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Will das Münchner Jugendamt lesbische und schwule Pflegeeltern abschrecken? (Bild: Wiki Commons / Plywak / CC-BY-SA-2.0)

In der bayerischen Landeshauptstadt müssen homosexuelle Paare, die eine Pflegefamilie bilden wollen, ein so genanntes Zusatzblatt mit intimen Fragen ausfüllen.

Auf dem bundesweit vermutlich einmaligen Homo-Fragebogen
sollen die Bewerber u.a. Angaben über die Reaktionen des sozialen Umfeldes auf ihre Homosexualität machen. Außerdem müssen sie offenbaren, ob es jemanden gibt, dem sie ihre Partnerschaft verheimlichen und dies gegebenenfalls begründen. Die schwul-lesbischen Paare sollen ferner darlegen ob es aus ihrer Sicht einen Unterschied macht (für sie selbst, das Kind und die Herkunftsfamilie), wenn das Kind zu einem gleichgeschlechtlichen Paar vermittelt wird. Für heterosexuelle Bewerber gibt es keinen entsprechenden Fragebogen.

Der Münchner Stadtrat Thomas Niederbühl von der Rosa Liste verlangte die sofortige Einstellung dieser Praxis. "Die Einführung dieses Fragebogens vermittelt den Eindruck, dass es im Stadtjugendamt keinerlei Bewusstsein für die Tragweite und Bedeutung einer solchen Sonderbehandlung einer über weite Epochen der Geschichte verfolgten Minderheit gibt", sagte Niederbühl: "Dieses Zusatzblatt stellt eine massive Verletzung aller Antidiskriminierungsbestrebungen der letzten Jahre dar. Eine solch diskriminierende Haltung widerspricht völlig der erfolgreichen Gleichstellungspolitik der letzten Jahre."

Die rosa liste fragt nach der Rechtsgrundlage


Politisch verantwortlich für das Zusatzblatt: Sozialreferentin Brigitte Meier (SPD) (Bild: SPD München)

Darüber hinaus forderte Niederbühl umfassende Aufklärung über die Rechtsgrundlage für dieses Vorgehen. Darüber hinaus soll die Stadtverwaltung offen legen, ob entsprechende Fragebögen auch für andere Minderheiten wie etwa Menschen mit Behinderung oder Menschen mit Migrationshintergrund bestehen und mit welcher Methode die Antworten ausgewertet wurden.

Auch die Grünen, die mit der Rosa Liste eine gemeinsame Fraktion bilden, kritisierten das Zusatzblatt. "Aus der vom Bundesjustizministerium herausgegebenen Studie 'Kinder in gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften' geht klar hervor, dass sich Kinder in solchen Familien bestens entwickeln können", heißt es in der Stellungnahme der Fraktionsvorsitzenden Lydia Dietrich: "Offenbar ist dieser Kenntnisstand noch nicht bis ins Münchner Jugendamt vorgedrungen, wo gleichgeschlechtlichen Pflegeeltern mit diesem Fragebogen spezielle Defizite und Probleme unterstellt werden." Die Grünen-Chefin vermutet: "Anscheinend werden diese Bewerber vom Jugendamt besonders kritisch betrachtet und sollen jedenfalls nicht ermutigt werden."

Pikant an dem bayrischen Lokalskandal: Die Fraktion Die Grünen - Rosa Liste stellt 12 von 80 Sitzen im Münchner Stadtrat und bildet zusammen mit der SPD (33 Sitze) die Münchner Stadtregierung. Politisch verantwortlich für das Zusatzblatt ist die sozialdemokratische Sozialdezernentin Brigitte Meier. (cw)



#1 ClaudiaAnonym
  • 01.03.2012, 16:45h
  • Die sollen doch froh sein, wenn es vernünftige und liebende Menschen gibt, die Pflegekinder aufnehmen wollen. Stattdessen wird weiter diskriminiert und erniedrigt. Übel.
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#2 SaskiaAnonym
  • 01.03.2012, 18:41h
  • Ein Wahnsinn!!

    Das gibt es aber nicht nur in München!
    Auch im "ach so toleranten und weltoffenen Köln" liegt da einiges im argen.

