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UNO-Generalsekretär Ban Ki-Moon hatte sich mit einer Videobotschaft an die Sitzung in Genf gewandt

In Genf haben Vertreter von afrikanischen und islamischen Ländern eine Debatte des UN-Menschenrechtsrat verlassen, in der am Mittwoch über den Kampf gegen Diskriminierung und Gewalt aufgrund von sexueller Orientierung und Gender-Identität diskutiert wurde.

In einem Video-Grußwort hatte Generalsekretär Ban Ki-Moon zuvor zu Schwulen, Lesben und Transgendern gesagt, dass diese nicht allein seien: "Euer Kampf für ein Ende der Gewalt und Diskriminierung ist ein gemeinsamer Kampf. Jede Angriff auf euch ist ein Angriff auf die universellen Werte der Vereinten Nationen". Er selbst habe als Kind nicht gelernt, über LGBT zu sprechen; später aber eine Stimme gefunden, da Leben gefährdet seien. Gewalt gegen LGBT sei eine "monumentale Tragödie" und ein "Fleck auf unserem gemeinsamen Gewissen".

Eine historischer Wandel sei erkennbar, immer mehr Staaten sähen die Schwere des Problems. "Wir müssen die Gewalt bekämpfen, gleichgeschlechtliche Partnerschaften dekriminalisieren, Diskriminierung beenden und die Öffentlichkeit aufklären", so Ban Ki-Moon.

Youtube | Video-Grußwort des UNO-Generalsekretärs Ban-Ki Moon

Kampf im Vorfeld

Das Panel in Genf geht zurück auf einen historischen Report der UNO, der im letzten Dezember erschienen war (queer.de berichtete) und inzwischen auch auf Deutsch vorliegt (queer.de berichtete). Der Bericht listet detailliert Benachteiligungen von LGBT und schlägt Maßnahmen vor, etwa die Legalisierung von Homosexualität, die noch in 76 Ländern verboten ist. Auch Antidiskriminierungsgesetze und Aufklärungskampagnen werden empfohlen.

Während der amerikanische Präsident Barack Obama und seine Außenministerin Hillary Clinton im letzten Dezember in Reden vor der UNO sich geradezu an die Spitze der Bewegung stellten (queer.de berichtete), hatten im Februar 2012 56 Mitglieder des islamischen Blocks in einem Brief über den pakistanischen Vertreter beim Menschenrechtsrat angekündigt, die daraus folgende Anhörung am Mittwoch notfalls zu blockieren (queer.de berichtete). Die Staaten zeigten sich "tief besorgt", dass solche "kontroversen Vorstellungen" in den Menschenrechtsrat Einzug fänden, die keine Basis in der Universellen Deklaration der Menschenrechte hätten.

Die Staaten zeigen sich zudem "verstört über den Versuch, den Fokus auf bestimmte Personen zu setzen aufgrund ihres abnormalen sexuellen Verhaltens", während andere Diskriminierungsgründe weniger Gewichtung bekämen. Bei Beratungen zu Menschenrechtsthemen müssten auch regionale Eigenheiten, historische, kulturelle und religiöse Hintergründe Beachtung finden.

Heiße Debatte


Vertreter u.a. der islamischen Staaten verlassen die Debatte

In der Debatte sagte eine Vertreterin Deutschlands, die Verfolgung von Schwulen und Lesben sei Teil der Ideologie der Nazis gewesen und auch nach dem Krieg weitergegangen. Daher sei das Land nun bemüht, Gewalt und Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung zu unterbinden. Ein Vertreter Russlands sagte ein wenig irreführend, in seinem Land gebe es keine Diskriminierung aufgrund sexueller Orientierung und Gender-Identität, man sei aber gegen eine Ausweitung der rechtlichen Bestimmungen.

Pakistan sagte für den islamischen Block, dass der Begriff "sexuelle Orientierung" vage und irreführend sei; "zügelloses Verhalten", das darunter zu verstehen sei, verstoße gegen fundamentale Glaubenssätze und gegen die Grundlagen internationalen Rechts. Ähnlich äußerte sich eine Vertreterin Mauretaniens für die arabische Gruppe. Auch die Mehrheit der afrikanischen Vertreter innerhalb der UNO sind gegen eine Befassung mit dem Thema, so Senegal oder Nigeria, das ein Gesetz gegen Homo-Ehen erlassen hatte. Andere Staaten sollten ihre "kulturellen Werte nicht aufzwingen".

