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Das Festival fand jährlich zwischen 2008 und 2010 statt

Weiterer Rückschlag für Homo-Aktivisten im mehrheitlich muslimischen Malaysia: Ein Gericht hat das polizeiliche Verbot eines Homo-Festivals im November 2011 für rechtmäßig erklärt.

Die Behörden in Kuala Lumpur hatten die Ausrichtung von "Seksualiti Merdeka" (Freiheit der Sexualität) untersagt, weil das Festival die öffentliche Ordnung störe und die Teilnehmer Straftaten vorbereiten könnten (queer.de berichtete). Dieses Verbot habe nicht gegen die in der Verfassung garantierte freie Meinungsäußerung verstoßen, hat Richterin Rohana Yusuf am Donnerstag in erster Instanz geurteilt. Die Organisatoren des Festivals haben bereits angekündigt, gegen das Urteil Berufung einlegen zu wollen. Die "Seksualiti Merdeka"-Organisatoren hatten Auftritte von Musikern, Gesprächskreise und eine Ausstellung geplant.

Das Gericht hat der Polizei das Recht zugesprochen, jegliche öffentliche Veranstaltung zu untersagen, wenn sie die öffentliche Ordnung stört. Insbesondere muslimische Organisationen hatten gegen die schwul-lesbische Veranstaltung protestiert, weil diese ihrer Ansicht nach gegen islamische Werte verstoße. Auch Vize-Premierminister Muhyiddin Yassin kritisierte das Festival als "unmoralisch".

Youtube | Erste Reaktionen der "Seksualiti Merdeka"-Vertreter nach der juristischen Niederlage (auf Englisch)

Sieg für Extremisten


Das vergleichsweise liberale Kuala Lumpur ist der Zufluchtsort vieler schwuler Malaysier, die ihrer ländlichen Heimat entkommen wollen (Bild: emilio labrador / flickr / by 2.0)

"Wieder einmal haben die Stimmen der Extremisten die Stimmen für Toleranz übertönt", erklärte "Seksualiti Merdeka" in einer ersten Stellungnahme. Organisator Pang Khee warnte vor einem Polizeistaat: "Wenn die Polizei willkürliche Befugnisse erhält, die nicht vor Gericht überprüft werden können, dann kann sie diese Befugnisse nach Gutdünken missbrauchen", so Pang. Er sei traurig, dass es im Land zu einem Stillstand bei den Menschenrechten gekommen sei.

Das Festival wurde erstmals 2008 ausgerichtet, allerdings sorgte erst eine Aktion 2010 für Aufregung unter Fundamentalisten. Damals hatten die Organisatoren dazu aufgerufen, Videos einzusenden, in denen sich die Teilnehmer zu ihrer Homosexualität bekennen. Vorbild der Kampagne war das amerikanische "It Gets Better"-Projekt, mit dem Mobbing und Diskriminierung von Schwulen bekämpft werden soll. Im konservativen Malaysia führte das aber zu einer Gegenreaktion. Am Ende wurden nur fünf Videos veröffentlicht, weil die Teilnehmer Todesdrohungen erhalten hatten.

Ein großes Problem für die Szene ist auch die Gesetzgebung: In Malaysia stehen selbst auf einvernehmliche homosexuelle Handlungen bis zu 20 Jahren Haft oder Auspeitschung. Muslimische Schwule können in islamischen Sondergerichten zusätzlich belangt werden. 60 Prozent der Malaysier sind Muslime, ein Austritt aus der Religionsgemeinschaft ist verboten. Trotz der schlechten Rahmenbedingungen hat sich in der relativ offenen Metropole Kuala Lumpur eine schwule Szene entwickelt. (dk)



#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
#3 le_waldsterbenProfil
#4 xapplexAnonym
#5 finkAnonym
#6 seb1983
  • 01.03.2012, 22:28h
  • Antwort auf #4 von xapplex
  • Das ist eben ein Reflex hier. Immerhin hat es ne weile gedauert bis der Kommentar kam.

    Umgekehrt wird ein Schuh draus:
    Wer wäre auf die Idee gekommen bei einem Artikel etwa über Italien loszulassen in muslimischen Ländern ist es auch nicht besser?

    Vielleicht einfach deutsche Selbstkasteiung.
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#8 JoonasAnonym