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Simon Hughes ist seit 2010 Vizechef der liberaldemokratischen Partei, die Juniorpartner in der britischen Regierungskoalition ist

Journalisten der britischen "Sun" hörten vor sechs Jahren heimlich die Mailbox des liberaldemokratischen Politikers Simon Hughes ab und zwangen ihn anschließend, seine Bisexualität einzugestehen - der unverheiratete Hughes glaubt, durch den "Skandal" keine Chance mehr auf den Parteivorsitz gehabt zu haben.

Wie der Vize-Parteichef am Dienstag in einem öffentlichen Untersuchungsausschuss zur Aufklärung des Abhörskandals durch Boulevardzeitungen erklärte, habe ihm ein Journalist der "Sun" 2006 detaillierte Abschriften seiner Mailbox-Nachrichten gezeigt. Daraus ging hervor, dass Hughes einen schwulen Datingdienst genutzt hat. "Als Resultat darauf habe ich der 'Sun' ein Interview gegeben", erklärte Hughes. "Die haben diese Geschichte im Januar 2006 gebracht unter der Überschrift: 'Hughes: Ich hatte schwulen Sex'".

Der Abhörskandal erschütterte im vergangenen Jahr die britische Presselandschaft: Damals kam heraus, dass britische Boulevardblätter des US-Medienunternehmens News Corporation die Handy-Anrufbeantworter von Prominenten, Politikern sowie Angehörigen von Verbrechensopfern systematisch abhören ließen. Wie viele andere Opfer hat sich Hughes mit dem Medienkonzern von Rupert Murdoch Anfang Februar auf einen Vergleich geeinigt. News Corporation musste dem 60-Jährigen ein Schmerzensgeld in Höhe von 45.000 Pfund (53.000 Euro) zahlen.

Im Ausschuss erklärte Hughes, dass er wegen seines Outings keine Chance mehr auf den Parteivorsitz der Liberaldemokraten gehabt habe. Vor der Geschichte galt er als Favorit um die Nachfolge von Charles Kennedy, der vom Amt zurücktreten musste, nachdem ihn Zeitungen als Alkoholiker geoutet hatten. Nach der Veröffentlichung der "Sun"-Story sprangen aber viele Unterstützer ab, obwohl die Liberaldemokraten damals als homofreundlichste der drei großen Parteien galten. Menzies Campbell gewann am Ende die Wahl.

Ex-"Sun"-Redakteur: Hughes hat Recht auf Privatsphäre selbst verspielt

Seine Sexualität sei eine private Angelegenheit gewesen, über die die Zeitung nicht hätte berichten dürfen, sagte Hughes weiter. Trevor Kavanagh, der frühere Politikchef der "Sun", widersprach dieser Interpretation jedoch. Immerhin habe Hughes 2004 in Interviews mit der "Sun" und der Schwulenzeitung "Pink Paper" dementiert, dass er homosexuell sei. Dadurch habe der Politiker selbst seine Sexualität zum Thema gemacht.

Auch in der ferneren Vergangenheit hat sich Hughes als Heterosexueller in der Politik profiliert: So gewann er 1983 eine Nachwahl gegen den Homo-Aktivisten und damaligen Labour-Kandidaten Peter Tatchell, in der er sich als "straight choice" ("die Hetero-Wahl" oder "Die geradlinige Wahl") anpreisen ließ. Für diesen Wahlkampf entschuldigte sich der Liberaldemokrat erst 23 Jahre später - nachdem er bereits geoutet worden war. (dk)



#1 MarekAnonym
  • 29.02.2012, 15:05h
  • Murdoch halt!

    Da sieht man wieder mal, wie gefährlich Monopole sind und dass gerade im Bereich Journalismus / Medien besonders strenge Regeln gelten müssen.
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#2 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 29.02.2012, 15:49h
  • War klar, daß das Schundblatt "The Sun" und seine Schmierfinken ihre Hände im Spiel hatten! Es wird nicht mehr lange dauern, da haben die wegen der reißerischen Berichterstattung eine ziemlich fette Millionenklage am Hals!
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#3 Leo20mal6Anonym
#4 JoonasAnonym
#5 teemithonigAnonym
  • 09.03.2012, 00:08h
  • Ich finds unfair, jemanden gegen seinen Willen zu outen [es sei denn, jemand agiert offen homophob. Dann könnte ich's verstehen... aber das war ja hier bis auf diese eine Geschichte, wo er sich als "straight choice" präsentiert hat, nicht der Fall.]

    Inwiefern das seine Parteikarriere beschädigt hat oder ob er auch ohne diese Sache nicht Parteivorsitzender geworden wäre, ist im Nachhinein natürlich schwer zu sagen.

    Und Kartelle sind definitiv sehr kritisch zu betrachten- erst recht dann, wenn sich Journalisten so verhalten wie in diesem Fall.
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