Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?16061

Die chilenische Öffentlichkeit reagierte empört auf den Überfall

In Chile erregt ein vermutetes Hassverbrechen an einen jungen Schwulen die Öffentlichkeit: Der 24-jährige Daniel Zamudio wurde in der Nacht zum Samstag brutal überfallen und liegt inzwischen in einem künstlichen Koma. Ihm wurde ein Hakenkreuz auf den Bauch eingeritzt.

Zamudio war im Parque San Borja in Chile mit schwersten Verletzungen gefunden worden, der oder die Angreifer hatten ihn mit scharfen Gegenständen attackiert. Der junge Mann wurde eingeliefert mit schweren Verletzungen am ganzen Körper, darunter auch am Kopf, und mehreren Knochenbrüchen, einem teilweise abgeschnittenen Ohr und Abdrücken von Zigaretten an Bauch und Bein. Ärzte versetzten ihn bereits am Samstag auf Grund der schweren Verletzungen in ein künstliches Koma, halten den Zustand aber für nicht lebensgefährlich. Emilio Villalon, Direkor des Krankenhauses Posta Central, sagte, selbst von dem Hakenkreuz würde am Ende kaum eine Spur übrig bleiben.

Medien, die Aufnahmen des schwer zugerichteten Körpers Zamudios zeigten, und Politiker verurteilten den Vorfall scharf. Innenminister Rodrigo Hinzpeter sagte, man werde ein bereits geplantes Antidiskriminierungsgesetz nun so schnell wie möglich verabschieden. Vor dem Krankenhaus hatten am Dienstag Homo-Aktivisten demonstriert, die Unterstützung im Kampf gegen Gewalt und Diskriminierung einforderten. Der chilenische Senat hat am gleichen Tag einstimmig für einen Beschluss gestimmt, der die "volle Solidarität mit Daniel und seiner Familie" ausdrückt und die Justiz zu einem entschlossenen Handeln aufruft.


Mit diesem Bild von Daniel Zamudio sucht die Gruppe Movilh nach Zeugen

Die chilenische LGBT-Gruppe Movilh beteiligte sich öffentlich an der Demonstration und an der Suche nach Zeugen. Jaime Parada sprach von einer "schweren Situation", die traurig sei für die Gesellschaft: "Wir verdammen dieses gewaltvolle Verbrechen, das auf der Gleichheit und Würde aller Menschen herumtrampelt. Wir bitten die chilenischen Behörden, die Schuldigen vor Gericht zu bringen. Ein solch hasserfülltes Verbrechen darf nicht ungesühnt bleiben." Daniel und seine Familie seien im Herzen einer ganzen Nation angekommen. "Das ist, inmitten dieser Tragödie, ein ermutigendes Zeichen."

Movil geht von einer homophoben Attacke aus, Schwule seien öfters Opfer von Rechtsradikalen. Die Mutter des Opfers sagte, ihr Sohn sei bereits in der Vergangenheit von Neonazis verbal belästigt worden. Der Fall hatte über die Langesgrenzen hinweg in ganz Lateinamerika für Aufmerksamkeit und Betroffenheit gesorgt.

Der schwule Sänger Ricky Martin, der aus Puerto Rico stammt, hatte sich ebenfalls zu der Gewalttat geäußert: "Kein Hass mehr, keine Diskriminierung! Ich hoffe, dass jetzt Gerechtigkeit waltet." Via Twitter wünschte er Daniel und seiner Familie alles Gute. (nb)

Youtube | Das Gewaltverbrechen ist auch ein großes Medienthema in Chile


#1 goddamn liberalAnonym
  • 07.03.2012, 15:32h
  • Tja, das scheint ja eine postfaschistische Nation zu sein, die sensibel auf (Neo-)Nazi-Opfer reagiert.

    Gut so.

    17. November 2011, Welt online, Pfarrer Gauck: "Von dem Vorschlag, für die Opfer der gerade bekanntgewordenen Mordserie von Neonazis einen Staatsakt zu veranstalten, halte ich nichts."
  • Antworten » | Direktlink »
#2 RaffaelAnonym
  • 07.03.2012, 15:39h
  • Schlimm!

