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Weihbischof Heiner Koch findet markige Worte gegen den "Missbrauch" durch Schwule (Bild: Wiki Commons / Rabanus Flavus / CC-BY-SA-3.0)

Der Kölner Weihbischof Heiner Koch wirft schwulen Mitgliedern vor, katholische Schützenbruderschaften "missbrauchen" zu wollen. Unterdessen überprüft die Antidiskriminierungsstelle des Bundes das Verbot homosexueller Paare.

Koch ist der Chef des Bundes der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften (BHDS), der am Wochenende schwulen Schützenkönigen verboten hatte, bei offiziellen Anlässen mit seinem Lebenspartner aufzutreten (siehe Homo-Gurke). Im Interview mit dem Domradio rechtfertigte der 57-Jährige das Verbot mit der "besonderen Bedeutung der Ehe". Ein schwules Königspaar sei daher ein "Missbrauch zu Demonstrationszwecken", da der Eindruck entstehen könne, dass deren Beziehung gleichwertig mit einer heterosexuellen Ehe ist: "Wir möchten verhindern, dass das öffentliche Auftreten als 'Schützenkönig und -königin' als Demonstration missbraucht wird, dass jede partnerschaftliche Beziehung gleichwertig und gleichartig ist." Koch erklärte weiter, Homosexuelle dürften weiterhin in katholisch dominierten Schützenvereinen aktiv sein, sie gehörten seiner Meinung nach "weiterhin zu uns" - bei dem Verbot sei es den katholischen Würdenträger nur "um den Missbrauch" gegangen.

Antidiskriminierungsstelle prüft


Volker Beck: Schützenkönige sind keine Pfarrer

Inzwischen beschäftigt sich die Antidiskriminierungsstelle mit der Dachorganisation der Schützenbruderschaften: "Wir prüfen derzeit, ob die neue Satzung einen Verstoß gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz darstellt", erklärte Leiterin Christine Lüders, die das Verbot als "intolerant und einen Akt der Wirklichkeitsverweigerung" bezeichnete. "Wir leben doch nicht mehr im 19. Jahrhundert", so Lüders empört.

Die Schützenbrüder könnten sich dabei nicht auf die Ausnahmeregelungen für Kirchen im Gleichbehandlungsgesetz berufen, argumentiert auch der grüne Fraktionsgeschäftsführer Volker Beck, der den "hinterwälderlischen" Beschluss scharf kritisierte: "Der Schützenverein begründet seinen Schritt mit seinem katholischen Selbstverständnis. Schützenkönige sind aber keine Pfarrer, die die katholische Lehre in die Welt tragen müssen", so Beck. "Der Verein wird nicht von der katholischen Kirche getragen, also gilt für ihn das ganz normale Antidiskriminierungsrecht." Er sei froh, dass Schwule und Lesben "heute selbstbewusst und mit Segen des Staates gegen derartige Diskriminierungen vorgehen" könnten.

Großes Medieninteresse

Bundesweit haben Zeitungen, Radio- und Fernsehsender über die Entscheidung des BHDS diskutiert. Dabei kommen auch BHDS-Mitgliedsorganisationen zu Wort, die gegenüber queer.de eine Stellungnahme abgelehnt haben. An den Aussagen der Basis zeigt sich, dass hier schwulen Schützen offenbar noch viel Abneigung entgegen schlägt - mit markigen Worten: "Zwei Männer in der Kutsche, das kommt nicht infrage, so lange ich Oberst bin. Notfalls fährt der König eben allein", erklärte etwa Schützenoberst Günther Pannenbecker vom Düsseldorfer St.-Sebastianus-Schützenverein gegenüber der "Westdeutschen Zeitung". Natürlich habe er "einige homosexuelle Freunde, die unseren Verein auch als König niveauvoll vertreten könnten", so Pannenbecker. "Niveauvoll" heißt hier aber offenbar für den Traditionsschützen, dass Schwule in der Öffentlichkeit ihre Sexualität und ihren Lebenspartner verleugnen müssen. (dk)



Auch Westerwelle lobt Papst

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat sich positiv über die Aussagen von Papst Franziskus zur Homosexualität geäußert.
#1 Knueppel
  • 13.03.2012, 12:10h
  • @Herrn Koch

    "(...) Der Kölner Weihbischof Heiner Koch wirft schwulen Mitgliedern vor, katholische Schützenbruderschaften "missbrauchen" zu wollen ..."