Senegal gab auch an, kein Bürger des Landes werde wegen seiner sexuellen Orientierung verfolgt - entgegen entsprechenden Berichten. Ein Großteil der Vertreter der drei Blöcke hatte den Raum für die Diskussion verlassen. (nb)

Youtube | Viele Vertreter verließen die Debatte


#1 alexander
  • 07.03.2012, 20:55h
  • die "religionsgemeinschaften" (wohlgemerkt (!) nicht die religionen an sich !), haben ganze arbeit geleistet !
    aber der lacher ist :

    "Andere Staaten sollten ihre "kulturellen Werte nicht aufzwingen". ????

    (zumindest laufen wir unter "kulturellen werten"?)
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#2 ClaudiaAnonym
  • 07.03.2012, 21:07h
  • Was zeigt uns das mal wieder? Dass die Mehrheit der Welt keinerlei Interesse an Menschen- und Bürgerrechten hat. Schwule und Lesben sind da keine Menschen.

    Ach ja, Pakistan, total lächerlich: "Pakistan sagte für den islamischen Block, dass der Begriff "sexuelle Orientierung" vage und irreführend sei; "zügelloses Verhalten", das darunter zu verstehen sei, verstoße gegen fundamentale Glaubenssätze und gegen die Grundlagen internationalen Rechts"

    "Zügellos" ist nur das verbrecherische Verhalten von Staaten wie Pakistan und anderer islamischer u nd afrikanischer Unrechtsstaaten gegen Schwule und Lesben - nämlich verfolgen, kriminalisieren und ermorden!!!
    Homosexualität verstößt gegen "Grundlagen internationalen Rechts?" Schwachsinniges Geplapper...wohl eher gegen die Grundsätz des in diesen Ländern praktizierten internationalen Unrechts, mit dem solche Länder Schwule und Lesben verfolgen und ermorden!!!!!
    Widerlich!!! Ich möchte gern, dass solche Länder streng an die Kandare genommen und notfalls mit finanziellen Druckmitteln und Sanktionen gezwungen wird, Menschenrechte zu respektieren! Mörderpack!!!
    Aber das wird ja nicht passieren, so w ichtig ist unserer Regierung, der EU oder den USA das Leben von Lesben und Schwulen dann doch nicht.
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#3 seb1983
  • 07.03.2012, 21:15h
  • Na dann ist ja alles wie immer.

    Die Staaten in denen es ohnehin vorwärts geht beraten während diejenigen, die es am meisten angeht, weiter im Mittelalter verharren, gar von Werten und Glaubensgrundsätzen sprechen. Es bleibt absehbar dass Schwule und Lesben auch in diesem Jahrzehnt weiterhin in afrikanischen und arabischen Ländern um ihr Leben und ihre körperliche Unversehrtheit fürchten müssen!

    Bemerkenswert übrigens dass der deutsche Vertreter auch das Unrecht nach dem Krieg anspricht, für Diplomatenkreise lobenswert.
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#4 seb1983
  • 07.03.2012, 21:25h
  • Antwort auf #2 von Claudia
  • Das Problem ist, dass 76 Staaten nach wie vor Homosexualität verbieten, wir haben (dank Südsudan) nun 193 Staaten auf der Welt, das heißt sie machen über 1/3 aller Sitze aus!

    Was das für Abstimmungen innerhalb von UN Gremien, die ja fairerweise auch mit arabischen und afrikanischen Staaten bestückt sind, bedeutet kannst du dir denken.
    76 Staaten boykottieren? Schwer möglich, zudem immer genügend Käufer für Öl und Co. da sein werden, und eine geschlossene Front war schon bei weit aufwühlenderen Themen seltenst erreicht.
    Zudem kann ich fast schon das Gejaule über "westlichen Neoimperialismus" hören der fremde "Werte" aufzwingen will.
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#5 Timm JohannesAnonym
  • 07.03.2012, 21:56h
  • Erstmal gut, dass Generalsekretär Ban-Ki Moon eine so gute und wichtige Rede gehalten hat.

