Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?16105

Der Landtag in Saarbrücken (Bild: Wiki Commons / Flicka / CC-BY-SA-3.0)

Bei ihren Antworten zum Wahl-O-Mat der Bundeszentrale für politische Bildung zur Landtagswahl im Saarland haben sich CDU, NPD und Freie Wähler gegen ein Adoptionsrecht für schwule und lesbische Paare ausgesprochen. Die Forderung, das Saarland solle sich für ein gemeinsames Adoptionsrecht einsetzen, lehnten die drei Parteien ab, zwei weitere enthielten sich, die anderen sind dafür.

Die Wahl zum 15. Saarländischen Landtag wird am 25. März 2012 stattfinden. Sie wurde nötig geworden, nachdem Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer am Dreikönigstag die regierende Jamaika-Koalition aufgelöst hatte und Verhandlungen über eine große Koalition gescheitert waren. Im letzten Jahr hatte der Landtag einstimmig eine Änderung der Landesverfassung beschlossen, die die Diskriminierung aufgrund sexueller Orientierung verbietet (queer.de berichtete), eine Anpassung des Landesrechts an die Homo-Ehe war noch unter der vorherigen CDU-Alleinregierung ebenfalls einstimmig verabschiedet worden (queer.de berichtete).

In der Frage des Adoptionsrechts scheint hingegen keine Einigkeit in Sicht: Während die NPD keine Angaben zu ihrer Ablehnung machte, gibt die CDU an, man sei für Toleranz und gegen Diskriminierung. "Ein Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare lehnen wir jedoch ab". Für die CDU Saar stehe "ausschließlich das Wohl des Kindes im Vordergrund": "Unerfüllte Wünsche Einzelner können nicht dem Recht des Kindes auf Vater und Mutter vorgezogen werden. Kinder brauchen beide Elternteile - Vater und Mutter in ihrer unterschiedlichen Ausprägung."

Freie Wähler sehen "Nichtfortpflanzungsaspekt"

Noch konkreter ist die Begründung der Ablehung durch die Freien Wähler: "Die biologische Normalität einer heterosexuellen Partnerschaft ist die Keimzelle für eine Weiterentwicklung der Gesellschaft. Gleichgeschlechtliche Partnerschaften müssen den Nichtfortpflanzungsaspekt auf Grund ihrer sexuellen Orientierung akzeptieren. Er ist eine biologische Konsequenz. [De]shalb muss er gesetzlich nicht korrigiert werden."

Die Familienpartei gibt an, Kinder bräuchten "in ihrer Entwicklung männliche und weibliche Bezugspersonen, ein Adoptionsrecht generell ausschließen sollte man jedoch nicht". Daher enthält sich die Partei ebenso wie die Initiative Direkte Demokratie, die nur im Wahlkreis Neunkirchen wählbar ist. Sie hält die Thematik "in weiten Teilen der Bevölkerung [für] umstritten" und setzt sich für einen Volksentscheid ein.

SPD, Grüne, Linke und Piraten dafür

Auf der Seite der Befürworter finden sich, ohne Begründung, die Linke, und die SPD, die fordert, dass die Diskriminierung von Menschen wegen ihrer sexuellen Orientierung "endlich beendet werden" müsse. Für die FDP sind "alle Lebensgemeinschaften wertvoll, in denen Menschen Verantwortung füreinander übernehmen". Solche Verantwortungsgemeinschaften dürften nicht diskriminiert werden. "Wer gleiche Pflichten hat, verdient auch gleiche Rechte. Lebenspartnerschaften müssen mit der Ehe gleichgestellt werden, insbesondere im Steuerrecht, bei Adoptionen und im Beamtenrecht."

Eine Anhörung im Rechtsausschuss des Bundestages hat nach Auffassung der Grünen "klar ergeben, dass der allgemeine Ausschluss gleichgeschlechtlicher Paare vom Adoptionsrecht gegen die Interessen der Kinder ausgerichtet sei". Es gebe daher keinen Grund, warum lediglich eine Lebenspartnerin bzw. ein Lebenspartner ein Kind adoptieren darf. "So ignoriert die Rechtsordnung eine faktisch bestehende Eltern-Kind-Beziehung, was sich vor allem zu Lasten der Kinder auswirkt."

Auch die Piratenpartei spricht sich für die Gleichbehandlung homosexueller Paare aus. "Das Adoptionsrecht gehört dazu. Es gibt keine Belege dafür, dass adoptierte Kinder in Familien mit homosexuellen Partnern eine Benachteiligung erfahren. Vielmehr ist es wichtiger, dass die Kinder auf liebevolle Eltern treffen, was unabhängig von Geschlecht und sexueller Orientierung ist." (nb)

Mit Dank an Bernhard



#1 MarekAnonym
  • 14.03.2012, 16:35h
  • Wieder mal liegt die CDU stramm auf einer Linie mit der NPD!

