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Die Psychotherapeutin, Autorin und Mitherausgeberin des "Rheinischen Merkurs" warnt vor den "Gefahren der homosexuellen Lebensweise"

Von Dirk Jung

Mit fast 80 Jahren ist man nicht mehr ganz so schnell – auch nicht Christa Meves, die berühmte Psychotherapeutin, Autorin und Mitherausgeberin des "Rheinischen Merkurs". Dennoch schafft sie es, mit einem Kommentar in der "Tagespost" noch mal das Sommerloch-Thema "Homokunde" aufzugreifen. Und natürlich würde sie nicht unsere Homo-Gurke bekommen, hätte sie sich sachlich und in Maßen mit dem Thema beschäftigt.

Aufklärung über Homo- und Heterosexualität, das ist für Meves (bisher 96 Buchpublikationen, Gesamtauflage in deutscher Sprache fünf Millionen) in erster Linie ein "Kampf um die Beeinflussung von Jugendlichen an staatlichen Schulen", mindestens genauso schlimm wir die Einführung des Sexualkundeunterrichts Anfang der siebziger Jahre. Nun fürchtet Meves sogar, dass die Deutschen aussterben könnten: "Wenn denn erst Homokunde in den Schulen erfolgreich ‚flächendeckend’ eingeführt ist, können wir damit rechnen, dass noch mehr Jungen und Mädchen unter der jetzt bereits zusammengeschmolzenen Schar der Jugendlichen in der normalen, entwicklungsbedingten homoerotischen Phase stecken bleiben und es manche auch in dieser ‚Spielart’ mit anderen freimütig geouteten Mitschülern proben werden, ja, womöglich dabeibleiben – auf jeden Fall aber, mit der Vorstellung im Kopf, ‚andersrum’ zu sein, es von vornherein aufgeben, weiterhin die Gründung von Familie im eigenen Lebensplan zu haben."

Immerhin widerspricht sich die Kinderpsychologin in ihren geschwurbelten Ausführungen selbst: Wenn es denn eine "entwicklungsbedingte homoerotische Phase" gibt, die "normal" ist, warum kann diese Phase nicht ein Leben lang anhalten? Wie kann Meves behaupten, dass diese Phase eine zeitliche Begrenzung haben muss? Es gibt sehr viele schwule Männer, die berichten, schon lange vor der Pubertät sexuelle Phantasien mit dem gleichen Geschlecht gehabt zu haben. Dies ist kein Nachweis, dass Homosexualität angeboren sein muss, woran Meves nicht glaubt. Eher ein Hinweis. Aber ob Homosexualität angeboren ist oder nicht, interessiert sowieso weniger die Schwulen und Lesben als Heteros...

Um "unschuldige Kinder ohne Lebenserfahrung" zu retten, würde Christa Meves "Homokunde" zumindest in den Abgangsklassen erlauben, freilich nur, wenn dort die "Wahrheit" über die Schwulen verkündet würde. Die verwechselt die Autorin allerdings mit dem "Wissen über die Gefahren, die mit homosexueller Lebensweise verbunden sind, über die vermehrte Ansteckungsmöglichkeit mit Aids und Hepatitis C, über den unzureichenden Schutz von Kondomen, über die so viel geringere Lebenserwartung von homosexuell lebenden Männern, über die innere Unruhe, die auch dann nicht weicht, wenn alle Menschen sie deshalb besonders anerkennenswert fänden, weil sie homosexuell sind."

Unruhig werden wir eigentlich nur, wenn wir solche abstrusen Kommentare einer bekannten Psychotherapeutin lesen. Für Christa Meves deshalb die "Homogurke" und an die lieben Kolleginnen und Kollegen an den Schulen folgende Bitte: Outet euch, zeigt, dass es selbstbewusste fröhliche Lesben und Schwule gibt, und macht Euren Schülerinnen und Schülern damit Mut, so zu leben, wie ihnen phasenweise nach ist!

3. September 2004



24 Kommentare

#1 wolfAnonym
  • 03.09.2004, 19:21h
  • also bei mir kann ich sicher sein : ICH BIN SCHWUL GEBOREN !!!
    ich hatte schon mit 6 jahren homoerotische gefühle und träume und wusste noch nicht mal was sex ist. hatte auch noch das unglück frühreif zu sein und mit gleichaltrigen gefummelt, ohne zu wissen was schwul ist. bis mich dann ein mitfühlender lehrer an einem konfessionellen gymnasium in der sexta aufklärte, über diese ansteckende krankheit !!
    frau meves hat erschreckende nähe zu diesen fachleuten aus unserer vergangenheit, diesem 12 jahre dauernden 1000jährigen reich.

