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Die katholische Kirche will ihre Politik gegenüber Schwulen und Lesben durchsetzen - auch auf Kosten von Obdachlosen (Bild: Ed Yourdon / flickr / by-sa 2.0)

In Kalifornien hat die katholische Kirche die Unterstützung eines Obdachlosenheims eingestellt, weil sich die neue Leiterin für die Öffnung der Ehe ausgesprochen hatte.

Das "Francis House" kümmert sich in der Hauptstadt Sacramento seit inzwischen 40 Jahren um Obdachlose. Die katholische Kirche hat sich seit Jahren mit gut 10.000 Dollar am jährlichen Budget in Höhe von 500.000 Dollar beteiligt. Wie die Tageszeitung "Sacramento Bee" berichtet, entzieht die katholische Kirche mit sofortiger Wirkung die finanzielle Unterstützung - in einem Brief erklärte Michael Kiernan, der in der Diözese für die Sozialarbeit verantwortlich ist, dass es nun "unmöglich ist, diese Gelder für das Francis House" aufzubringen.

Grund sind die Ansichten der neuen Leiterin, der Methodistenpfarrerin Faith Whitmore. Sie hat sich für die Gleichstellung von Schwulen und Lesben im Eherecht ausgesprochen. Außerdem ist sie gegen ein absolutes Abtreibungsverbot. Kiernan erklärte, man könne von der Einrichtung nicht erwarten, dass sie in allen Punkten mit der Kirche übereinstimmt. "Wir können aber erwarten, dass sich die Anführer nicht öffentlich den katholischen Lehren widersetzen. In dieser Situation ist das aber so", erklärte der Priester.

Pfarrerin Whitmore reagierte überrascht auf die Ankündigung der Kirche: "Ich habe diese Aussagen nie im Namen des 'Francis House' gemacht. Ich habe mich lediglich als Bürgerin dazu geäußert", erklärte sie. In ihrer Kirche setzt sich Whitmore seit Jahren für die Rechte von Schwulen und Lesben ein und hat bereits Homosexuelle getraut, als dies in Kalifornien legal war.

Obdachlosenheim will sich von Kirche nicht einschüchtern lassen

Ein Sprecher des "Francis House" erklärte, man stehe weiter hinter Whitmore und werde die Ziele auch ohne Unterstützung der katholischen Kirche verfolgen: "Wir helfen den Armen. Wir fragen Obdachlose nicht über ihre Meinung zur Homo-Ehe, wir helfen ihnen einfach. Aber die Diözese hat hier wohl eine andere Mission."

Die katholische Kirche in den USA hat bereits mehrfach Hilfsorganisationen Spenden entzogen, wenn sich diese zu homofreundlich gaben: So hat sie in Maine ein Obdachlosenheim bestraft, weil sich der Träger anlässlich eines Volksentscheids für die Öffnung der Ehe ausgesprochen hatte (queer.de berichtete). In der Hauptstadt Washington hat die Kirche ihr soziales Engagement eingeschränkt, nachdem der Stadtrat für eine Öffnung der Ehe gestimmt hatte. Die Katholiken stellten dort die Betreuung von 43 Pflegekindern ein (queer.de berichtete). (dk)



Auch Westerwelle lobt Papst

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat sich positiv über die Aussagen von Papst Franziskus zur Homosexualität geäußert.
#1 daVinci6667
  • 09.03.2012, 16:42h

  • Keine Macht den Kirchen, Moscheen und Tempeln. Wozu das sonst führt sieht man exemplarisch in diesem Artikel.

    Es ist höchste Zeit alle kirchlichen Einrichtungen die in öffentlichem Interesse handeln wie z.B. Krankenhäuser, Heime und sonstigen karitativen Einrichtungen dem Staat zuzuführen. Dafür werden sind alle steuerlichen Sonderkonditionen, Privilegien und Sondergesetze zu streichen.

    Dann kann sich endlich auch die Putzfrau, der Arzt oder die Sekretärin etc. die in solchen katholischen Einrichtungen arbeiten, verpartnern ohne Angst zu haben danach fristlos auf die Straße geschmissen zu werden!
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#2 Fiete_Jansen
  • 09.03.2012, 17:01h
  • "In der Hauptstadt Washington hat die Kirche ihr soziales Engagement eingeschränkt, nachdem der Stadtrat für eine Öffnung der Ehe gestimmt hatte. Die Katholiken stellten dort die Betreuung von 43 Pflegekindern ein."

    Evtl. garnicht schlecht für die Kinder!
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#3 hungerleiterAnonym
#4 teemithonigProfil
  • 09.03.2012, 17:03hMainz
  • Immer toll, wenn diese Heuchler sich selbst entlarven.