    Hoffentlich wird er schnell wieder ganz gesund!

    Und hoffentlich findet man die Täter und bestraft sie härtestmöglich!

    Ich zitiere mal Wikipedia:
    "Das Land ist sehr katholisch geprägt"

    Wieder mal schafft Religion das gesellschaftliche Klima, das solche Taten erst ermöglicht. Wie lange will man Sekten wie die katholische Kirche noch ungestraft ihren Hass verbreiten lassen?!
  • Antworten » | Direktlink »
#3 freundeskreisenAnonym
  • 07.03.2012, 15:42h
  • KASSELER LLIONS CLUB LÄDT PINOCHET-VEREHRER EIN

    "Für Rolf Poppe, Präsident des Kasseler Lions Clubs, ist Paulmann deswegen ein erfolgreicher "gebürtiger Kasseler, den wir eingeladen haben, damit er seine Geschichte erzählt", so Poppe zur taz. Auch der Vizepräsident des Clubs, der ehemalige SPD-Finanzminister Hans Eichel, hat nichts gegen die Einladung Paulmanns."

    "Opfer aus der Colonia Dignidad haben mir wiederholt berichtet, dass Horst Paulmann persönlich die Kolonie besuchte." Auch der Autor Paul Heller beschreibt in einem Buch die Besuche Paulmanns bei der Sektensiedlung. "Paulmann ist von Bewohnern eindeutig identifiziert worden", so Heller zur taz. Der Milliardär sagt dazu Journalisten derzeit nichts, er hat aber schon vor Jahren Geschäftsbeziehungen zur Kolonie zugegeben."

    www.taz.de/Kasseler-Club-laedt-Pinochet-Verehrer-ein/!88322/
  • Antworten » | Direktlink »
#4 FoXXXynessEhemaliges Profil
#5 Edelstam Anonym
#6 Peter 1Anonym
  • 07.03.2012, 16:20h
  • Es macht einfach nur betroffen! Ich hoffe, dass er irgendwann einmal noch ein angstfreies Leben führen kann.

    Peter
  • Antworten » | Direktlink »
#7 BuchtippAnonym
  • 07.03.2012, 16:31h
  • Grausam
    Noch ist nichts über die Täter bekannt, aber die Wahrscheinlichkeit ist groß das es junge Männer waren.
    Es bringt also nichts wenn nur Erwachsene über solche Taten diskutieren, viel wichtiger ist es Jugendliche zu erreichen, BEVOR sie in die rechte Szene abrutschen.
    Englischer Buchtipp dazu ( u.a. aus der Sicht eines schwulen Jungen der sich der rechten Szene anschließt):

    www.amazon.de/Children-Sun-Max-Schaefer/dp/1847081150
  • Antworten » | Direktlink »
#8 -hw-Anonym
#9 seb1983
  • 07.03.2012, 17:51h
  • Antwort auf #2 von Raffael
  • Neonazis sind, bei aller Wut, nun wirklich nicht das Produkt der Katholischen Kirche. Da sollte man nicht wie ein kleines Kind um sich schlagen sondern klar nach den Hintergründen forschen warum es sowas in Chile noch immer gibt und wie groß das Problem ist.
    Übrigens ist ganz Südamerika stark katholisch geprägt und hat trotzdem beeindruckende Fortschritte gemacht beim Schutz un der Anerkennung Schwuler in den letzten 10 Jahren, ganz im Gegensatz etwa zum arabischen Raum.
  • Antworten » | Direktlink »
#10 daVinci6667
  • 07.03.2012, 18:47h
  • Antwort auf #7 von Buchtipp

  • "aber die Wahrscheinlichkeit ist groß das es junge Männer waren."

    So ist es! Und noch schrecklicher die Tatsache, dass solche Verbrechen sehr oft von ungeouteten schwulen Jugendlichen gemacht werden, die mit ihrer sexuellen Orientierung nicht umgehen können. Wer mit sich und seiner Sexualität im Reinen ist, wäre nie einer solchen Tat fähig!
  • Antworten » | Direktlink »