    Wenn ich gerade nicht so furchtbar lachen müsste, würde ich Ihnen ganz ernsthaft zurufen wollen:
    "Wer im Glashaus sitzt (siehe massenhaften sexuellen Mißbrauch von Kindern durch katholische Geistliche und die Verschleierung der Taten durch deren Vorgesetzte ...) klirr, klirr , sollte nicht mit Steinen werfen ..."

    Wieviele Jahre, Jahrzehnte, Jahrhunderte hat es gedauert, bis die Katholische Kirche ihre Leugnung der Erkenntnis, dass sich nicht die Sonne um die Erde dreht, sondern die Erde um die Sonne, korrigierte?

    Sollen auch wir schwulen Männer sooo lange warten?
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#2 maaaartinAnonym
  • 13.03.2012, 12:22h
  • sobald "weihbischof" und "missbrauchen" in einer überschrift stehen, denken die meisten doch eher daran, dass ein paar ministranten....

    vielleicht sollte der mann sich vorm abgeben irgendwelcher zitate mal mit der internen propagandaabteilung kurzschließen, bevor er so ein dümmliches eigentor schießt

    und wenn den heinis die ehe so viel bedeutet, wieso heiraten sie dann nicht selber? gott hat diese ach so heilige allianz doch angeblich so und nciht anders gewollt. die wollen etwa nicht was ihr gott will? ketzer, heiden - früher haben die katholen sowas gefesselt in den fluss geschmissen. wen gott mag, den würde er schon irgendwie retten. gibt also für gläubige nix zu befürchten.
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#3 LaurinAnonym
  • 13.03.2012, 12:24h
  • Sag mal, sind die bigotten Katholen jetzt komplett durchgeknallt?

    Da werden Menschen offen diskriminiert und ihre Grundrechte missachtet! Und wenn man das dann kritisiert soll das Missbrauch sein?

    Gerade eine Organisation, die jahrzehntelang systematisch Kindesmissbrauch betrieben und vertuscht hat, sollte mit dem Wort "Missbrauch" verantwortungsvoller umgehen!!!
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#4 Knueppel
#5 Knueppel
#6 mezzoAnonym
  • 13.03.2012, 12:49h
  • Früher war alles besser - da hatte mal als Perverser wenigstens noch einen sicheren Job in der Kirche ;-)
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#7 daVinci6667
  • 13.03.2012, 12:52h

  • Auch wenn ich nicht nachvollziehen kann was ein emanzipierter Schwuler in dieser Sekte zu suchen hat, hoffe ich sehr, dass diese Prüfung ergiebt, dass schwule Paare nicht mehr ausgeschlossen werden dürfen. Dann muss es gegen diese Katholibans aber auch gleich noch eine empfindliche Busse setzen!
    Ich freue mich hetzt schon auf die steinerne Fratze dieser "Würdenträger"
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#8 daVinci6667
  • 13.03.2012, 13:00h
  • Antwort auf #6 von mezzo

  • Glaube mir mezzo, Perverse gibt's da noch viele. Die haben ihre Protegés ganz ganz oben!

    Da jeder vernünftige Mensch schon denken kann wo ein Perverse ihre abartigen Neigungen am Besten verstecken und leider auch ausleben können, sollten Eltern die ihre Kinder nach wie vor in die "Obhut" dieser "Kirche" geben, im Missbrauchsfall ebenfalls belangt werden können!

    Wie gesagt, jeder weiß doch was da abgeht!
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#9 JoonasAnonym
  • 13.03.2012, 13:00h
  • Können diese Hassprediger sich nicht einfach mal raushalten?

    Die meinen ständig gegen demokratische Freiheitsrechte und rechtsstaatliche Prinzipien wettern zu müssen, weil Demokratie und Rechtsstaat eine Gefahr für ihr Geschäftsmodell sind...

    Als ob nicht gerade die katholische Kirche schon genug Dreck am Stecken hätte...
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#10 JoonasAnonym
  • 13.03.2012, 13:03h
  • Antwort auf #3 von Laurin
  • "Gerade eine Organisation, die jahrzehntelang systematisch Kindesmissbrauch betrieben und vertuscht hat"

    Wer sagt denn, dass das aufgehört hat? Die haben einfach nur gelernt, das noch besser zu vertuschen.

    "sollte mit dem Wort "Missbrauch" verantwortungsvoller umgehen!!!"

    Das zeigt doch nur, dass die NICHTS gelernt haben und ihre Schuld immer noch nicht eingestehen.

    Ich kann Dir nur zustimmen: dieses Sektenpack gehört verboten. Nur weil sie mächtiger und reicher als andere Sekten sind, macht sie das nicht weniger gefährlich - im Gegenteil!
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