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Ausschnitt aus dem Wahlwerbespot

Eine Parteienwerbung bei Regionalwahlen in Australien wird von Homo-Gruppen und Politikern als homophob kritisiert. Hintergrund ist der Streit um die Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben.

Zu den Wahlen im Bundesstaat Queensland am 24. März hat die neue Partei "Katter's Australia Party" des populistischen Bundes-Abgeordneten Bob Katter einen aggressiven Werbespot geschaltet, in dem er den Spitzenkandidat der liberalnationalen Partei für dessen Unterstützung der Homo-Ehe scharf angreift. In der 30-Sekunden-Werbung fragt eine Stimme aus dem Off, ob die Zuschauer "Campell Newman wirklich kennen" und ob er für Familenwerte sei und "gegen die Grünen oder andere Minderheiten-Gruppen" vorgehen würde. Danach wird mehrmals ein Zitat Newmans abgespielt, in dem er sich für die Gleichstellung im Eherecht einsetzt - dabei zeigt der Werbespot Bilder von einem oberkörperfreien schwulen Paar, Bauch und Brust wurden verpixelt. Bereits im vergangenen Jahr hatte der Parteivorsitzende Katter erklärt, dass Gleichbehandlung für Homo-Paare ein Thema sei, "das lachhaft ist und lächerlich gemacht werden muss."

Youtube | Der Werbespot von „Katter's Australia Party“

Bob Katters Partei ist "Hassgruppe"


Populist Bob Katter hat noch in den 1980er Jahren behauptet, dass es im Norden von Queensland keine Homosexuellen gebe

Homo-Aktivisten haben geschockt auf die Werbung reagiert. So erklärte Paul Martin von "Healthy Communities Queensland", dass Katters Partei eine "Hassgruppe" sei: "Diese Art von Hass auf die schwule und lesbische Community führt dazu, dass die Raten von psychischen Erkrankungen und Selbstmorden vier bis fünf Mal höher ist als bei Heterosexuellen." Selbst der Halbbruder von Katter, der offen schwul lebt, bezeichnete die Werbung als "Beleidigung für Schwule und Lesben in Queensland".

Auch Vertreter der liberalnationalen Partei zeigten sich entrüstet: "Diese Werbung ist homophob und hilft [der sozialdemokratischen Regierungschefin] Anna Blingh dabei, Campbell Newman zu unterminieren", erklärte der Queensland-Abgeordnete Malcolm Turnbull. In der Partei ist - wie auch bei den Sozialdemokraten - ein Streit um die Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben ausgebrochen. Newman und Turnball unterstützen offen die Gleichstellung im Eherecht. Allerdings hat die Partei bislang darauf beharrt, dass sich die Befürworter der Fraktionsdisziplin unterwerfen müssen und bei einer Abstimmung geschlossen gegen die Ehe-Öffnung stimmen müssen.

Der Werbespot hat auch Konsequenzen für die Reporterin Suzanne McGill, die ihre Stimme für den 30-Sekünder geliehen hat. Ihr Arbeitgeber ABC, ein öffentlich-rechtlicher Sender, hat sie mit sofortiger Wirkung suspendiert, weil sie keine Erlaubnis für das Voice-over eingeholt hätte.

In Australien wird derzeit heftig über die Ehe-Öffnung debattiert. Umfragen zufolge spricht sich eine stabile Mehrheit der Bevölkerung für eine Gleichstellung aus. Auch bei den in Canberra regierenden Sozialdemokraten von der Labor Party gibt es eine Mehrheit, allerdings lehnt Premierminsiter Julia Gillard die Gleichstellung ab. Sie hat zwar den Fraktionszwang im Falle einer Abstimmung aufgehoben, allerdings verfügen die Homo-Gegner im Parlament immer noch die Mehrheit, da die oppositionelle liberale Partei die Gleichstellung ablehnt. (dk)



#1 MarekAnonym
  • 13.03.2012, 17:14h
  • Dieser Bob Katter sieht ja echt extrem verbittert aus.

    Kein Wunder, das solche Menschen Hass auf alles und jeden haben.
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#2 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 13.03.2012, 20:01h
  • Würde es die Serie "Dallas" noch geben, dann wäre Bob Katter die Idealbesetzung für J. R. Ewing! Der Mann hat den Knall wirklich nicht gehört!
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