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  • 03. September 2004, noch kein Kommentar

Der schwule Musical-Star Andreas Bieber ist ab dem 29. Oktober in "Hautnah" zu sehen (bis zum 29. Januar 2005). Im Interview mit queer.de redet er erstmals über seine Beziehung mit dem niederländischen Kollegen Paul Kribbe. Mit diesem nahm er auch kürzlich ein Album auf: "You Walk With Me".

Von Jan Gebauer

Wie kam es zum neuen Album "You Walk With Me" ?

Die Idee kam schon auf als wir beide in "Tabaluga & Lilli" gespielt haben. Dort durften wir zwei Duette singen. Viele meinten, dass unsere Stimmen sehr gut zusammenpassen. Aber wir haben uns lange vor einem gemeinsamen Album gedrückt, da es schon so viele "My Favourite Musicals"-Alben gibt und wir auch nicht so große Musical-Fans sind. Erst das Angebot unserer Plattenfirma, etwas Akustisch-Poppiges zu machen, stimmte uns um. Wir haben probeweise Songs aufgenommen, und siehe da, es waren doch Lieder aus Musicals, die zum großen Teil noch nicht bekannt waren oder den typischen Musical-Sound hatten.

Ihr selber seid keine richtigen Musical-Fans?

Natürlich liebe ich meinen Beruf, aber es ist nicht so, dass ich alle CDs oder Platten zu Hause habe. Ich suche mir auch am liebsten poppige Muscials aus. Ich habe zwar "Cats" gemacht, aber prinzipiell sind Mainstream-Musicals nicht so mein Fall. Oft gefällt mir etwas als Zuschauer nicht, wie zum Beispiel "Cats" oder auch "Joseph And The Amazing Technicolor Dreamcoat", aber wenn man dann selber mitspielt, liebt man es plötzlich. Trotzdem lege ich privat diese Musik nicht auf.

Was legst du denn sonst auf?

Annie Lennox ist meine Heldin. Ansonsten alles von George Michael bis Sting, aber keine harten Sachen wie Heavy Metal.

Welches Musical hat dich am meisten gefordert?

Das war ganz eindeutig die Rolle des Danny in "Grease". Da war einfach alles dabei: Spaß, großartige Musik und viel Tanzen.

Hast du zu dem Film mit John Travolta und Olivia Newton-John von 1978 eine Beziehung?

Ja, natürlich kenne ich den Film aus meiner Kindheit. Die Musik ist einfach geil und kommt meinem Geschmack sehr entgegen.

Woher kommt denn die Faszination vieler Schwuler für Musicals?

Ich glaube, dass die ganze Show mit Glitzer und Glamour, perfekte Bühnenbilder und die Ästhetik das schwule Herz anspricht. Musikalisch eine leichte Kost, die einfach aufnehmbar ist. Auch die große Gefühligkeit spielt eine Rolle. Und nicht zu vergessen die Optik. Es wird immer mehr nach Aussehen besetzt. Männer müssen nicht nur schön sein, sondern sollten auch körperlich etwas zu bieten haben.

Man hört ganz oft, das Musicaldarsteller prinzipiell "alle" schwul sind.

Der Großteil ist tatsächlich schwul.

Paul Kribbe und du, ihr seid auch ein Paar. Wie habt ihr euch kennen gelernt?

Wir haben uns vor zwölf Jahren in Wien kennen gelernt. Zuerst nur über Fotos. Unsere Freundin Pia Douwes (ebenfalls Musical-Star aus "Elisabeth") hat uns gegenseitig Fotos gezeigt und Paul und ich fanden uns auf Anhieb süß. Als wir uns dann erstmals richtig gegenüber saßen, war dass schon unangenehm. Aber nach der ersten Schüchternheit nahm dann doch alles seinen Lauf.

Ist die Belastung, zusammen zu arbeiten, sehr groß?

Ja, aber so oft haben wir auf der Bühne noch nicht zusammengearbeitet. Trotzdem ist es so, dass man unterschiedliche Auffassungen hat und das Privatleben dient gerade in unserem Beruf dazu, aus der ganzen Show- und Glitzerwelt rausgeholt zu werden. Und wenn man zusammenarbeitet fällt das natürlich weg, was arg stressen kann. Unser gemeinsames Album war aber die harmonischste Zusammenarbeit, weil es nur um die Musik ging und jeder seinen Part hatte. Keiner hat dem anderen gesagt, wie er singen soll. Auf der Bühne kommt man sich manchmal in die Quere, weil man sich dazu hinreißen lässt, dem anderen gute oder schlechte Ratschläge zu geben.