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  • 13. März 2012, noch kein Kommentar

Eric Ritters Roman erzählt am Beispiel einer persönlichen Biografie die Geschichte der Gesellschaft in puncto Homosexualität

Eric Ritters Buch "Michael - Ein schicksalhaftes Leben" handelt von einem Mann, der in der Jugend seine Homosexualität auslebt, später jedoch Liebe und Erotik entsagt.

Von Carsten Weidemann

Der Autor gibt sehr anschaulich, stellenweise nahezu protokollartig, Einblick in Michaels schicksalhaftes Leben. Der Leser ist Zeuge, wie er sich in einen gleichaltrigen jungen Mann verliebt, der nicht die einzige Liebe seines Lebens bleibt. In seinen besten Mannsjahren erfährt Michael Sex und Liebe verschiedenster Art. Seine Erfahrungen enden in Enttäuschungen, so dass er jahrelang keinen Versuch mehr unternimmt, einen Freund fürs Leben zu finden, bis er als alter Mann dann doch an eine mögliche Männerliebe glaubt, als sich ein junger Mann sehr um ihn bemüht.

In den Jahren der weitgehend erotischen Abstinenz setzt er seine Energie erfolgreich in seinem beruflichen Arbeitsfeld ein und macht dort als Nichtgeouteter die Erfahrung, wir seine Umwelt zur Homosexualität steht. Hier wird er oft an seine Schulzeit erinnert, als seine damaligen Lehrer offensichtlich schon seine Veranlagung vermuteten.

Rechtliche Akzeptanz bedeutet noch keine gesellschaftliche Anerkennung

Der Leser erfährt letztlich an Michaels Lebenslauf, wie zu unterschiedlichen Zeiten Homosexualität verboten, dann partiell geduldet war und schließlich die rechtliche Akzeptanz durch das Gesetz erhielt. Wie weit hiermit auch schon eine Anerkennung gleichgeschlechtlicher Liebe in der Gesellschaft erfolgt, wird sich, so meint der Verfasser, erst in Zukunft zeigen.

Eric Ritter: Michael. Ein schicksalhaftes Leben, 335 Seiten, Frankfurter Literaturverlag, Frankfurt 2011, 19,80 €, ISBN 978-3-8372-0980-8