    Und es ist auch gut, dass unter Barack Obama nun die USA an vorderster Front für LGBT Rechte weltweit mitkämpfen. Hoffentlich gewinnt er erneut die Wahlen im Herbst.

    Was bleibt sind also drei Blöcke weltweit, die bei der Kriminalisierung grosse Probleme bereiten: erstens der arabische Block des Nahen Ostens, der eng mit dem islamischen Block (Naher Osten/Nordafrika) sich überschneidet. Hier ist es der Islam in seiner heutigen tiefen Homophobie, der die Rechte homosexueller Paare zutiefst gefährdet. Das war übrigens in der Geschichte des Islams nicht immer so, sondern erst durch die europäische Kolonialisierung dieser Gebiete wurde damals die Kriminalisierung in diesen Regionen eingeführt und von islamischen Rechtsgelehrten übernommen. Früher gab es Zeiten, wo es sogar im Islam eine Blüte in der homoerotischen Kultur gab. ABER gleichwohl und das ist der entscheidende Punkt: HEUTE sieht dies vollkommen anders aus und der Islam ist ein sehr gefährlicher Einflussfaktor für das Leben homosexueller Menschen weltweit.

    Bei dem dritten Block weltweit handelt es sich um den afrikanischen Block, wo allein Südafrika ein Lichtblick vor allem ist. UND gerade hier bei diesem afrikanischen Block gilt es seitens des Westens anzusetzen: deutsche, britische, französische aber auch us-amerikanische Entwicklungshilfe und -politik muss an der Bedingung geknüpft werden, dass die vorwiegend afrikanischen Drittweltstaaten ihre aus der Kolonialzeit stammende Kriminalisierung homosexueller Handlungen aufgeben und die Legalisierung gesetztlich durchsetzen.

    Wer in Afrika als Regierung Geld aus Europa/USA haben will, der muss auch Mindeststandards bei den Menschenrechten seitens der Regierung im jeweiligen afrikanischen Land durchsetzen: es ist möglich das christlich/animistisch geprägte Ostafrika, Zentralafrika und südliche Afrika hier voranzubringen.

    Bei den islamischen Staaten hingegen ist dies viel, viel schwieriger: und LGBT Politik muss sich echt Sorgen machen, wie hier im islamischen Nordafrika/Nahen Osten bei heutiger Weltlage zu erreichen sind: schwierig, schwierig, schwierig.
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#6 daVinci6667
#7 alexander
#8 SpätOuterAnonym
  • 07.03.2012, 23:12h
  • Ei ich finde es klasse das der Bahn Ki Mohn ;)
    so fortschrittlich in sachen LGBT denkt !
    Und das unsere Themen polariseiren ist klar,
    wir sind eben nicht wirklich akzeptiert.

    Selbst in den sogentannten fortschritllichen Staaten muss ja noch einiges für unsere Rechte getan werden.... Und wie wir alle wissen ist das Volk mit seinen ansichten uns gegenüber ist nicht gerade fortschrittlich eingestellt... Wie schrieb hier jemand: 61% der Deutschen wollen mit uns nicht zu tun haben ?

    Wenn das stimmt, dann gnade uns Gott das diese Leute nicht irgendwan an die macht kommen. Das leben ist ja jetzt schon
    schwer genug für uns...
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#9 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 07.03.2012, 23:18h
  • Man hätte vorher sämtliche Türen total verriegeln sollen, dann hätten die Staaten, deren Delegation sich der Debatte entziehen, keine Chance gehabt und hätten das Ganze über sich nämlich ergehen lassen müssen! Wie lange wollen denn die meisten afrikanischen und islamischen Staaten sich diesem Thema denn noch verweigern?
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#10 xapplexAnonym
  • 08.03.2012, 03:59h
  • Der Koran ist was das Homo-Thema angeht recht eindeutig - und er ist ohne die Federführung "europäischer Kolonialisten" geschrieben worden.

    www.thereligionofpeace.com/Quran/026-homosexuality.htm

    Auch waren die Türkei und der Iran nie Kolonien europäischer Mächte. Trotzdem ist der Iran führend bei Folter und Hinrichtungen von Schwulen. Die Türkei wirkt im direkten Vergleich fast wie eine liberale Demokratie...
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