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Gläubige Christin: Valeria Hinck, Jahrgang 1960, ist nicht nur Autorin, sondern auch Ärztin für Innere Medizin

Einer der Klassiker über gläubige Lesben und Schwule und ihren Platz in der Kirche wurde nach neun Jahren neu aufgelegt: "Streitfall Liebe".

Von Franz Krämer

"Vor diesem Buch wird man Sie warnen. Es ist viel zu ‚liberal' für fromme Menschen und viel zu ‚fromm' für liberale Geister", kommentiert Klaus Douglass in seinem Vorwort. "Valeria Hinck setzt sich mit diesem Werk mutig zwischen alle bereitgestellten kirchlichen Stühle. Und erweist damit unzähligen Menschen einen wichtigen Dienst." Douglass ist evangelischer Theologe und bekannter Buchautor und selbst heterosexuell. Dennoch erscheint ihm die Diskussion um den Platz homosexueller Christen in der Kirche notwendig.

Valeria Hinck ist Christin - und lesbisch. Über viele Lebensjahre hinweg stellte sie sich selbst die Fragen: Wie soll ich damit leben? Ist das wirklich unvereinbar? "Für viele bibeltreue Christen ja... Lange Zeit war auch mein Denken davon bestimmt", beschreibt die Autorin ihren eigenen Weg, ihr eigenes jahrelang gelebtes Dilemma. "Aber was für die einen ein dogmatisch-theologischer Diskussionspunkt sein mag, bedeutet für den Betroffenen eine existenzielle Frage, deren Beantwortung mit dem praktischen Leben eingelöst sein will."

Für welchen Leserkreis ist das Buch in erster Linie gedacht? "Ich schreibe es weniger, um jene zu überzeugen, die fürchten, die Gemeinde Christi vor einer homosexuellen ‚Propaganda' und Infiltration bewahren zu müssen", erläutert Hinck. "Sondern ich schreibe für Menschen, denen es ergangen sein mag wie mir auch. Und für solche, die sich fragen, wie sie ihren Schwestern und Brüdern im Glauben begegnen können, die als Homosexuelle einen Platz in der Gemeinde suchen." Liberal ausgerichtete Christen mögen hiermit weniger Probleme haben, aber so richtet sich das Buch vor allem an jene, die in konservativ-bibelorientierten Glaubensrichtungen zuhause sind.

Homosexuelle Partnerschaften entsprechen dem Wort Gottes


Das Buch richtet sich vor allem an jene, die in konservativ-bibelorientierten Glaubensrichtungen zuhause sind

Anhand von zahlreichen Bibelzitaten tritt die Autorin den Beweis an, dass Kirche und Homosexualität durchaus miteinander vereinbar sind. Dabei bricht sie gleichsam eine Lanze für mehr Offenheit gerade im Umgang mit der Frage, ob gleichgeschlechtliche Partnerschaften dem Wort Gottes entsprechen, auch um die Zerrissenheit, in der viele homosexuelle Christen leben, zu beenden. Das Buch von Valeria Hinck räumt auf mit der Auffassung, Homosexualität sei von der Bibel her abzulehnen und man müsse sich entscheiden zwischen dem Gehorsam gegenüber Gott und der Solidarität mit Homosexuellen.

"Immer wieder bin ich auf meinem Lebensweg homosexuellen Menschen begegnet. Diese Begegnungen haben mein Denken in dieser Frage nach und nach verändert", erläutert Pfarrer Douglass seine eigene Betroffenheit als heterosexueller Christ. "Das Buch von Valeria bildet für mich den Abschluss eines Jahrzehnte langen Umdenkungsprozesses. Und ich bin mir sicher, es wird auch vielen anderen Menschen in dieser Hinsicht helfen."

Eine überarbeitete und ergänzte Fassung des 2003 erstmalig im Münchener Claudius Verlag veröffentlichten Buches "Streitfall Liebe" ist nun in einer Neuauflage des Dortmund Verlages erschienen.

Dr. Valeria Hinck: Streitfall Liebe. Biblische Plädoyers wider die Ausgrenzung homosexueller Menschen, 148 S., Dortmund Verlag, Dortmund 2012, 17,95 €



Auch Westerwelle lobt Papst

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat sich positiv über die Aussagen von Papst Franziskus zur Homosexualität geäußert.
#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 03.03.2012, 15:52h
  • Schwul + Christ = okay
    Lesbisch + Christ = okay
    Schwul + Katholisch = paradox
    Lesbisch + Katholisch = paradox
    Valeria Hinck = toll
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#2 goddamn liberalAnonym
  • 03.03.2012, 17:01h
  • Na ja,

    die homophobe Quellenlage in der Bibel ist eher dünn und der Religionsstifter Jesus sagt dazu gar nichts.

