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Widerspruch zu "traditionellem Rollenverständnis"

Schützenverband will keine schwulen Paare


Bitte nicht zu intim, Schützenbrüder! (Bild: Wiki Commons / FA2010 / CC-PD-MarkPD-Art (PD-old-70))

Schwule Schützenkönige soll es zukünftig nur geben, wenn dem König eine Frau zur Seite gestellt wird. Das erklärte jetzt der 300.000 Mitglieder zählende Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften.

Der katholische Verband reagiert damit auf den Streit um einen schwulen Schützenkönig aus Münster, der vergangenes Jahr gemeinsam mit seinem Lebenspartner als "Königin" auftreten wollte. "Es kann und soll auch zukünftig schwule Schützenkönige geben, aber dann bitte mit einer Königin an der Seite. Wir sind der Auffassung, dass das einfach zum traditionellen Rollenverständnis gehört", erklärte BHDS-Sprecher Ralf Heinrichs nach Angaben der "Westfälischen Zeitung". Am Sonntag will der Verband daher nach einem Antrag des Paderborner Diözesanverbandes beschließen, dass Schützenkönige nur noch "eine Begleitung des jeweils anderen Geschlechts wählen können".

Nur Hetero-Paare sind gute Katholiken

Die Annahme des Antrags gelte als sicher, so der Sprecher. "Ein Homo-Paar kann keine katholische Vereinigung repräsentieren", erklärte er selbstsicher. Man wolle keine Homosexuellen aus dem Dachverband mit insgesamt 1.300 Bruderschaften drängen, sie müssten sich aber den Regeln der katholischen Kirche unterwerfen.

Der Fall des schwulen Schützenkönigs Dirk Winter sorgte im vergangenen Jahr bundesweit für Aufsehen. Da Heterosexuelle stets mit ihren jeweiligen Partnerinnen beim Schützenfesten antraten, wollte er mit seinem langjährigen Partner Oliver Hermsdorf bei der Veranstaltung marschieren. Der Kölner Weihbischof Heiner Koch, der auch Chef der Schützen-Dachorganisation ist, untersagte dieses Vorhaben jedoch, weil ein solcher Auftritt das "Sakrament der Ehe" verletzen könne (queer.de berichtete). Schließlich einigten sich die Seiten auf einen Kompromiss: Das schwule Paar musste hintereinander - nicht wie üblich nebeneinander - marschieren, um den Eindruck einer Partnerschaft zu vermeiden. (dk)



Auch Westerwelle lobt Papst

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat sich positiv über die Aussagen von Papst Franziskus zur Homosexualität geäußert.
#1 Geert
  • 07.03.2012, 09:55h
  • Man kann diese Entscheidung bedauern oder begrüßen, ändern kann man sie nicht. Es handelt sich um einen katholischen Verband, und in Deutschland sind die Kirchen sogenannte Tendenzbetriebe, die in ihren Organisationen und Vereinen ihre Moralvorstellungen durchsetzen können.
    Aus diesem Grund ist auch juristisch nichts zu machen, wenn z.B. die Caritas eine lesbische Putzfrau entlässt, nur weil diese mit ihrer Freundin verpartnert ist.
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#2 was machenAnonym
  • 07.03.2012, 10:12h
  • Antwort auf #1 von Geert
  • und wenn die herrschenden verhältnisse andere sind, dann werden die verbrecher "entlassen" bzw. unterworfen, die seit jahrhunderten und noch länger meinen, sich über andere erheben zu können.

    revolutionen sind die lokomotiven der geschichte!
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#3 RobinAnonym
  • 07.03.2012, 10:19h
  • Da sieht man wieder mal die streng katholische Ausrichtung der Schützenvereine.