    Als lesbischen, oder auch schwules Paar hat man da echt zu kämpfen
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#3 MariaRatzingerProfil
  • 01.03.2012, 18:55hMünster
  • Dieser Fragebogen ist sehr sinnvoll. Es kann doch wohl keiner abstreiten, dass es -leider- immer noch Diskriminierungen von Schwulen und Lesben gibt und sich deshalb viele von ihnen aus der Gesellschaft zurück ziehen. Es mag sogar im Einzelfall schwule oder lesbische Paare geben, die aus dieser Isoliertheit heraus Kinder aufnehmen wollen. Für Kinder aber ist es wichtig, dass sie mit den verschiedensten Menschen zusammen kommen und nicht nur mit den schwulen bzw lesbischen Freunden/Innen ihrer Pflegeeltern.
    Dieses reflexartige Geschrei über eine angebliche Diskriminierung nervt nur noch!
    Auch diese Frage muss man vorrangig aus Sicht des schwächsten Teils betrachten, und das sind nunmal die Kinder. Das Jugendamt trägt die Verantwortung, dass die Kinder optimal untergebracht werden.
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#4 Timm JohannesAnonym
  • 01.03.2012, 19:19h
  • Antwort auf #2 von Saskia
  • Das ist ein skandalöser Vorgang am Jugendamt in München, den die rot/grün regierte Stadtregierung unter Christian Ude schnell beenden sollte.

    Nicht nur, das die Jugendämter froh sein sollten, wenn Sie Pflegefamilien finden.

    Es ist darüberhinaus ein einziger Skandal, dass hier eine einzelne Grosstadt einen Alleingang des Jugendamtes wagt. Dafür besteht weder eine rechtliche Grundlage, wonach dieser Befragungsbogen erhoben werden darf noch dürfte dieser politisch vom Stadtrat in Münschen legitimiert worden sein.

    Welcher Jugendamtsleiter in München trägt denn dort die Verantwortung `?

    *
    www.muenchen.de/rathaus/Stadtverwaltung/Sozialreferat/Jugend
    amt.html


    *
    www.muenchen.de/rathaus/Stadtverwaltung/Sozialreferat/Jugend
    amt/Pflegeeltern-Adoption.html


    Als E-Mailadresse findet sich:

    E-Mail an jugendamt.soz@muenchen.de

    E-Mail: pflege-adoption.soz@muenchen.de

    Das scheint doch eher nach einem Jugendamtsleiter zu klingen, der hier sehr eigenmächtig diesen Extrabogen erstellt hat.
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#5 alexander
  • 01.03.2012, 20:10h
  • Antwort auf #3 von MariaRatzinger
  • zitat von dir :
    ["Dieser Fragebogen ist sehr sinnvoll. Es kann doch wohl keiner abstreiten, dass es -leider- immer noch Diskriminierungen von Schwulen und Lesben gibt und sich deshalb viele von ihnen aus der Gesellschaft zurück ziehen. Es mag sogar im Einzelfall schwule oder lesbische Paare geben, die aus dieser Isoliertheit heraus Kinder aufnehmen wollen. Für Kinder aber ist es wichtig, dass sie mit den verschiedensten Menschen zusammen kommen und nicht nur mit den schwulen bzw lesbischen Freunden/Innen ihrer Pflegeeltern.
    Dieses reflexartige Geschrei über eine angebliche Diskriminierung nervt nur noch!"] ????

    ich habe das gefühl, dass du hier dein persönliches unvermögen und deine defizite abladen willst ? zumindest wenn man zwischen den zeilen liest !
    allein schon deine pauschalisierung, indem du von DEN SCHWULEN und DEN LESBEN sprichst , zeigt, dass es dir überhaupt nicht um die problematik an sich geht, sondern nur "reflexartiges geschrei"! (siehe oben!)

    ich lebe seit 45 jahren offen schwul, in all meinen persönlichen bereichen und habe in der relation gesehen, selten wirklich bösartige diskriminierung erleben müssen !
    wenn man bedenkt, dass unsere gesellschaft heute mehrheitlich für unsere rechte steht, gibt mir das recht !
    in welchem schrank lebst du eigentlich ? ich habe zeit meines lebens immer mehr hetero freunde (beiderlei geschlechtes) gehabt, als schwule ! vielleicht liegt es auch daran, dass ich mich nie als gesellschaftlicher aussenseiter gesehen, geschweige verhalten habe !
    jede form von schwuler selbstbeweihräucherung, war mir immer zuwider !

