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Die Verabschiedung von Bundespräsident Christian Wulff wird möglicherweise in die Fernsehgeschichte eingehen als "Großer Zapfenstreich" mit der höchsten Einschaltquote bei der Liveübertragung in der ARD. Bemerkenswert aber – zumindest aus schwuler Sicht – ist die Auswahl eines Musikstücks durch den CDU-Politiker, das als die Homo-Hymne der Community schlechthin gilt. "Over The Rainbow", erstmals gesungen von Judy Garland 1939 im Film "The Wizard Of Oz". Ein Film, der nicht nur wegen des Songs von der amerikanischen Gay Community damals als "ihr" Film vereinnahmt wurde.

Der Song "Over the Rainbow" sollte zunächst aus der Endfassung herausgeschnitten werden, schaffte es dann aber ganz nach oben auf Platz 1 der 100 besten amerikanischen Filmsongs aller Zeiten. Die naive Farmerstochter Dorothy (Judy Garland) träumte darin von einer toleranteren und besseren Welt, und traf damit genau die Sehnsüchte der versteckt lebenden Schwulen und Lesben.

Der Satz von Dorothy Gale zu ihrem Hund Toto, als sie in Oz ankommt ("Toto, I have a feeling we're not in Kansas anymore." Deutsch: "Toto, ich habe das Gefühl, wir befinden uns nicht mehr in Kansas.") erreichte in der Rangliste des American Film Institutes Platz vier der 100 besten Filmzitate aller Zeiten. Es war zugleich ein geheimer Code, um sich einem Gesprächspartner gegenüber als homosexuell zu outen, ohne es direkt sagen zu müssen.

All das wird dem Präsidenten und seinen Gästen im Park vor dem Schloss Bellevue während der militärischen Zeremonie sicherlich nicht durch den Kopf gegangen sein – mit Ausnahme von Außenminister Guido Westerwelle vielleicht – aber rein musikalisch betrachtet, war "Over The Rainbow" beim Zapfenstreich ein musikalisches Highlight, untermalt vom Vuvuzela-Konzert der Protestierenden. (cs)



#1 Lars3110
#2 queer_christianEhemaliges Profil
  • 09.03.2012, 09:29h
  • Antwort auf #1 von Lars3110
  • Nö, kein Ideen-Plagiat, da sind Rainer und ich nur der selben Assoziation gefolgt. Und wir besitzen offensichtlich denselben Wunsch, die uns prägenden schwulen Wurzeln und das Wissen darüber wachzuhalten.

    Von seinem Eintrag hatte ich gestern Abend beim spontanen Fotomontage-Einsatz nach dem Verlöschen der Fackeln vor dem Schloß Bellevue noch keine Ahnung.

    Seine Umsetzung ist ebenfalls sehr hübsch. Vielleicht sollten wir da mal bei Gelegenheit gemeinsam was Schönes zusammen photoshoppen, Rainer? ;)
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#3 Leo20mal6Anonym
  • 09.03.2012, 09:52h
  • Echt, ich hab an die Versionen von Marusha und IZ gedacht.
    Meine Bi-Wurzeln halt...
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#4 RaffaelAnonym
  • 09.03.2012, 10:08h
  • Endlich ist diese peinliche Witzfigur weg und kann dem Ansehen Deutschlands nicht mehr schaden.

    Nur schlimm, dass dieses kurze Intermezzo uns alle jetzt sehr viel Geld kostet. Nicht nur das lebenslängliche Ehrensold (ich frage mich eh, warum es ohne Ehre ein Ehrensold gibt), sondern auch noch die lebenslänglichen Kosten für dicken Dienstwagen mit Chauffeur, Büro, Mitarbeiterstab, etc. etc.
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#5 ExilbayerAnonym
  • 09.03.2012, 10:21h
  • Ist nicht die politische Deutung dieser Liedauswahl viel interessanter? Wullf zeigt uns damit endgültig, dass er selbst in einer Art abgehobenen Traumwelt gefangen ist, dem geistigen Eskapismus frönt. Und letztlich, dass er sich keinerlei Schuld bewusst ist...
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#6 MarekAnonym
  • 09.03.2012, 10:21h
  • Antwort auf #4 von Raffael
  • Nochmal zur Erinnerung an alle Merkel-Fans:
    Wulff ist nur deshalb Bundespräsident geworden (mit allen Folgen, die jetzt damit verbunden sind), weil Angela Merkel ihn damals unbedingt durchdrücken wollte und ihren Willen durchgesetzt hat. Obwohl es schon damals kritische Stimmen gab, er sei ungeeignet.

    Und sie hat ja auch bis zuletzt an ihm festgehalten und seine diversen Affären runtergespielt.
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#7 FilosuffAnonym
  • 09.03.2012, 11:15h
  • Antwort auf #5 von Exilbayer
  • Tja, morailsche Schuld kann man nicht injizieren, da gehen Selbstbild und Fremdbild oft auseinander. Als die juristische Schuld befragt wurde, hat er kapituliert. Vielleicht ist das ja eine schöne Lehre über Moral und Schuld gewesen. wenn auch wirklich sehr teuer.
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#8 SebiAnonym
  • 09.03.2012, 11:23h
  • Geniale Fotomontage:
    Wulff als dumme Strohpuppe, die sich so sehr ein Hirn wünscht.
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#9 GeroAnonym
  • 09.03.2012, 11:23h
  • Er war schon sehr Nerd. Wie er versucht hat Emotionalität zu transportieren, im großen Interview z.B. oder jetzt mit dem Lied, alles sehr autistisch, man hatte nicht das Gefühl, dass es auch wirklich in ihm arbeitet.
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#10 stromboliProfil
  • 09.03.2012, 11:25hberlin
  • gibts eigentlich keinen unter uns , dem die abschiedsposse insgesamt peinlich ist?!
    Und doch bleiben fragen offen...

    Diese kaiser-willhelms-gedächtnisständchen- zeremonie ist in einem demokratischen system nicht nur überholt sondern geradezu kontraproduktiv!

    Seit wann ist militär wieder sinnbild des staates und warum muss sich dessen oberster bürger ( und als solche sollten die herren _frauen sich sehen...) von seinen bürgern mit soldatischen "ehren " verabschieden wollen.
    Sind wir schon wieder alle soldaten?

    Das der mann uneinsichtig, sich auch noch den letzten tag seines selbstverschuldeten niederganges mit vuvuzela getröte versauen lässt sei ihm gegönnt..
    Dass wir bürger uns diese militarisierung unserer politkultur auch noch schön färben lassen, ist die eigentliche geistige niederlage die gestern befeiert werden durfte!
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