    Und man sieht vor allem eines:
    wir brauchen endlich ein Antidiskriminierungsgesetz ohne Ausnahmen, das solche diskriminierenden Regeln gegen Schwule und Lesben ebenso verbietet wie gegen Farbige, etc.
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#4 carolo
#5 seb1983
  • 07.03.2012, 10:20h
  • Antwort auf #1 von Geert
  • Selbstverständlich ist sowas zu ändern. Gesetz sticht ja wohl Vereinssatzung, wenn die Kirche nun intern die Todesstrafe einführt lässt sich das auch nicht durchsetzen.
    Dieser Schutz von Tendenzbetrieben ist in erster Linie ein Einknicken vor der katholischen Kirche gewesen und gehört in der heutigen Form abgeschafft! Beim Priester und Bischof lass ich ja noch mit mir reden, wenn da Schwule meinen sie wollen mitspielen und müssen das nach außen dann eben verstecken als "Repräsentanten", aber bei hunderttausenden Arbeitsplätzen in "katholischen" Einrichtungen müssen übliche Gesetze gelten.

    Letztendlich verkommt die Aktion hier aber ohnehin zum peinlichen Lacher wenn ein Schwuler dann eine (professionelle?) Dame für seinen Einmarsch anmietet und das was jeder weiß nur noch offensichtlicher macht, da passt nur noch das Foto vom Herrn Bischof zum abheften
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#6 GayUserAnonym
  • 07.03.2012, 10:36h
  • 300.000 ???
    Da ist wohl mindestens eine Null zuviel.
    Laut Wikipedia ist "der Deutsche Schützenbund (kurz DSB) ist mit etwa 1,6 Millionen Mitgliedern der größte Schützenverband in Deutschland."
    Auf Platz zwei folgt "der Bund Deutscher Sportschützen 1975 e. V. (BDS) mit 45.000 Mitgliedern"
    Nicht das ich ein Fan von Schützenvereinen bin, aber wen interessiert dort was die Katholiban treiben??
    Es wird weiter schwule Schützenkönige geben und die Katholiken dürfen sich weiter über sinkende Mitgliederzahlen freuen
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#7 kb1975Anonym
  • 07.03.2012, 10:47h

  • Ich kann nicht nachvollziehen wie man als Schwuler in einem Verein mitmacht, der Schwule so kategorisch ablehnt, diskriminiert und offen bekämpft.
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#9 LSU AmigoAnonym
#10 SebiAnonym
  • 07.03.2012, 10:55h
  • Antwort auf #1 von Geert
  • Und genau das ist der Grund, warum wir endlich ein Anti-Diskriminierungs-Gesetz ohne Ausnahmen brauchen.

    Es kann nicht sein, dass eine sog. Kirche Homohass ausüben darf. Sonst könnte sich ja auch die NPD zur Kirche erklären und Ausländerhass als ihre Moralvorstellung erklären.

    Jeder hat sich an Grundrechte und Demokratie zu halten - ohne Ausnahme. Dass auf Druck der CDU/CSU Ausnahmen für Kirchen durchgesetzt wurden, ist ein Fehler, der dringend korrigiert werden muss.

    Ein Anti-Diskriminierungs-Gesetz, das manchen explizit die Diskriminierung erlaubt ist ein logischer Widerspruch in sich selbst und eine Pervertierung der Grundidee. Das verdient den Namen nicht, sondern ist eher ein Diskriminierungs-Gesetz.

    Das beste Beispiel lieferst Du selbst:
    es kann nicht sein, dass ein konfessioneller Kindergarten eine lesbische Putzfrau rauswirft. Mal nebenher gesagt, wird der Kindergarten von uns Steuerzahlern bezahlt, die Kirche steckt sich nur die Lorbeeren an und will da ihr menschenverachtendes Weltbild durchsetzen.

    Fazit:
    solange Kirchen Sonderregeln bekommen und von Gesetzen ausgenommen sind, kann man weder von Trennung von Staat und Kirche noch vom demokratischen Grundprinzip der Gleichheit sprechen. Solange ist Deutschland keine echte Demokratie!
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