    Man kann aber nicht übersehen, dass die Einführung des Christentums in der antik-hellenischen Welt nicht nur ein schlimmer Rückschritt für Kultur und Wissenschaft war, sondern auch ein Sieg sexual- und leibfeindlicher Repression.

    de.wikipedia.org/wiki/Hypatia

    Die Hasstiraden der sogenannten Kirchenväter gegen den homoerotischen Antinoos-Kult und die Antinoos-Statuen, die ein letzter Höhepunkt antiker Plastik waren (erst in der Renaissance wurde diese Niveau nach über 1000 Jahren klerikaler Finsternis wieder erreicht), sprechen für sich..

    en.wikipedia.org/wiki/Antinous
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#4 Timm GeertAnonym
#5 Meleg29Profil
  • 03.03.2012, 18:47hCelle
  • Ein sehr hilfreiches Buch!
    In unserer ev.-luth.Kirchengemeinde haben es auch Kirchenvorsteher im Regal.
    Und: Es kam gar nicht erst zum Streitfall !!!
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#6 GeorgB
  • 04.03.2012, 00:55h
  • Antwort auf #5 von Meleg29
  • Ich mag wenig Hilfreiches an einem Buch erkennen, dass indoktrinierte Erwachsene in der Ansicht bestätigt, es gäbe ein unsichtbares Zauberwesen, was über die sexuelle Ausrichtung eines Menschen moralisch empört sein könnte oder auch nicht, je nach Auslegung.
    Hilfreich fände ich ein Buch, dass solchen Erwachsenen die Augen öffnet, dass es keine Elfen, Kobolde oder Götter gibt, die vor Wut mit dem Fuß aufstampfen, wenn eine Frau eine Frau liebt oder ein Mann einen Mann liebt.
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#7 Mariposa Anonym
  • 04.03.2012, 12:19h
  • Ich kenne Valerias Buch und finde es mit Abstrichen hervorragend, zum Teil stark im evangelikalen Geist geschrieben (muß aber sein, damit sich die Schwarmgeister dieser Bewegung schwer tun, überzeugend zu kontern). In der Tat, von Jesus ist keinerlei verachtendes Wort von und über Homosexualität überliefert - was aber nicht wirklich wundert, wenn man sich mit seiner Person etwas nähert beschäftigt. Paulus war Pharisäer, sein Wort wird leider nur sehr oft über das von Jesu gestellt....
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#8 Timm GeertAnonym
  • 04.03.2012, 12:41h
  • Antwort auf #7 von Mariposa
  • Ich habe mich letztens mit Jesus unterhalten.

    Er erklärte mir, dass die Kirchen zum Beispiel zwar gegeneinander konkurrieren, sich aber auf dem Gesinnungsmarkt wiederum alle zusammen verhalten wie ein Branchenverband.

    Wenn hier Moscheen gebaut werden sollen, unterstützen die christlichen Kirchen das Vorhaben. Denn es geht um Markterweiterung.
    Hauptsache, die Leute sind Kirchenkunden.

    Dann ist es nur noch eine Frage der Geschäftsstrategie, ob sie ein Produkt kaufen oder das der Konkurrenz. "Wenn die Kunden sich an Rama gewöhnt haben, kaufen sie auch Sanella."

    Konkurrenz sei gut für's Geschäft, besonders auf dem Markt der Weltanschauungen.

    Da kann das eine oder andere Alleinstellungsmerkmal nicht schaden.
    Der Vorteil für notorische Hausierer und Handlungsreisende liegt klar auf der Hand.
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#9 daVinci6667
  • 04.03.2012, 15:05h

  • Manche mag das hier vielleicht erstaunen, aber ich finde dieses Buch gut!

    Es ist sicher nicht geschrieben worden für aufgeklärte Menschen, die schon lange nicht mehr an diese Fabelwesen in der Bibel glauben, die auch noch uneingeschränkten Gehorsam fordern.

    Leider hält selbst eine grosse Mehrheit der Menschen in Westeuropa noch immer an ihrem Glauben fest. Wir sind halt eben längst noch nicht so fortschrittlich und aufgeklärt wie viele glauben wollen. (Von Osteuropa und den anderen Kontinenten wollen wir gar nicht erst sprechen.

    Ich finde ein Buch zu schreiben, welches den Alltag derjenigen GLBTs erleichtern kann, die halt ihrem jetzigen persönlichen Entwicklungsstand gemäß noch nicht auf solchen Hokuspokus verzichten können, gebührt Respekt und Annerkennung!

    Trotzdem Ziel muss natürlich Ziel sein, möglichst alle in die nötige persönliche Freiheit zu versetzen, dass sie den süssen Versuchungen jedwelcher Religionen widerstehen können.

    Zum Glück braucht eine zumindest eine deutliche Mehrheit hier im Forum dieses Buch nicht.
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#10 Geert
  • 04.03.2012, 16:06h
  • Schwule und Lesben werden sich nur dann in der Kirche wohlfühlen, wenn sie für sich ein historisch-kritisches Bibelverständnis akzeptieren können. Es ist keine Lösung, einzelne Bibelstellen solange hin und her zu drehen, bis es passt. Schwule und Lesben sollte sich deshalb zunächst einmal intensiv mit Religions- und Kirchengeschichte sowie mit der historisch-kritischen Bibelforschung auseinandersetzen.
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