    einfach unerklärlich, das solcher schrott noch verlegt wird. oder doch wieder ein beweis dafür, dass unsere gesellschaft in einen gefährlichen, krankhaften konservativismus abgleitet.
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#2 homopeter aus koelnAnonym
  • 03.09.2004, 22:08h
  • ...da die schwulen-feindlichen Artikel von Ch. Mevesen schon eine lange Tradition haben - hätte sie diese "Auszeichnung" schon vor über 30 Jahren haben müssen...
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#3 JanAnonym
  • 04.09.2004, 00:20h
  • Also das passt doch jetzt wunderbar. Und außerdem: es ist niemals zu spät und selten zu früh!
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#4 Peter ThommenAnonym
  • 04.09.2004, 06:11h
  • Wenn es einen Gott gibt, können wir ihm dankbar sein, dass er den Tod auch vorgesehen hat. Allerdings werden solche Leute immer wieder geboren - also unsere Arbeit hört niemals auf - genauso wie beim Antisemitismus!
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#5 UlliAnonym
  • 04.09.2004, 09:15h
  • Man wird diese ewig im Gestern lebenden nicht stoppen können. Dumme Menschen hat und wird es immer geben.
    Ich bin lesbisch und wusste es bereits bevor ich mir im Klaren war, was Sexualität überhaupt ist. Heute lebe ich mit meiner Partnerin zusammen, wir haben drei Kinder und die (Kinder) müssen die Aufklärungsarbeit an der Schule leisten. Eigentlich sollten verantwortungsbewusste Lehrer dazu in der Lage sein und keine Teenager. Frau Meves gehört sicherlich auch zu der Sorte Mensch, die eine Frau heute noch lieber hinter dem Herd, als in der Öffentlichkeit sehen würden. Armes Deutschland!
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#6 DavidAnonym
  • 04.09.2004, 10:56h
  • Frauen hinter'm Herd? Das geht doch gar nicht... Die Knöpfe sind doch vorne :-)))

    Es gibt einen gewaltigen Widerspruch in ihrer Logik:
    Wenn durch "Homo-Kunde" die Kinder homosexuell beeinflusst werden könnten, und deshalb nicht aufgeklärt werden sollen, dann könnten sie sich auch nicht heterosexuell entwicken, wenn sie nicht
    über Heterosexualität aufgeklärt würden.
    Seltsamerweise hat sie doch auch gegen diese Aufklärung demonstriert.
    Also ich hatte schon als Kind Gefühle, welche ich nicht deuten konnte. Dachte immer nur "wenn ich ein Mädchen wäre, dann würde ich mit dem Jungen gehen wollen..."
    MIR hätte eine solche Aufklärung sehr viel geholfen, mir viel Leid und Grübeln in der Jugend erspart!
    Ich verstehe nicht, das solche Leute die offenbar das 3. Reich und den Krieg (und die damit verbundene Grausamkeit) miterlebt haben, meinen, es gäbe nichts wichtigeres oder schlimmeres in Deutschland!
    Das gleiche frage ich mich natürlich auch bei Bush und Co.!
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#7 egalAnonym
  • 04.09.2004, 12:01h
  • Was mir immer wieder bei solchen Menschen ganz deutlich auffällt: Ihre Argumentationslinien bschränken sich fast ausschließlich auf Schwule, auch der Begriff Homosexualität wird fast aussschlißlich männlich defininiert. Lesben kommen nicht vor und werden einfach ausgeblendet. Ferner gibt es zu Lesben und Aids so gut wie keine Forschung und auch keine Zahlen, da kann man gar nicht so argumentieren, wie die gute Frau das tut. Schon alleine damit hat sie sich vollkommen als inkompentent geoutet :-)
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#8 DavidAnonym
  • 04.09.2004, 12:41h
  • Lesben übersieht man natürlich, man möchte ja nicht Tatsachen ZUGUNSTEN Homosexueller relativieren.
    Von LIEBE schein die dame wohl auch nichts gehört zu haben. Von wegen man probiert in der Jugend und bleibt dran hängen. hallo? Die wichtigste Voraussetzung für eine Beziehung (und somit "dranbleiben an der Orientierung") bleibt doch die Liebe zum Menschen.
    Oder ist das nicht auch die Voraussetzung, wenn Mann und Frau eine Familie gründen?
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#9 TomAnonym
  • 04.09.2004, 12:54h
  • Die Homogurke hat sich die Chrsita Mewes redlich verdient ...

    Wenn sie sinngemäss allen ernstes meint, das "Homokunde" die Jugnendlichen in die Homosexualität treibt, dann frage ich mich, warum ich dann durch meinen damaligen Sexualkundeunterricht (1975/76) nicht Heterosexuell geworden bin, wo dieser doch extrem "hetero-lastig" war...

    Ich kann im Rückblick feststellen, das meine homoerotischen Fantasien bis in´s 5./6. Lebensjahr zurück zu verfolgen sind.

    Ich bin also seit "anfang an" schwul, bin verpartnert und einfach zufrieden mit diesem "Zustand".

    Wann begreifen die selbsternannten Experten denn endlich, das Homosexualität keine Krankheit ist ??!!
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#10 DavidAnonym
  • 04.09.2004, 13:50h
  • Ach, "Homokunde" ist für diese Frau nur etwas, worum es um Schwule geht? Die hat den Begriff Aufklärung wohl nicht ganz verstanden. Und nur in Abgangsklassen?
    Wo doch heutzutage jüngere Mütter gibt?
    Ach, ich vergass ja: Sie geht beim begriff Sexualität von sich aus. Anders kann man ja nicht erklären, das sie das nur auf Männer reduziert. Frauen scheinen wohl keine Sexualität haben zu können. Sie glaubt wohl, das sie für alle Frauen steht, oder wie?
    Darum gibt es auch keine Lesben.
    Hat die überhaupt Familie? Sonst hätte die doch bestimmt was besseres zu tun und würde sich um deren Wohl kümmern.
    Aber anderen Menschen vorschreiben, wie sie ihr Leben zu gestalten haben.
    Hat sie nicht mitgekriegt das das dritte Reich seit 2 Generationen vorbei ist?
    Wenn jemand Gedankengut (was daran ein "Gut" sein soll, weiss ich auch nicht) aus der Zeit mitbringt, dem gehört die Rente gestrichen!
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