    die diskriminierung, die uns immer erheblich zu schaffen machte, existiert nach wie vor, überwiegend durch kirche und staat ! und leutchen wie dir !
    nur als beispiel, wenn uns 2001 die vollen bürgerlichen rechte zugestanden worden wären, hätte der berühmte ALLTAG die situation für uns schon viel früher "normalisiert"! (was das auch immer bedeutet!)

    das jugendamt hat damit überhaupt nichts zu schaffen, in anderen eu-ländern gibt es diese einrichtung erst garnicht ! aber dein "ruf nach demselben", spricht eine deutliche (deutsche) sprache ! immer schön die eigenverantwortung an institutionen abgeben und hinterher mit dem stinkefinger auf andere zeigen, mit den worten : ich habe es immer gewusst und gesagt.......!)
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#6 GastAnonym
  • 01.03.2012, 20:36h
  • Willst du damit sagen, dass dieses Papier auch für andere diskriminierte bzw. isolierte Gruppen ingeführt werden sollte?

    Zum Beispiel behinderte oder dicke Menschen.

    Wenn nein, was unterscheidet diese Gruppen von Schwulen und Lesben, wenn es auch dort die von dir genannten Einzelfälle gibt?

    Dieses reflexartige Geschrei über einen angeblichen Schutz der Kinder nervt nur noch. Ein Kind, das bei verrückten homosexuellen Eltern aufwächst ist nicht schlechtergestellt als ein Kind, das bei verrückten heterosexuellen Eltern aufwächst.
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#7 Lapushka
  • 01.03.2012, 20:49h
  • Antwort auf #3 von MariaRatzinger
  • "Für Kinder aber ist es wichtig, dass sie mit den verschiedensten Menschen zusammen kommen und nicht nur mit den schwulen bzw lesbischen Freunden/Innen ihrer Pflegeeltern."

    Wieso müssen hetero Pflegeeltern dann keinen Bogen ausfüllen ob sie auch genug Schwule, Lesben und Trans Leute in ihrem Freundeskreis haben? Man will doch schliesslich dass die Kinder mit verschiedensten Menschen zusammen kommen nicht wahr?
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#8 pearlyjeremAnonym
  • 01.03.2012, 21:48h
  • über pflegeeltern hört man viele, schlimme sachen wenn man an die aktuellen fälle denkt.
    das konzept gefällt mir nicht, sinnvoller sind präventionsmaßnahmen für verhütung und sorgerechtsentzug für unfähige eltern!
    wenn eine mutter unfähig ist ihr kind groß zuziehen und erwartet das sich andere darum kümmern müssen alle alarmglocken schellen und keine pflegefamilie gesucht werden sondern adoptiveltern! was ist wenn die pflegeeltern das kind in der zwischenzeit lieb gewonnen haben und das kind auch bei den pflegeeltern bleiben will? wenn die mutter es zurück will haben die pflegeeltern keine rechte.
    so wird das kind immer hin und hergerissen, zwischen den "eltern" und pflegefamilien...sowas ist doch scheisse für ein kind!
    was sind das nur für mütter die so unfähig sind? fürs beine breit machen reichts, aber fürs hirn einschalten und die pille nehmen nicht...
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#9 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 01.03.2012, 23:49h
  • Diese Fragebögen sind überflüssig! München sollte froh sein, daß schwule und lesbische Paare sich als Pflegeeltern anbieten und dann legt man ihnen ja noch solche Steine in den Weg! Herr OB Ude, bitte schreiten Sie ein!
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#10 schwulenaktivist
  • 02.03.2012, 06:24h
  • Mehr als der gewohnte "Betroffenheitsjournalismus" unter Schwulen wäre die Rückfrage bei der betroffenen Behörde und ihrer VertreterInnen gewesen...
    Vielleicht haben die sich durchaus was dabei gedacht!
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