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Erotische Lesungen vom Konkursbuch-Verlag prickeln in Leipzig (Bild: Das lesbische Auge 11)

Die Frühjahrsbuchmesse in Leipzig bietet so viele Veranstaltungen für Schwule, Lesben und Transgender wie schon lange nicht mehr.

Von Christian Scheuß

Die Leipziger Buchmesse war schon immer der Treffpunkt für die Leserinnen und Leser, und weniger das Business-Meeting der Verlagsbranche. In diesem Jahr ist der Kalender mit 2.600 Veranstaltungen an über 350 Orten so prall gefüllt wie schon lange nicht mehr. Queer.de hat die LGBT-Termine aus dem Katalog herausgepickt:

15.3., 19:30 Uhr:
"... und wenn sie mich an die Wand stellen". Lesung mit Ralf Buchterkirchen.

Ein Buch, das sich explizit mit Desertion und Wehrkraftzersetzung befasst, aber deutliche Anschlüsse an die kritische Männlichkeitsforschung nimmt und auch mit dem oft wiederholten linken Gedenken bricht, dass nur politischen Widerstandskämpfern zu gedenken sei. Deserteure hatten ganz eigene Gründe zu desertieren, nicht selten zeigt sich: sie wollten einfach leben und hatten von dem Schlachtfeld und dem Töten die Nase voll. Ein Buch, das sich zudem intensiv gegen den Rassismus wendet, wie er sich teilweise in schwulen Zusammenhängen zeigt.
Kulturfabrik Leipzig, Frauenkultur e.V. Leipzig, Windscheidstraße 51

15.3., 20:30 Uhr:
"Leben im Käfig" Lesung mit Raik Thorstadt

Von seinen neunzehn Lebensjahren hat Andreas von Winterfeld die Hälfte im Haus seiner Eltern verbracht. Die Fesseln, die ihn halten, sind psychischer Natur. Er leidet unter einer schweren Form von Agoraphobie, die in Ermangelung einer Behandlung zunehmend an Tiefe gewinnt. Dass er schwul ist, ist fast sein kleinstes Problem. In diese Anti-Idylle aus Privatunterricht, Einsamkeit und Langeweile platzt Sascha. Zwei junge Männer, die das Leben noch nicht recht am Schopf gepackt haben, aber eines mit Sicherheit wissen: Sie sind schwul und sie sind allein - jeder auf seine eigene Weise.
LeISA - Soziokulturelles Zentrum Die VILLA, Lessingstraße 7

15.3., 21:00 Uhr:
Karriere eines konstruierten Gegensatzes - zehn Jahre "Muslime versus Schwule". Lesung mit Koray Yilmaz-Günay, Salih Alexander Wolter und Zülfukar Çetin

Dieses Buch dürfte dasjenige sein, welches in queer-feministischen Kreisen in diesem Jahr starke polarisierende Debatten anregen dürfte. Es wendet sich den verschärften Debatten in der Bundesrepublik Deutschland um "den Islam" zu. Häufig wird hierbei die Emanzipation von Schwulen als die Nagelprobe für "den Islam" angeführt, MuslimInnen - " und allgemein MigrantInnen und Menschen mit Migrationshintergrund - " wird unterstellt, homophober als der Rest der Bevölkerung in der BRD und als "der Westen" zu sein. So werden Rassismus, Homophobie und Sexismus als Probleme "ausgelagert": Sie erscheinen nicht mehr als Probleme, die in der BRD entstehen und dort zu behandeln wären...
Kulturfabrik Leipzig, Frauenkultur e.V. Leipzig, Windscheidstraße 51

15.3., 20:00 Uhr
Kurzgeschichten aus dem lesbischen Liebesleben. Lesung mit Anne Bax und Regina Nössler

Regina Nössler liest Geschichten der Amerikanerin Peggy Munson, deren Geschichten überraschend und wild sind, sie spielt mit den Geschlechtergrenzen und nimmt uns mit in ein amerikanisches Roadmovie der Gender-Bending-Sexszene. Anne Bax, die "Kurzgeschichten-Queen" des deutschen lesbischen Liebesalltags, liest von romantischen Sehnsüchten, glücklichen erotischen Fügungen, Liebe und Rache und anderen alltägliche Absurditäten und Schönheiten des Liebeslebens. Beide Autorinnen geben gemeinsam noch einen Einblick Band 11 des lesbischen Jahrbuchs der Erotik "Mein lesbisches Auge" (Konkursbuch Verlag).
rosalinde e.V., Lange Straße 11, 04103 Leipzig


Modeguru Harald Glööckler signiert (angezogen) sein neues Buch

16. März, 15:30 Uhr:
Tea Party. Die weiße Wut. Was Amerikas Neue Rechte so gefährlich macht. Das taz-Gespräch mit Eva C. Schweitzer, Moderation: Jan Feddersen.

