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Keine Frage, wir gucken uns gern schöne Menschen an! Aber wie gesagt: gucken! Nicht unbedingt: hören! Denn bei Schönheitswettbewerben, egal ob homo oder hetero, ist die Befragung der Kandidaten oft der peinlichste Teil. Naive Mäuschen und Häschen, die sich den Weltfrieden wünschen, fehlen bei keiner dieser Shows. Am schlimmsten ist es freilich, wenn sich manche Teilnehmer aus eigenem Antrieb mit Botschaften an die Weltöffentlichkeit wenden.

Dies hat leider auch Chris Janik nicht lassen können, der deutsche Kandidat bei den Wahlen zum Mister Gay World im April 2012 in Südafrika sowie zum Mister Gay Europe im August in Rom. In einer Pressemitteilung ließ uns der 35-Jährige wissen, dass er sich als "Vorbild (Rollenmodell)" versteht und gab dazu ein paar gut gemeinte Trivial-Weisheiten zum Besten, die Omma nicht besser hätte formulieren können. Kostproben: "Das Leben ist eine riesige Herausforderung und ein Geschenk zugleich", "Der Mensch ist ein dreieiniges Wesen" sowie die Aufforderungen "Sucht Euch ein schönes Hobby!" und "Liest [sic!] mehr Bücher!" Dem letzteren Appell können wir uns nur anschließen, auch wenn wir da vermutlich ganz andere Autoren im Sinn haben...

Qualifiziert für die beiden internationalen Mister-Gay-Wettbewerbe hatte sich Janik im August des vergangenen Jahres, als er in Köln zum "Gay Mister Sportswear Germany" gewählt wurde. (mize)

Chris Janik im O-Ton:

Meine Teilnahme am Mr. Gay Europe Contest 2012 möchte ich dazu nutzen, um ein gutes Vorbild für andere Menschen aber natürlich auch für mich selber zu sein.

Auch wenn die Toleranz gegenüber Schwulen und Lesben in Deutschland relativ gut verbreitet ist, so dürfen wir uns niemals auf den Lorbeeren ausruhen. Noch immer werden in vielen Orten abseits der Metropolen Menschen aufgrund ihrer sexuellen Ausrichtung diskriminiert. Insofern sehe ich meine Aufgabe als Vorbild (Rollenmodell), weiterhin für Aufklärung und Toleranz zu kämpfen.

Toleranz ist natürlich auch in den eigenen Reihen von größter Bedeutung. Obwohl die älteren Generationen uns den Weg geebnet haben, so dass wir größtenteils unsere Sexualität offen ausleben dürfen, wird gerade diese Gruppe von Menschen oftmals ausgegrenzt. Wir sollten ihnen unsere Dankbarkeit zeigen und unseren Respekt erweisen, dafür dass wir in einer Zeit leben, in der es uns möglich ist, offen zu unserer Homosexualität zu stehen.

Dementsprechend bin ich überzeugt davon, dass ich im Alter von 35 Jahren ein gutes Bindeglied zwischen den Generationen sein kann, zudem sich mein Freundeskreis durch mehrere Altersgruppen durchzieht.

Respekt vor dem Menschen ist mir sehr wichtig, auch wenn dies oft in der Szene nicht immer anzutreffen ist. Deswegen möchte ich mich künftig nicht nur für Toleranz gegenüber Schwulen und Lesben einsetzen, sondern vor allem einen Beitrag für mehr Toleranz in den schwul-lesbischen Kreisen leisten.

Ausgrenzung aufgrund vom Alter, dem Aussehen, dem Inhalt des Geldbeutels oder Erkrankungen darf zukünftig in der Community keine Rolle mehr spielen. Vielmehr sollten wir die Diversität (Diversity) als Bereicherung für unser Leben nutzen. Die Verwirklichung eines entsprechenden Projektes oder Kampagne liegt mir sehr am Herzen und ich möchte meine Energie dafür nutzen, es schon bald in die Tat umzusetzen

Gutes Aussehen alleine ist nichts wert. Der Mensch ist ein dreieiniges Wesen und sollte nicht nur seine körperlichen Bedürfnisse befriedigen. Mein Tipp: Liest mehr Bücher. Bildet Euren Geist. Und macht was für Eure Seele: sucht Euch ein schönes Hobby, was Euch wirklich Freude bereitet. Nur dann werdet ihr wirklich gut aussehen und von innen strahlen.

