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Nach homophober Entscheidung

Morddrohungen gegen Schützenbruderschaft


Der BHDS will zwar Schwule in seinen Reihen dulden, aber nur wenn sie ihre Sexualität verstecken (Bild: Screenshot BHDS-Werbebroschüre)

Der Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften (BHDS) hat nach dem am Wochenende beschlossenen Homo-Verbot offenbar Morddrohungen erhalten.

BHDS-Sprecher Rolf Nieborg sagte am Dienstag gegenüber der Katholischen Nachrichtenagentur, dass er bei der Staatsanwaltschaft Köln Strafanzeige stellen werde, weil per Mail Morddrohungen an den Verband geschickt wurden. In den drei Mails soll es nach Nieborgs Angaben unter anderem heißen: "Dafür wollen wir Euch hängen sehen!!! Ihr und Eure Familien werdet nicht mehr glücklich!!! Wir machen Euch das Leben zur Hölle!!!". Die Mitglieder des Bundesverbandes seien in den Mails auch als Nazis beschimpft worden. Nieborg erklärte, er habe einen Fernsehauftritt in der RTL-Senung "Stern TV" abgesagt, um die Situation nicht eskalieren zu lassen.

Der Schützenverband hatte am Sonntag mit großer Mehrheit schwulen Schützenkönigen verboten, bei offiziellen Anlässen mit ihrem Lebenspartner aufzutreten (siehe Homo-Gurke). Nach Ansicht der von der katholischen Kirche dominierten Organisation seien Homo-Paare nicht gleichwertig mit Hetero-Paaren, weil das Sakrament der Ehe eine wesentlich tiefere Bedeutung habe als andere Partnerschaften.

Schützen lästern über schwule Mitglieder

Nach der Entscheidung hat der Kölner Weihbischof Heiner Koch, der auch Vorsitzender des BHDS ist, die Atmosphäre mit einer für einen katholischen Würdenträger sehr doppeldeutigen Wortwahl angeheizt: Koch beschuldigte schwule Schützen am Montag in einem Interview, den katholischen Verband "missbrauchen" zu wollen (queer.de berichtete). Auch andere Schützen gaben in Interviews ihre Abneigung gegenüber Homosexuellen zum Besten. So erklärte etwa Hans-Jürgen Graw von der Schützenbruderschaft St. Viktor in Rottinghausen, dass schwule Paare nicht so ästhetisch seien wie Heterosexuelle: "Es sieht nicht besonders gut aus, wenn zwei Männer oder zwei Frauen nebeneinander laufen", sagte er zur "Frankfurter Rundschau".

Inzwischen prüft die Antidiskriminierungsstelle, ob die Schützen mit ihrem Vorgehen gegen Schwule gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz verstoßen haben. In der neu angelegten Website "Schützen gegen Homophobie" wird dazu aufgerufen, sich beim BHDS zu beschweren. Dort kann auch eine Vorlage für die Protestnote heruntergeladen werden. (dk)



Auch Westerwelle lobt Papst

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat sich positiv über die Aussagen von Papst Franziskus zur Homosexualität geäußert.
#1 BurgerBerlinProfil
  • 14.03.2012, 12:15hBerlin
  • "Es sieht nicht besonders gut aus, wenn zwei Männer oder zwei Frauen nebeneinander laufen"

    Es sieht aber auch total Schieße aus, wenn ein bierbäuchiger besoffener Uniformträger - mit Waffe in der Hand - neben sich seine toupierte - mit Bauernmalerei im Gesicht - verzierte Ehefrau, solch einen "Schützenzug" anführt.
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#2 CarstenFfm
#3 devilsguyProfil
  • 14.03.2012, 12:18hRheine
  • Ja gehts denn noch?

    Natürlich is der Beschluss der Schützen verwerflich und gehört geahndet und zurückgenommen.

    Aber deswegen droh ich doch nicht mit gewalt oder gar Mord.

    Auch das gehört bestraft!

    Wo leben wir denn?
    Im Mittelalter?
    Gleiches mit Gleichem austreiben?
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#4 EnyyoAnonym
  • 14.03.2012, 12:24h
  • Merkwürdig, warum musste ich sofort an einen Fake aus politischen Gründen denken?

    Dass "wir" sehr aufgebracht über den Müll sind, ist klar - dass aber so billige und durchsichtige Drohmails von "uns" kommen sollen, bezweifle ich doch sehr.