Was sind die Ziele der Tea Party? Sie reden viel vom schlanken Staat, aber ihr eigentliches Ziel ist, die Macht in Washington zu übernehmen, die Gewerkschaften auszuhebeln, Frauen- und Minderheitenrechte zu beschneiden, die neue Krankenversicherung wieder abzuschaffen, die Schwulenehe zu verbieten, den Superreichen Steuern zu ersparen und eine Mauer an der Grenze zu Mexiko zu bauen (dtv).
Sachbuchforum Halle 5, Stand B210

16.3., 18:30 Uhr:
Abendschule - Fibel für Erwachsene. Lesung und Gespräch mit Zsófia Bán

Die ungarische Autorin Zsófia Bán, die sich mit Essays über W. G. Sebald, Imre Kertész und Susan Sontag einen Namen gemacht hat, wählt die Form des Schulbuchs, um ihren enzyklopädischen Lebensstoff Fach für Fach, von Geographie und Chemie bis Französisch durchzuarbeiten. In einer subtil ironischen, von Terézia Mora hinreißend vertonten Sprache erzählt sie vom Verschwinden eines Naturforschers im Dschungel von Laos, von der Reise des jungen Flaubert mit seinem Freund Maxime nach Ägypten oder von einem mitteleuropäischen Frauenleben, das vor Gewehrläufen an der Donau endete. Sie schmuggelt aber auch eine der großartigsten lesbischen Liebeszene in ihre Abendschule hinein, die je geschrieben wurde.
Volkshochschule Leipzig, Löhrstraße 3-7, 04105 Leipzig

16.3., 19:00 Uhr:
Krimi-Club. Lesung

Mit Oliver Bottini: Der kalte Traum (DuMont), Peter Probst: Im Namen des Kreuzes (dtv), Carmen Posadas: Bei Einladung Mord (edition zeilenreich), Anne Chaplet: Erleuchtung (List), Sabine Thiesler: Nachtprinzessin (Heyne), Moderation Ernst A. Grandits.
Landgericht Leipzig, Harkortstraße 9

16.3., 20:00 Uhr:
[r]echte Kerle. Zur Kumpanei der MännerRECHTSbewegung. Lesung mit Andreas Kemper

Unter dem Vorbehalt des vermeintlichen Tabubruchs werden frauenfeindliche, schwulen- und lesbenfeindliche, antisemitische, rassistische und anti-sozialstaatliche Positionen propagiert. In einigen Foren zitieren Rechte Nazi-Webseiten und verbreiten Vergewaltigungs- und Mordphantasien. Nach außen wird versucht, Prominente zu vereinnahmen und sich in einer Art Querfrontstrategie als emanzipatorisch darzustellen. Die Männerrechtsbewegung geht konform mit Sozialabbau und 68er-Bashing und kann realpolitische Erfolge, Universitäts-Konferenzen und eine Rebiologisierung von Geschlechterfragen vorweisen.
Plaque e. V., Kneipe, Industriestraße 101

16.3., 20:00 Uhr:
Anderer Welten Kind, Lesung mit Wolfgang Ehmer

Ein bewegender Coming-of-Age-Roman vor der Kulisse des Wiederaufbaus der Adenauerzeit (Querverlag).
Frida La Mexicana, Waldstraße 64

16.3., 20:30 Uhr:
Die Lesbische Büchernacht. Lesung mit Regina Nössler, Stefanie Zesewitz, Elke Weigel, Traude Bührmann.

Spannende und humorvolle Geschichten von Leidenschaft, Liebe und Erotik ... Eine Gemeinschaftsveranstaltung von Frauenkultur, Rosa Linde e.V. Leipzig, Konkursbuch und Querverlag.
Kulturfabrik Leipzig, Frauenkultur e.V. Leipzig, Windscheidstraße 51

16.3., 21:00 Uhr:
Love Bites I

Die erste Erotische Nacht zur Buchmesse. Sexy Performances, sinnlich-sündige Tanznummern, Lesungen & Live-Musik. Mit Regina Nössler, Madita Mannhardt, Anne Bax und Tilly Creutzfeld-Jakob. Ein Abend jenseits der Schubladen, quer durch die Sexualitäten, hart und zart, romantisch und böse, humorvoll und aufregend. Moderation: Claudia Gehrke
Centralkabarett, Markt 9

16.3., 22:30 Uhr:
Die QUEERE-PARTY-NACHT zur Buchmesse

Mit den DJane's Rote Brause & Maria.
Kulturfabrik Leipzig, Frauenkultur e.V. Leipzig, Windscheidstraße 51