In meinem Leben habe ich wirklich einiges erlebt, aber das Wichtigste habe ich mir immer vor Augen gehalten: Niemals aufzugeben. Egal wie schwer es zum gegebenen Zeitpunkt ist, es geht immer weiter und irgendwann hat man es überwunden. Das Leben ist eine riesige Herausforderung und ein Geschenk zugleich. Ein Geschenk sollte man auspacken und sich damit befassen und nicht einfach in die Ecke stellen.



#1 suspektAnonym
  • 29.02.2012, 14:44h

  • ich finde ja, dass er mit seinen aussagen im originaltext deutlich gehaltvoller ist, als so mancher von queer.de verfasster artikel!
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#2 FoXXXynessEhemaliges Profil
#3 Chris JanikAnonym
  • 29.02.2012, 17:18h
  • Vielen Dank für den so aufgeschlossenen Bericht.

    Glücklicherweise leben wir in Deutschland, wo jeder ein Recht auf seine eigene Meinung hat. Für dieses Recht muss man ja nicht mehr kämpfen.

    Liebe Grüße

    Chris Janik
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#4 Chris JanikAnonym
#5 Chris JanikAnonym
#6 chrisProfil
  • 29.02.2012, 19:01hDortmund
  • Ich habe im ZDF mal eine sehr interessante Reportage zum der Frage gesehen, Warum "hübsche" Menschen immer gleich für oberflächlich und unfähig gehalten werden. Ich habe sie leider auf die Schnelle nicht gefunden.

    Solage der gute Mann aber nicht Sprüche loslässt wie "Esst mehr Bohnen", wüsste ich nicht, was es da großartiges dran auszusetzen gibt.
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#7 patrick1204
  • 29.02.2012, 19:12h
  • Schade das dem Blog-Schreiber völlig entgangen ist, dass die Themen mit denen sich Yanic in seiner Pressemitteilung beschäftigt hat, alles andere als Trivial-Weisheiten sind.
    Die zunehmende Diskriminierung von Randgruppen innerhalb der "Community" ist mehr als beschämend und kann garnicht oft genug thematisiert werden.
    Wer sich aber lieber mit den kleinen Unzulänglichkeiten des Textes aufhält, offenbart dabei nur, welcher Schreiber hier wohl das naive Häschen ist.
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#8 chrissi pussiAnonym
#9 MariaRatzingerProfil
  • 01.03.2012, 11:22hMünster
  • Das ganze Gerede von der sogenannten "Gay Community" beruht letztendlich auf einen Übersetzungsfehler. In den USA, von wo der Begriff stammt, gibt es die "Chinese Community", die "Mexican Community" und eben auch die "Gay Community", was aber nichts anderes bedeutet als "Bevölkerungsgruppe".

    Die Übersetzung in "Gemeinschaft" ist also falsch, denn dieses deutsche Wort schließt so etwa wie gefühlsmäßige Nähe, Zusammengehörigeitsgefühl und Solidarität mit ein. Das ist aber mit dem amerikanischen Wort "community" so nicht gemeint.

    Wenn einem dies einmal bewusst geworden ist, ist die Enttäuschung darüber, dass es so gut wie kein Zusammengehörigkeitsgefühl unter Schwulen und Lesben gibt, nicht so groß. Dann kann man auch aufhören, darüber zu jammern.
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#10 HartAberTreffendAnonym
  • 01.03.2012, 11:51h
  • Sorry, aber gab es keine anderen Kanditaten? Keine gute Frisur, Gesicht nicht auf allen Fotos fotogen und nicht attraktiv genug, mieser Klamottenstil. Bist du aus dem neuen Deutschland?
    Nur der Body ist gut für einen 35 jährigen.
    Deine Aussagen finde ich auch nicht so blöd, die wollen hier nur dass man gmünder bücher kauft.
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