    Und über diese sog. "Freien Wähler" brauchen wir gar nicht zu sprechen...
  • Antworten » | Direktlink »
#2 anti cduAnonym
  • 14.03.2012, 17:03h
  • was die npd ist gegen adoptionsrecht, das hätte ich ja nie gedacht. haben die keinen schwulenverband wie andere parteien der sich um die belange der lgbt kümmert? loool

    naja von den nationalen erwartet man nix anderes, aber was ist mit der cdu? sind die schwulis und lesbis der lsu so masochistisch in einer derart diskriminierenden partei zu sein die das adoptionsrecht ablehnt und somit menschen ungleich behandelt, oder was hat die homos der cdu geritten dort einzutreten?!
  • Antworten » | Direktlink »
#3 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 14.03.2012, 17:06h
  • Wenn die CDU in eine Große Koalition mit der SPD geht, dann ist die Ablehnung gegen das Adoptieren von Kindern durch schwule und lesbische Paare so schnell in der Schublade verschwunden, wie es da hervorgekramt wurde!
  • Antworten » | Direktlink »
#4 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 14.03.2012, 17:16h
  • Auch in Nordrhein-Westfalen wird in diesem Jahr ein neuer Landtag gewählt, weil die Landesmutti Hannelore Kraft ja nämlich heute ihre rot-grüne Minderheitsregierung gegen die Wand gefahren hat! Wenn das vom Wähler nicht bestraft wird!
  • Antworten » | Direktlink »
#5 Julek89
  • 14.03.2012, 17:25h
  • Na, mal sehen wie es im Saarland ausgehen wird.

    So wie es aussieht ist wohl auch unsere (in NRW) Rot-Grüne Regierung "am Ende" und wir stehen vor Neuwahlen, zumindest scheint es so.

    Die FDP wirds wohl nicht schaffen, aber CDU und SPD (was sehr wahrscheinlich ist) und somit eine große Koalition wäre mal wieder ein Rückschritt, zumal die CDU wohl vor der SPD liegen würde :(

    Ich hoffe im Falle von Neuwahlen bleibt es bei Rot-Grün oder einer anderen CDU-FREIEN Regierung!
  • Antworten » | Direktlink »
#6 SebiAnonym
  • 14.03.2012, 18:06h
  • Antwort auf #4 von FoXXXyness
  • Frau Kraft hat gar nichts gegen die Wand gefahren. Seit Rau war niemand so beliebt wie sie und auch politisch hat sie viel bewegt. Auch im Bereich der Homopolitik.

    Dass die Minderheitsregierung gescheitert ist hat weniger mit ihrer Politik zu tun, sondern mehr mit der Opposition.

    Ich bin wirklich kein Freund von der SPD. Meine politische Heimat liegt eher bei Grünen und Linken. Aber Frau Kraft hat wirklich gute Arbeit geleistet.
  • Antworten » | Direktlink »
#7 Lupo__Profil
  • 14.03.2012, 18:21hBielefeld
  • Gibt es eigentlich schon irgendwo eine Prognose für die Landtagswahl im Saarland? - Wäre im Zusammenhang mit dem Artikel sehr interessant zu lesen.
  • Antworten » | Direktlink »
#8 GastAnonym
#9 JoonasAnonym
  • 14.03.2012, 19:33h
  • Die CDU und die anderen Homohasser tun immer so, als würde es ihnen ums Kindeswohl gehen. Dabei schaden sie Kindern und instrumentalisieren sie, um ihre Ideologie zu verbreiten.

    Dass Kinder in schwul-lesbischen Familien aufwachsen ist Fakt. Es geht beim Adoptionsrecht um Sicherheit für die Kinder. Dass sie z.B. beim Tod eines Elternteils nicht auch noch das andere Elternteil und die vertraute Umgebung verlieren.

    Dass die CDU und die anderen Homohasser die Fakten verschweigen und verdrehen, zeigt, dass es ihnen nicht ums Kindeswohl geht, sondern dass sie sogar Kindern schaden, um ihre Ideologie des Hasses zu verbreiten.
  • Antworten » | Direktlink »
#10 NiklasProfil
  • 14.03.2012, 23:00hWeyhausen
  • Man braucht nicht einen Mann und eine Frau um ein Kind zu erziehen. Wenn man hört das dass Leben von einigen wie bei der RTL Sendung mitten im Leben abläuft.
    Dazu muss man sich auch noch überlegen ob ein Kind lieber in einem Waisenhaus leben möchte oder bei einer liebevollen, verantwortungsvollen und netten Schwulen paar.
  • Antworten » | Direktlink »