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Die Schüler in Utah werden dank des Gesetzes ein ganzes Stück dümmer sein als anderswo

Das von Republikanern kontrollierte Parlament des Mormonenstaats Utah hat Lehrern in den Schulen des Staates verboten, über Verhütung oder Homosexualität zu sprechen.

Der Senat hat den Gesetzentwurf am Dienstag mit 19 gegen zehn Stimmen angenommen, zuvor hatte bereits das Repräsentantenhaus mit 45 zu 28 für das Verbot votiert. Der republikanische Gouverneur Gary Herbert hat noch nicht zu dem Gesetz Stellung genommen. Er hat sich aber in der Vergangenheit gegen Homo-Rechte ausgesprochen, so hat er unlängst gegen einen Antidiskriminierungsschutz für sexuelle Minderheiten gestimmt.

Der verabschiedete Entwurf untersagt Lehrern, über "Feinheiten von Sex, sexuelle Stimulation, erotische Verhaltensweisen, Homosexualität, Verhütungsmethoden und sexuelle Aktivität außerhalb der Ehe" zu sprechen. In keinem anderen Bundesstaat gibt es bislang ein derart restriktives Gesetz. Sexualkundeunterricht dürfte zwar in der Zukunft freiwillig besucht werden, allerdings haben Lehrer bereits Zweifel geäußert, ob dieses Fach angesichts der vielen Verbote überhaupt noch sinnvoll unterrichtet werden kann.

Gesetz entspricht "nicht der Realität"

Demokratische Abgeordnete haben teils heftig gegen das Gesetz protestiert. So erklärte der Abgeordnete Brian King: "Obwohl sich viele von uns wünschen, dass unsere Söhne und Töchter keusch bleiben, bis sie heiraten, wissen wir, dass dieser Wunsch nicht der Realität entspricht." Daher sei die Schule verantwortlich, den Jugendlichen in diesen Fragen zu helfen und nicht "den Kopf in den Sand zu stecken". Das sei insbesondere deshalb wichtig, weil "die meisten Eltern" ihre Kinder nicht ausreichend aufklärten.

Der Sexualkundeunterricht wird in den USA äußerst ideologisch diskutiert. Insbesondere die Republikaner sehen ihn als Grund, warum Jugendliche Sex haben, was allerdings mehrfach in Studien widerlegt wurde. Derzeit ist es in 37 der 50 Staaten Pflicht, im Sexualkundeunterricht auch für Enthaltsamkeit zu werben. In 26 Staaten müssen Lehrer Sexlosigkeit sogar als einzige sichere Methode anpreisen, um Schwangerschaften und sexuell übertragbare Krankheiten zu verhindern.

Auch in anderen konservativen Staaten wird derzeit über Gesetzesverschärfungen diskutiert, die sich ausdrücklich gegen Homosexuelle richten. So wollen Abgeordnete in Tennessee Mobbing gegen Homosexuelle an Schulen und Universitäten erlauben - allerdings nur, wenn das religiös begründet wird (queer.de berichtete). (dk)



#1 seb1983
  • 08.03.2012, 15:09h
  • Irgendwie muss man ja seinen vordersten Platz bei Teenagerschangerschaften in Industrieländern verteidigen...
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#2 missionAnonym
  • 08.03.2012, 15:31h
  • Der Mormone Mitt Romney war als junger Erwachsener zwei Jahre missionarisch in Frankreich tätig.
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#3 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 08.03.2012, 15:58h
  • Da sieht man mal wieder, wie dumm und ignorant die Republikaner sind! Dieses dämliche Gesetz ist typisch für die USA!
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#4 Geert
  • 08.03.2012, 15:58h
  • So wie es zur Zeit aussieht, dürften die USA mit Mitt Romney zum ersten Mal ein Mitglied der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen) haben. -

    Die Mormonen sind neben den Adventisten die gesündeste soziale Gruppe weltweit. Sie trinken keinen Alkohol, rauchen nicht, nehmen keine Drogen, essen kaum oder wenig Fleisch, haben vor der Ehe keinen Sex, sind nicht schwul und sind in der Ehe treu. Schwule Mormonen gibt es nicht. Wenn jemand seine HS entdeckt, muss er die Gemeinde verlassen. In Utah gibt es wenig Kriminalität. Warum also -so die Mehrheit der Mormonen- sollte man an diesem Zustand etwas ändern?
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#5 Geert
  • 08.03.2012, 16:03h
  • Antwort auf #4 von Geert
  • So wie es zur Zeit aussieht, dürften die USA mit Mitt Romney zum ersten Mal ein Mitglied der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen) ALS PRÄSIDENTEN haben. (...)
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#6 Timmm GeeertAnonym
#7 JoonasAnonym
  • 08.03.2012, 16:12h
  • So sind die Homohasser:
    meinen, wenn sie uns schon nicht unterdrückt kriegen, wenigstens die Aufklärung verbieten zu müssen.

    Die wollen die Menschen dumm halten, damit sie keiner durchschaut.
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#8 LorenProfil
#9 MarekAnonym
  • 08.03.2012, 16:20h
  • Ob die meinen, etwas würde verschwinden, wenn man es verschweigt?

    An die Vogel-Strauß-Taktik glauben sonst nur kleine Kinder. Die denken auch, wenn sie sich die Augen zu halten, würde sie keiner sehen.

    Das Verhindern von Aufklärung und totschweigen verhindert keine Homosexualität, sondern führt nur zu Verdummung. Aber das wollen die wohl auch.
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#10 Geert
  • 08.03.2012, 16:33h
  • Antwort auf #8 von Loren
  • Affirmation ist keine Organisation der Mormonenkirche und von ihr in keiner Weise anerkannt. Es ist ein Zusammenschluß von (ehemaligen) Mormonen, die bei sich ihre HS entdeckt haben.
    Nach dem Verständnis der mormonischen Theologen sind alle, die nicht der Mormonenkirche angehören, auf Ewigkeit verloren, auch und gerade die Leute von Affirmation.
    Die Situation von Mormonen, die ihre HS entdecken, ist daher mehr als tragisch. Kaum eine andere Gruppe ist so stark von dieser Ausgrenzung betroffen. Wenn Mitglieder eine antischwulen christlichen Gruppe (Baptisten, Pfingstgemeinden usw) ihre HS entdecken, können sie immer noch in liberalere andere christliche Kirchen wechseln. Die Mormonenkirche ist aber eine Neuschöpfung, die man als selbständige Religion, nicht als christliche Kirche, bezeichnen muss. Es gibt daher (so gut wie) keinen Platz für mormonisch sozialisierte Schwule. Die Mitgliedschaft in einer liberalen christliche Kirche bleibt für sie spirituell unbefriedigend. Die Selbstmordrate ist dementsprechend hoch.
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