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  • 02. September 2004, noch kein Kommentar

Seit Monaten sorgt sie schon für Furore: Bebel Gilberto gilt als neue Königin des Bossa Nova. Aber auch Electro- und Chillout-Fans sind begeistert!

Von Jan Gebauer

Nein, mit dem "Girl from Ipanema" Astrud Gilberto ist sie nicht verwandt, die ist wenn man so will, nur ihre Stiefmutter. Bebel Gilberto, die Tochter von Bossa-Nova-König Joao Gilberto (der war in den 60s mit Astrud verheiratet) und der brasilianischen Sängerin Miúcha, schafft es in Zusammenarbeit mit Marius de Vries (Madonna, Annie Lennox, Björk) den Bossa Nova ein weiteres Mal zu redifinieren. Dabei greift sie auf bekannte Mittel zurück: Traditioneller Bossa Nova kombiniert mit modernem Electro. Auf dem mit eigenem Namen betitelten Follow-Up zu dem sehr erfolgreichen Debüt "Tanto Tempo", präsentiert die Sängerin mit absoluter Gelassenheit echtes Brasilien-Feeling. Schon der erste Song "Baby" von insgesamt zwölf Stücken, lässt einen mit entspannten Seufzern in den Sessel sinken, und man verspürt ein warmes Gefühl, als wenn die Sonne aufgeht. Den besagten Titel sang auch schon schon die wunderbare Landsfrau von Bebel, Gal Costa. Die Themen variieren genauso wie ihre Entstehungsorte Rio, London, New York City und Salvador. Bebel lässt uns vor südamerikanischer Kulisse akustisch in große Gefühle eintauchen - von der zarten Pflanze des Verliebtseins ("Next To You") bis zur Liebe an kühlen Wintertagen ("Winter"). Zu den Höhepunkten gehört auch das verspielte "Aganjú" sowie "All Around", eine traurige Bossa-Ballade, die mit Unterstützung des japanischen Gitarristen Masaharu Shimizu eingespielt wurde. Aber das ist nur einer von vielen ausgezeichneten Musikern, die das Album veredeln. Allerdings bleibt Bebel Gilberto der Fixstern am musikalischen Firmament dieser wunderbaren Veröffentlichung.

Portrait:

Bebel Gilberto zählt zu den absoluten Ausnahmeerscheinungen am brasilianischen Musikhimmel. Ihre berühmte Mutter Miúcha brachte ihr das Singen bei, und wenn man Bebel hört, meint man auch ihren Vater Joao Gilberto zu hören. Schon als Kind spielte sie in Musicals wie "Saltimbancos" und "Pirlimpimpim" mit. Als 7-Jährige sang sie das erste Mal auf einem Album ihrer Mutter. Sie war erst neun, als sie wieder mit ihrer Mutter und dem unvergessenen Saxophonisten Stan Getz auf der Bühne der Carnegie Hall singen durfte.1983 nahm sie mit dem Sänger Pedrinho Rodrigues ein Album auf ("Um Certo Geraldo Pereira, Funarte"), veröffentlichte 1986 eine EP, wartete aber ansonsten lange auf ihr Solo-Debüt als Sängerin, um nicht vorschnell als Tochter großer Namen vermarktet zu werden. 1991 zog Bebel nach New York, begann live aufzutreten und arbeitete unter anderem mit David Byrne (Talking Heads) und Towa Dei (Deee Lite). Ende der 90er verschlug es sie nach England, fand aber Zeit 1998 mit ihrem Vater Joao für ein Duett in der Carnegie Hall aufzutreten. Ihr 2000er CD-Debüt "Tanto Tempo" war ein Riesenerfolg bei Kritikern und Publikum, das ihr auch zwei Latin-Grammy-Nominierungen ("Best New Artist", "Best Música Popular Brasileira Album") einbrachte. Das "Tanto Tempo Remixes"-Album aus dem nächsten Jahr machte sie zum Favoriten bei DJs rund um die Welt. Am 21. Juli 2004 gab sie ein umjubeltes Konzert in Berlin und präsentierte ihr neues Album "Bebel Gilberto". Erstmals knackte sie damit die Top-200 der US-Charts und belegte Platz eins der World-Music-Charts von Billboard.


9. September 2004, 12:00