    Übrigens kam zu dem Thema am Montag ein Kommentar im SWR3-Radio mit dem Tenor: hat die Gleichstellungsbeauftragte nichts besseres zu tun, als sich um solche Lappalien zu kümmern?

    Meine Anfrage per Email, wo der Kommentator die Grenze zu wichtigen und unwichtigen Dingen sieht, bei denen die Gleichstellungsbeauftragte einschreiten müsse bzw. warum er sich nicht mehr über die Notwendigkeit solcher Organisationen wie dem Gleichstellungskomitee echauffiere, blieb bisher unbeantwortet.
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#5 ajoohAnonym
  • 14.03.2012, 12:33h
  • Antwort auf #4 von Enyyo
  • Ich mußte spontan an "anonyme" Drohungen gegen
    die queer-redaktion durch "linke" denken.
    über die dann hier auch "berichtet" wurde.

    mir ist noch der kommentar eines users erinnerlich, der süffisant fragte, ob das nicht jene gewesen sein könnten, die maneo manipulierten.
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#6 BrowsingAnonym
  • 14.03.2012, 12:36h
  • Antwort auf #4 von Enyyo
  • Die Mails können aus dem schwulenfeindlichen Lager stammen um Schwulen zu schaden, es ist aber auch möglich das es Schwule waren ( oder sind Schwule per se die besseren Menschen?)

    Umgekehrt auch, wären Schwule durch Drohmails betroffen, könnten es radikale Schwule sein um radikale Katholiken oder whatever zu schaden, es wäre aber wahrscheinlicher das es radikale Schützen/Katholiken wären.

    Man sollte schon in alle Richtungen ermittlen und nicht nur im Umkreis der "Opfer" ( in diesem Fall der Sympathisanten/Angehörigen der Empfänger der Mails).

    "dass aber so billige und durchsichtige Drohmails von "uns" kommen sollen, bezweifle ich doch sehr"

    Ich finde es ja löblich das man als Schwuler nicht als agressiv angesehen wird, aber diese Art von "positivem" Vorurteil verkennt halt die Realität das Menschen weder besser noch schlechter sind nur weil sie verschiedenen sexuellen Orientierungen angehören.
    Es gibt so gesehen kein "uns".

    Aber interessant das man als Schwuler automatisch als ungefährlich eingestuft wird...damit wäre man als Schwuler der perfekte, lautlose Untergrundkäpfer
    Jemand Bock auf eine schwule Guerilla? scherz!
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#7 InsiderAnonym
#8 dem notrufsäuleAnonym
#9 bilboAnonym
  • 14.03.2012, 12:48h
  • Die Stellung der Katholischen Kirche zeigt, dass die Mehrheit der Katholiken Ausgrenzung und Hass gegenüber Minderheiten anderen Werten wie Nächstenliebe und Solidarität vorziehen. Nichts desto Trotz sind Morddrohungen (egal ob Sie ernst gemeint sind oder nur einschüchtern sollen) völlig unangebracht und nicht zu tolerieren.

    Tretet aus den katholischen Kirchen und Vereinen aus. Schreibt den Verantwortlichen, was Ihr von solcher Ausgrenzung haltet. Unterstützt die, die unter den Hasstiraden der katholischen Kirche zu leiden haben aber lasst euch nicht auf die Spielchen der Kirche ein. Wer Hass mit erneutem Hass beantwortet, wird nichts erreichen außer, dass die Fronten sich verhärten.
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#10 paren57Ehemaliges Profil
  • 14.03.2012, 12:51h
  • So oder so, das geht entschieden zu weit. Das hat nichts mehr mit gutem Geschmack zu tun, sondern ist eine Straftat.
    Auch wenn die andere Seite mit der gesellschaftlichen Vernichtung von Existenzen keine Probleme hat, muss doch das Motto bleiben, den Mobbern ihr verwerfliches Tun unter die Nase reiben und sie dafür auch öffentlich an den Pranger stellen, weil das haben sie dann durch ihr eigenes Handeln selbst provoziert, aber nicht selber mobben. Und mit Gewalt drohen schon gar nicht. Auch wenn sich manche Milieus in den Problembezirken unserer Städte durch Ereignisse wie die in den letzten Tagen möglicherweise wieder zum Schwulenklatschen anstacheln lassen und andere klammheimlich darüber feixen.
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