    Wenn sie wegen solchen Peanuts einem Obdachlosenheim die Unterstützung versagen, zeigt das doch, wie wichtig ihnen die hilfsbedürftigen Menschen wirklich sind.
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#5 panzernashorn
  • 09.03.2012, 17:21h
  • Man muss sich bitte unbedingt vor Augen halten, dass die besagten 10.000 Dollar Beteiligung der Kirche sage und schreibe (wieder mal nur) 2% (!!) des Gesamtaufwandes ausmachen - aus meiner Sicht quasi ein Trinkgeld.

    Und deswegen nimmt diese egoistische Organisation für sich unverschämterweise in Anspruch, dass alles (also die übrigen 98%) nach ihren Regeln ablaufen muss, unabhängig davon, dass sie sich erneut mit fremden Federn schmückt?

    Das soll mir mal bitte jemand logisch erklären - mein Verständnis hakt hier aus.

    Es wird dringend Zeit, dass diese Anmaßungen aufhören bzw. gerichtlich geahndet werden!

    Weg mit dieser menschenverachtenden Organisation und all ihren egoistischen, selbstgefälligen, widerwärtigen "Geistlichen" etc...........

    Die sprichwörtliche "Hölle", die sie immer so gerne als Drohungsmittel anwenden, bereiten sie jedenfalls vorsätzlich und mühelos bereits zu Lebzeiten allen Menschen - ob sie zu ihrer Glaubenssekte gehören oder nicht.
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#6 panzernashorn
  • 09.03.2012, 17:32h
  • Antwort auf #2 von Fiete_Jansen
  • Richtig - diesen armen Kindern bleibt möglicherweise dann wenigstens in hohem Maße menschenverachtende Hirnwäsche erspart - in diesem Fall sogar ein echter SEGEN (um bei der "christlichen" Wortwahl zu bleiben).

    Je mehr sich diese Sektensippschaft entlarvt, umso besser ist es für die ansonsten Leidtragenden, die durch deren kriminelle Machenschaften - zum Teil sogar dauerhaft - geschädigt werden.
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#7 seb1983
  • 09.03.2012, 18:04h
  • Die Bloßstellung und Empörung über diese Entscheidung dürfte für die Kirche massiv größer sein als der Verlust von 10.000$ Spenden für die Einrichtung.

    Daher, zumindest mit solch geringen Konsequenzen für die betroffenen Einrichtungen, gerne mehr davon!
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#8 stromboliProfil
  • 09.03.2012, 18:32hberlin
  • Antwort auf #2 von Fiete_Jansen
  • aber hallo, 43 kinder vor schlechtem einfluß bewahren ist ein unschätzbarer dienst an der gemeinschaft...
    Denen konnte nichts besseres geschehen als der rückzug der klerikalen pharisäer.

    Leider werden die sich, nachdem ihr strohfeuer verglüht, wieder öffentlichkeitswirksam dem samaritertum zuwenden...
    Das macht als einzigstes noch was her und von was für anderen inhalten könnte christliche theosopie sonst noch getragen werden???
    Das ist doch insgesamt so bizarr-verlogen dass es eigentlich unter der kategorie >krank< , behandlungswürdig wäre...
    Aber jeder soll nach seiner fasson glücklich, sprich unglücklich werden!
    Da sollten wir toleranz walten lassen,wie uns ja selbst toleranz entgegen gebracht wird...
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#9 BjörnarAnonym
  • 09.03.2012, 18:35h

  • Und die Kirche zeigt einmal wieder, wes Geistes Kind sie ist. Machterhalt ist eben wichtiger als gemeinnützige Arbeit.
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#10 eichenfassAnonym
  • 09.03.2012, 18:45h
  • Antwort auf #8 von stromboli
  • Der Befund lautet: Gerade in Metropolen gibt es Unterschichten. Venedig im 14. Jahrhundert, Amsterdam im 17., London im 19., die USA im 20. und 21. - immer stand dem Wohlstand Armut gegenüber. Zum Teil kommt das davon, daß den einen vorenthalten wird, was die anderen sich aneignen, und daß diese Verteilung dann besonders gut funktioniert, wenn am unteren Ende drei Gruppen aneinandergeraten: schlecht entlohnte Produzenten ("Arbeitsqual"), die Arbeitslosen ("Reservearmee") und die dauerhaft Ausgeschiedenen ("Lazarusschichte"). Außerdem ziehen reiche Gesellschaften Einwanderung an: Menschen, denen es in ihren Herkunftsregionen so schlecht geht, daß sie froh sind, woanders ganz unten anfangen zu können. Machen sie den einheimischen Paupers Beine - um so besser.

    www.konkret-verlage.de/kvv/txt.php?text=dasph%E4nomen&jahr=2
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    Der US-Ökonom Richard Wolff über die langfristigen systemischen Ursachen der Krise und die Perspektiven von Wirtschaft, Politik und Widerstand

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