile neunten Album covert die Vocal-Jazz-Lady großartige Titel von brillianten Pop- und Singer/Songwriter-Künstlern wie Joni Mitchell, Cat Stevens, Melissa Manchester oder James Taylor. Mit diesen Ausnahme-Musikern ist Karrin Allyson aufgewachsen. Allen Songs auf "Wild For You" gibt sie ihre ganz persönliche Note mit einschmeichelnder Stimme und einem geschliffenen Sinn für Phrasierung und Timing. Elegant bewegt sich die in Kansas geborene Sängerin zwischen Balladen und einigen wenigen rhythmischen Titeln. Melissa Manchesters "I Got Eyes" klingt beseelt und augenzwinkernd in ihren Händen und kann dem Original dank des feinen Arrangements neue Seiten abgewinnen. Feinfühlig setzt sich die Amerikanerin auch bei den schwierigen Roberta-Flack-Nummern "Feel Like Makin' Love" und "The First Time Ever I Saw Your Face" in Szene. Groß sind auch die Vorbilder bei "The Moon Is a Harsh Mistress", eine Jimmy Webb-Komposition, die schon in Versionen von Linda Ronstadt und Judy Collins Millionen Menschen zu Tränen rührte. Genau in diesen leisen Tönen entwickelt Karrin Allyson ihren ganzen Charme. Im Booklet beschreibt die Sängerin was ihr jeder Song bedeutet und lässt auch Anekdoten zu den einzelnen Original-Sängern und Komponisten fallen. Wenn man selbst Fan von Linda Ronstadt, Judy Collins, Jimmy Webb oder Carly Simon ist, bewegen einen diese Worte ganz besonders, merkt man hier doch, dass man manchmal mehr mit einem Künstler gemeinsam hat, als man glaubt: das Fan-Sein. Daher ist es auch die Liebe zu den Titeln, die bei Karryn Allison so deutlich auf "Wild For You" durchscheint.

Portrait:

Karrin Allyson wurde Mitte der 60er Jahre in Great Bend, Kansas (USA) geboren. Vor ihrer Jazz-Karriere spielte sie in einer Rock-Girl-Group und versuchte sich als Folk-Sängerin. Engagements in Nachtclubs von Kansas City, bei denen die Künstlerin auch als Pianistin überzeugte, ließen das Interesse der Plattenfirmen erwachen. 1992 unterschrieb sie bei Concorde Jazz und veröffentlichte ihr Debüt-Album "I Didn't Know About You". Zahlreiche Alben folgten in den 90er Jahren und die Sängerin mauserte sich zum Kritiker-Liebling. 2001 erlangte sie mit "Ballads: Remembering John Coltrane" ihren bislang größten Erfolg. Das Album kletterte auf Platz vier der US-Jazz-Charts und wurde zweimal für den begehrten Grammy-Award nominiert. Sowohl "In Blue" (2002), als auch "Wild For You" (2004) erreichten daraufhin die Top-5 der US-Jazz-Charts. Die "New York Times" nannte sie "eine der charismatischsten Musiker, die es derzeit in der Musikszene gibt".

7. September 2004, 12:00