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Das Seebad Binz setzt Prioritäten: Besoffene Väter sind am 17. Mai erwünscht, Schwule und Lesben mit Flugblättern jedoch nicht (Bild: Wiki Commons / Flamenc / CC-BY-SA-3.0)

Der Verein "Regenbogen" aus Stralsund darf zum Internationalen Tag gegen Homophobie am 17. Mai 2012 keinen Infostand im Ostseebad Binz aufbauen. Einen entsprechenden Antrag lehnte die Gemeinde nach einem Bericht der Ostsee-Zeitung ab.

Gleich zwei Gründe wurden angeführt, warum ein Infostand auf dem Binzer Seebrückenvorplatz nicht möglich sei. "Wir haben schon vor Jahren beschlossen, dass an dieser Stelle keine politischen Veranstaltungen jeder Art stattfinden sollen", erklärte zum einen der parteilose Bürgermeister Karsten Schneider. Der zuständige Betriebsausschuss der Kurverwaltung wies zum anderen darauf hin, dass am 17. Mai auch Christi Himmelfahrt sei. "Wenn dann Betrunkene mit ihren Bollerwagen auf die Homosexuellen treffen, gibt das nur Ärger", erklärte der Ausschussvorsitzende Harald Schewe gegenüber der Ostsee-Zeitung.

Vor der eigenen Haustür mit Vorurteilen kämpfen


Will keine "politischen Veranstaltungen" auf dem Seebrückenvorplatz: Bürgermeister Karsten Schneider (Bild: Gemeinde Binz)

Der Stralsunder Verein "Regenbogen" reagierte entsetzt und machte die Ablehnung öffentlich: "Wir sind keine politische Institution, sondern wollen für Toleranz und Akzeptanz werben", sagte Vereinsmitglied Ralf Goede. Zudem habe es laut "Regenbogen" zuvor bereits eine Genehmigung gegeben, am 17. Mai eine Regenbogenfahne auf dem Binzer Seebrückenvorplatz zu hissen. "Damit Anwohner und Gäste überhaupt wissen, warum wir unser Fähnchen in den Wind hängen, ist das noch nicht das Ende der Fahnenstange! Mit einem Stand, einer kleinen Bühne sowie Gästen aus der regionalen Politik wollen wir darauf aufmerksam machen, dass Lesben und Schwule in der ganzen Welt, aber leider auch immer noch vor der eigenen Haustür mit Vorurteilen und Homophobie zu kämpfen haben", heißt es auf der Homepage des Vereins.

Die Ablehnung des Infostands zeige, dass es auch auf Rügen noch viel Aufklärungsbedarf gebe, kommentierte Ralf Goede gegenüber der Ostsee-Zeitung. Der gebürtige Binzer hofft jedoch, dass es sich die Gemeinde noch einmal anders überlegt.

Binz liegt an der Ostküste von Rügen und ist das größte Seebad der Insel. Mit 1.872 Sonnenscheinstunden pro Jahr lockt es zahlreiche Urlauber an den breiten, feinsandigen Strand. Parallel zum Strand verläuft die Strandpromenade mit Gastronomie und Hotels. (cw)



#1 AnyoneProfil
  • 06.03.2012, 06:57hDortmund
  • Wenn Politiker aus der Umgebung dort auftreten, ist es für mich als Strandbummler eine politische Veranstaltung. Die Angst vor Zusammenstößen mit betrunkenen Himmelfahrts-Trinkern hingegen ist eine bigotte, charakterlose Phobie. Diese kleinen Ostseebäder zeigen in ihren Kurverwaltungen und Ämtern einen Mix aus Bauern, Fischern und Gastronomen, die gross Politik spielen wollen. Am Ende versuchen sie nur möglichst viel Profit in die Familienbetriebe zu spielen und das Gefühl von Macht zu haben. Wirklicher Weitblick ist ihnen verblendet. Mal wieder ne Provinzposse
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#2 paren57Ehemaliges Profil
  • 06.03.2012, 07:15h
  • Besoffene Schläger willkommen, harmlose nüchterne Schwule offensichtlich nicht. In so einem Ort verbietet sich ein Urlaub. Also massive Antiwerbung unter Freunden und Bekannten.
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#3 goddamn liberalAnonym
#4 Geert
  • 06.03.2012, 07:50h
  • Dieses Vorgehen ist natürlich zutiefst provinziell. Andererseits ist das Argument nachvollziehbar, dass auf der Seebrücke keinerlei Werbung für irgendeine Organisation gemacht werden darf. In der Verwaltung gilt der Grundsatz der Gleichbehandlung. Wenn man auch nur eine einzige Ausnahme zulässt - egal für wen - , können sich andere darauf berufen und sich u.U. durch einen Gerichtsbeschluß dort einklagen. Die Seebrücke würde dann zu einem Rummelplatz verkommen. Also: Infostand an der Strandpromenade ja, auf der Seebrücke geht nicht und da darf auch kein anderer hin. Wenn Schwule wie alle anderen auch behandelt werden wollen, dürfen sie keine Sonderbehandlung wollen, auch keine positive. Dies wäre dann auch eine Diskriminierung, wenn auch eine positive Diskriminierung.
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#5 goddamn liberalAnonym
  • 06.03.2012, 08:19h
  • Antwort auf #4 von Geert
  • V.a. keine Selbstdiskriminierung!

    Und keine Illusionen in Gauck- und Merkelland:

    Oder denkst Du, wenn z. B. die Evangelische Allianz da an Christi Himmelfahrt einen Stand haben wollte, würde das von der Kurverwaltung abgelehnt, weil es die Konfessionslosen provozieren könnte?
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#6 alexMucEhemaliges Profil
#7 yomenAnonym
#8 Nyggy
#9 PierreAnonym
  • 06.03.2012, 09:59h
  • Ich habe das Gefühl, dass uns statt Toleranz und Gleichberechtigung zunehmend Feindseligkeit im In- und Ausland zuteil wird.
    Man schaue nur auf die afrikanischen Länder, die immer drastischer gegen Homosexuelle und deren Rechte vorgehen.
    Die islamischen Staaten ohnehin.
    Naürlich der Vatikan.
    Dann zunehmend in den USA und Russland.
    Merken wir eigentlich nicht, dass uns immer mehr Gegenwind und Anfeindung entgegen schlägt, je stärker wir Akzeptanz und Rechte einklagen?
    Scheinbar sind wir auf dem absteigenden Pfad.
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#10 lesMam
  • 06.03.2012, 11:04h
  • Wie wäre es denn stattdessen mit einem "Kiss in" unter der Regenbogenfahne ?
    Dafür braucht man keinen Stand.
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