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Ministerpräsidentin Helle Thorning-Schmidt (Bild: Håkan Dahlström / flickr / by 2.0)

Die dänische Ministerpräsidentin Helle Thorning-Schmidt hat angekündigt, dass Dänemark die Ehe für Schwule und Lesben öffnen wird - auch in Kirchen sollen gleichgeschlechtliche Paare getraut werden können.

Der Gesetzentwurf wird diese Woche ins Parlament eingebracht, erklärte Throning-Schmidt am Dienstag in einer Pressekonferenz. Die Ehe-Öffnung soll am 15. Juni in Kraft treten. Dänemark wäre das elfte Land, das Schwule und Lesben im Eherecht mit Heterosexuellen gleichstellt. Bereits 1989 hatte der skandinavische Staat - als erstes Land der Welt - eingetragene Partnerschaften eingeführt. Nach und nach wurden gleichgeschlechtlichen Paaren mehr und mehr Rechte zugebilligt. Als praktisch letzte Benachteiligung wurde 2009 das Verbot der Adoption durch eingetragene Lebenspartner abgeschafft (queer.de berichtete).

Pfarrer dürfen Homo-Paare ablehnen

Insbesondere die Öffnung der Kirchen für Eheschließungen war bis zuletzt umstritten. In Dänemark können - wie in den meisten europäischen Ländern - Ehen auch rechtsgültig in der Kirche geschlossen werden, ohne dass ein Trauung beim Standesamt nötig ist. Thorning-Schmidt erklärte, dass Kirchen auch die Schließung von Ehen anbieten dürfen, "egal ob der Partner dem gleichen oder dem anderen Geschlecht angehört". Allerdings haben Pfarrer die Freiheit, die Trauung von Schwulen und Lesben abzulehnen. Umfragen dänischer Medien zufolge wollen rund 70 Prozent der Pfarrer gleichgeschlechtliche Paare nicht anders behandeln als heterosexuelle. Die evangelisch-lutherische Staatskirche wird aus Steuern finanziert, ihr gehören vier von fünf Dänen an.

Nach dem Wahlsieg ihrer sozialdemokratischen Partei ist Thorning-Schmidt seit Oktober 2011 im Amt. Ihre konservative Vorgängerregierung hatte die Öffnung der Ehe stets abgelehnt, auch weil sie Streit mit konservativen Aktivisten innerhalb der Staatskirche vermeiden wollte.

Schwule und Lesben werden bereits in Argentinien, Belgien, Holland, Island, Kanada, Norwegen, Portugal, Schweden, Spanien und Südafrika im Eherecht mit Heterosexuellen gleich behandelt. Außerdem haben Teile von Brasilien, Mexiko und den USA die Ehe für Schwule und Lesben geöffnet. 19 Staaten - darunter auch Deutschland, Österreich, die Schweiz und Liechtenstein - bieten ferner eingetragene Partnerschaften mit teils eingeschränkten Rechten an. (dk)



#1 VolumeProProfil
  • 14.03.2012, 11:14hMönchengladbach
  • Das sind gute Nachrichten. Ich freue mich für unsere Freundinnen und Freunde aus Dänemark.
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#2 goddamn liberalAnonym
  • 14.03.2012, 11:53h
  • Auf dass der ganze Vatikan ob der kirchlichen Trauungen rotieren möge...

    Und die Redaktion von IDEA (Wetzlar), die 'Evangelische Allianz' und all die frommen Feinde dieser Welt gleich mit...

    Das wird ein Gewurbel und Geschwurbel werden. Denn: Es sind ja sehr viele...

    Dänemark ist eben leider nicht überall...
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#3 eMANcipation*Anonym
#4 DavidJacobEhemaliges Profil
  • 14.03.2012, 12:31h
  • Richtig tolle Nachrichten! Ich freue mich mega. Dänemark ist echt in vielerlei Hinsicht ein Vorbild für andere Länder. Ich hoffe, wir werden diesem Musterbeispiel bald folgen.
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#5 lucdfProfil
#6 Timm JohannesAnonym
  • 14.03.2012, 15:06h
  • Eine wunderbare Meldung aus Dänemark

    Das 11. Land weltweit öffnet also dieses Jahr die Ehe...einfach klasse bei unseren nördlichen Nachbarn.

    Und da ich selbst Lutheraner bin, freut mich dies für die Lutheraner in Dänemark...wie zuvor schon die lutherische Schwedische Kirche erlaubt es nunmehr auch die lutherische Dänische Kirche.