17.3., 16:00 Uhr:
"Jede Frau ist eine Prinzessin"

Signierstunde mit Harald Glööckler (The Prince of Pompöös).
Verlag Printsystem, Halle 3, Stand G 304


Die Berliner "Brauseboys" sind auch dabei (Bild: Volker Surmann)

17.3., 16:30 Uhr
Transsexualität - immer noch ein Tabuthema? Vortrag von Hans Georg van Herste

In seinem Buch "Der wahre Traum von Freiheit" stellt der Lebensberater die Lebensgeschichten zweier Transsexueller gegenüber, um aufzuzeigen, wie viel sich im Laufe der Jahrzehnte zum Positiven hin verändert hat, wie viel aber auch noch zu tun ist, um Betroffenen ein glückliches Leben zu ermöglichen. Van Herste ist der Meinung, dass Aufklärung über die wahren Hintergründe der Homo- und Transsexualität schon im Kindergarten beginnen sollte. Aufgeklärte Kinder werden sich zu aufgeklärten Erwachsenen entwickeln und der Diskriminierung keine Chance lassen.
Congress Center Leipzig - Mehrzweckfläche 2

17.3., 17:30 Uhr:
Lieber Bauernsohn als Lehrerkind. Lesung mit Volker Surmann

Ein metrosexueller Großstädter, gefangen im Körper eines ostwestfälischen Bauernsohns packt aus. Volker Surmann lebt als Exil-Ostwestfale in Ostberlin. Er ist Kabarettist, Autor und Buchmacher. Er liest bei den Berliner "Brauseboys", schreibt für "Titanic", das Kabarett "Die Stachelschweine", slamt gelegentlich poetry und ist Kolumnist beim queeren Hauptstadtmagazin "Siegessäule". "Lieber Baurnsohn als Lehrerkind" (Satyr Verlag) ist sein trotziges Bekenntnis zur Heimat.
Leseinsel Junge Verlage, Halle 5, Stand D200

17.3., 20:00 Uhr
"Some like it heiß". Buch zur Show mit Gayle Tufts

Authentisch, präzise und überaus witzig erzählt die beliebte Entertainerin Gayle Tufts vom großen Wandel im Leben einer abenteuerhungrigen Frau in den besten Jahren. Sie berichtet von unerwarteten Abschieden, von einem Silvester mit Andrea Berg und ihrer Begegnung mit echten Stars wie Madonna und Joy Fleming. Sie spricht über ein Jahr voller Veränderungen, den täglichen Kampf gegen Hitzewellen, den Verlust geliebter Menschen und die Sehnsucht nach Hollywood-Glamour und Liebe (Aufbau Verlag).
Theater Fabrik Sachsen, Hans-Driesch-Str. 54

17.3. 22:00 Uhr:
Love Bites II

Die zweite Erotische Nacht zur Buchmesse: sexy Tanzshow, frivole Performances, sinnliche Lesungen & Live-Musik. Mit Anne Bax, Tilly Creitzfeld Jakob und Madita Mannhardt. Moderation: Claudia Gehrke.
Passage Kinos, Hainstraße 19a

18.3., 15:00 Uhr:
Hauptsache nichts mit Menschen. Lesung mit Paul Bokowski

Unbarmherzig schält Paul Bokowski mit der Klinge seiner eigenen Neurosen so lange an allem Zwischenmenschlichen herum, bis das Absurde darin zum Vorschein kommt. Was bleibt ist die schwerwiegende Befürchtung, dass das alles wirklich so passiert ist. Paul Bokowski wurde im polnischen Winter gezeugt und 1982 in Mainz geboren. Seit zehn Jahren lebt er in einem der unbeirrbarsten Problembezirke der bundesdeutschen Hauptstadt.
Leseinsel Junge Verlage, Halle 5, Stand D200

18.3., 16:00 Uhr
Abschlussveranstaltung des Berliner Zimmers: "Das ist kein Berlin-Buch" mit den "Brauseboys"

Paul Bokowski, Hinark Husen, Robert Rescue, Frank Sorge, Volker Surmann und Heiko Werning bilden seit 2003 die Berliner Vorlese-Boygroup Brauseboys. In ihrer dritten Geschichtensammlung entdecken sie unendliche Mecklenburger Weiten; sie lesen in Cottbus laut gegen Nazis, blicken nach Restdeutschland und über große Teiche oder flüchten vor Hurrikanen nach Berlin/Pennsylvania. Sie begeben sich auf Expeditionen in virtuelle Reiche und stoßen in Parallelgesellschaften vor, die so noch nie ein Mensch zuvor beschrieben hat. Wer braucht da noch Berlin?
Berliner Zimmer, Halle 5, Stand E315