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Süß! Ralf König in den Armen seines Freundes (Bild: Basis Film)

Gibt es über Ralf König noch etwas zu sagen, das wir nicht wissen? Rosa von Praunheim meint: ja - und präsentiert den Comiczeichner in seiner neuen Doku.

Von Christian Scheuß

Der Trailer zum Film erzeugt ein ungutes Gefühl. Erste Szene: Auf dem Papier entsteht eine der berühmten Knollennasen, die Hand, die den Stift führt, muss die von Ralf König sein. Zweite Szene: Ralph Morgenstern thront in rosa Trash-Ambiente, aus dem Off eine der berüchtigt merkwürdigen Praunheim-Fragen: "Kennst du Ralf König, hast du schon mal Comics von ihm gelesen...?" Da hätte Rosa die Kölner Klatschtante genauso gut fragen können, ob er denn schon mal den Kölner Dom gesehen hat. Dritte Szene: Hella von Sinnen sprengt beinahe das Bild (gut, dass es keine Doku in 3D ist) und verrät, dass nach Film der Comic ihr "Lieblingsmedium" ist.

Es folgen weitere Ausschnitte aus Interviews mit einem heterosexuellen Buchhändler - Praunheim-Frage: "Hast du da was über schwulen Sex und Techniken gelernt, denn da ist er ja sehr genau?" und einem heterosexuellem Besucher einer Lesung, der gerade auf ein Autogramm wartet. Praunheim-Frage: "Könnte man nach Ralf König-Comics schwul werden?" Der Gefragte lächelt etwas gequält und meint "Joah!" Nach sechzig Sekunden ist endlich Ralf König mal kurz zu sehen, wie er auf einer Bühne steht und dankend den Kopf neigt. In die Praunheimsche Kamera spricht er nicht, dafür hört man Ausschnitte aus einer seiner szenischen Lesungen.

Bekommt Rosa von Praunheim neue Seiten von Ralf König zum Vorschein?

Das ungute Gefühl entsteht einfach dadurch, dass der Selbstdarsteller Rosa von Praunheim andere Selbstdarsteller des seichten Fachs über Ralf König reden lässt, statt dass er den Comiczeichner zu Wort kommen lässt. Dass man ihn kennt, ist keine Neuigkeit. Dass es dank seiner Knollennasen gelungen ist, den von Praunheim immer und immer wieder beschworenen Hetero-Homo-Clash der Kulturen ein Stück weit zu überwinden, ist offensichtlich. Was also gäbe es von dem erfolgreichsten Comiczeichner Deutschlands noch zu erfahren, das wir nicht wissen? Wie kommt man näher an diesen äußerst zurückhaltenden Menschen heran, der einen allzu großen Trubel um seine Person vermeidet, der sich darüber wundert - und manchmal ärgert -, wie schnell die Lebenszeit vergeht, und der seit gut zwei Jahren mit Ausstellungen und Auszeichnungen geehrt und geadelt wird?

Es klappt, denn der Film entwickelt sich doch anders als es der Trailer vorzugeben scheint. Auch wenn der schrille Filmemacher zunächst nur den bekannten Lebensweg des stillen Künstlers abklappert, es gelingt von Praunheim dann doch, sich soweit zurückzunehmen, dass sich die Persönlichkeit von Ralf König und sein Intellekt im Laufe der Doku entfalten und zeigen kann. Es ist eine Liebeserklärung an einen Provokateur mit dem Bleistift als seine schärfste Waffe und an einen lebens- wie liebeshungrigen 50-Jährigen, der, wenn er vor der Kamera in die Arme seines Freundes sinkt, ganz authentisch er selbst ist.

Bundesweiter Filmstart am 1.3. 2012

Youtube | Der Trailer zur Doku


#1 fdssfAnonym
  • 01.03.2012, 15:36h
  • "Der König des Comics im Kino"

    Also ich bitte euch, als wenn König der König der Comics wäre... Da kenn ich echt bessere Zeichner !!! Zumal ich Ralf König ziemlich verlogen finde, hat mit Tabu Themen seine Karriere aufgebaut um dann den "schwanz" einzuziehen...

    www.taz.de/!69221/

    Praunheim und König, ein Ideales Paar...
    Jetzt können die sich ja von Alice Schwarzer verpartnern lassen, die mögen ja Männer so...
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#2 FoXXXynessEhemaliges Profil