    Da kann der Vatikan in Rom noch sehr viel lernen von den Lutheranern. Es gibt halt für Christen bessere Kirchen als die Katholische Kirche.
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#7 daVinci6667
  • 14.03.2012, 15:19h

  • Mange tak, Helle Thorning-Schmidt!

    Ich freue mich sehr für Dänemark. Es zeigt wiedermal exemplarisch, dass man als Schwuler oder Lesbe NIE konservativ wählen darf, wenn man irgendwann noch in diesem Leben Gleichberechtigung schnuppern will!

    Bei aller Freude, was mich immer noch stört ist, dass Pfarrer die Trauung ablehnen dürfen (davon werden vor allem die Katholibans Gebrauch machen) und dass kirchliche Eheschließungen überhaupt Gültigkeit haben!

    In der Schweiz müssen alle Paare aufs Zivilstandsamt. Das ist richtig so, da nach unserem Verständnis Ehe/eingetragene Partnerschaft nichts mit der Kirche zu tun hat! Die sollen sich da raushalten müssen! Wer das kirchliche Brimborium braucht, kann sich auf eigene Verantwortung ja immer noch zusätzlich da hin begeben...

    Wie überall ist auch in Dänemark Kirche und Staat leider immer noch eng verflochten. Die Arbeit geht also auch dort immer noch nicht aus!
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#8 daVinci6667
  • 14.03.2012, 15:31h
  • Antwort auf #6 von Timm Johannes

  • "Es gibt halt für Christen bessere Kirchen als die Katholische Kirche."

    Es gibt für Menschen vor allem ein besseres Leben OHNE religiöse Verbote, Bevormundung und "Sünden": Die FREIHEIT ein selbstbestimmtes Leben zu führen in der man meinetwegen auch die eigene Spiritualität entdecken kann! Nimm dir doch deine Freiheit, Timm, wir dankens dir!

    Nebst dem Gewinn der persönlichen Freiheit sparst du nebenbei noch einen Haufen Knete!

    Kirchenaustritt jetzt!
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#9 goddamn liberalAnonym
  • 14.03.2012, 15:45h
  • Antwort auf #6 von Timm Johannes
  • Nun krieg Dich mal wieder ein. Wenn Lutheraner nicht von linken Regierungen zur Vernunft gebracht werden, sieht es auch bei denen übel aus.

    Sehr übel!

    Zitat Deutschlandradio:

    "Der Dom von Riga: Hier spricht Lettlands Erzbischof Janis Vanags über Moral und Ethik der Lettischen Lutherischen Kirche. Im Sozialismus hielt Janis Vanags gegen alle Widerstände aus der Kommunistischen Partei an seinem christlichen Glauben fest. Heute ist er ein erklärter Gegner der Homosexualität. Bereits 1996 versagte Janis Vanags allen homosexuellen Christen das Abendmahl.

    "Wir glauben, dass die Bibel ein Buch ist, wovon Gott zu uns redet und wir haben eine guten Grund zu glauben, dass in der Bibel die Homosexualität eine Sünde ist."

    Nicht nur von der Kanzel, sondern auch im Internet ruft der Lettische Erzbischof zum Kampf gegen die Homosexuellen auf. Er warnt vor einem moralischen Kollaps wie einst im legendären Sodom oder Rom. Gleichzeitig beschuldigt er die "offene lutherische Gemeinde" und Maris Sants, den Tod der lettischen Nation herbeizuführen, weil der schwule Pfarrer für die Rechte Homosexueller eintritt.

    25. Juli 2005. [...] marschieren knapp 100 Schwule und Lesben durch die Altstadt von Riga. Was als Party gedacht war, entpuppt sich bald als Spießrutenlauf gegen wütende Demonstranten. Ilze Brands-Kehris ist dabei, als ein wilder Mob Eier, Farbbeutel und Beschimpfungen in die Menge schleudert. "
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#10 AllianzenAnonym
  • 14.03.2012, 16:05h
  • Antwort auf #9 von goddamn liberal
  • In Brasilien stehen die Lutheraner mit den Evangelikalen unter der Führung der Katholischen Kirche an vorderster Front Unterrichtsmaterialien
    der Regierung an Schulen einfach nicht zu verteilen.

    Brasiliens Regierung kann die breit angelegte Kampagne gegen Homophobie bisher nur bei der verpflichtenden Lehrerschulung zu 100% umsetzen.
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