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Die "Corte suprema di cassazione", das oberste Gericht Italiens, lenkt die Politik in eine neue Richtung (Bild: DeepakG / flickr / by-sa 2.0)

Das Kassationsgericht Italiens hat am Donnerstag in einer vermutlich historischen Entscheidung eine Gleichstellung schwuler und lesbischer Paare gefordert. Der Unterschied der Geschlechter als Zulassungsgrund für die Ehe sei ein überwundenes Prinzip, betonte das oberste Gericht des Landes.

Auf Anerkennung geklagt hatte ein italienisches Paar, das in Spanien geheiratet hatte. Diese Forderung wurde vom Gericht abgelehnt, das aber den Gesetzgeber aufforderte, Homo-Paaren die gleichen Rechte zuzugestehen wie Eheleuten, denn auch Schwule und Lesben hätten "ein Recht auf Familienleben". "Es obliegt dem Parlament, die Formen der Garantie und der Anerkennung festzulegen", so die erste Zivilkammer des Gerichts.

In Italien waren zuvor mehrere parlamentarische Anläufe für die Einführung einer Eingetragenen Partnerschaft gescheitert, unter Regierungen von Silvio Berlusconi war daran ohnehin nicht zu denken. Dass eine parlamentarische Lösung dauern könnte, war auch den Richtern bewusst: Der Kassationsgerichtshof könne "zum Schutz spezifischer Situationen intervenieren", also auf Klagen im Sinne von schwulen und lesbischen Paaren urteilen, heißt es in der Begründung.

Kritik der Kirche

Der italienische LGBT-Verband Arcigay begrüßte das Urteil, das den Weg zu einer Anerkennung des Rechts auf Homosexuellen-Ehen ebne. "Italien ist das einzige europäische Land, das nicht einmal zusammenlebenden homo- oder heterosexuellen Partnern Anerkennung garantiert", erklärte Arcigay-Sprecher Franco Grillini nach Angaben des "Standard". "Uns bleibt die Hoffnung, dass das EU-Parlament Italien bald zwingen wird, seine Gesetzgebung zu ändern. Es ist undenkbar, dass italienische homosexuelle Paare auswandern müssen, damit ihre Rechte anerkannt werden"

Kritik kam von der katholischen Kirche. Das Urteil sei eine "schweste Verletzung der Verfassung" und ein "logischer und rechtlicher Widerspruch", sagte der in der Italienischen Bischofskonferenz für die Glaubenslehre zuständige Bischof Luigi Negri der Turiner Tageszeitung "La Stampa". Die "wahre Bedeutung" der Bedeutung der Begriffe Ehe und Familie werde damit "ausgehölt", das Urteil sei eine "schwere Gefahr für die Menschenwürde und die Zukunft der Menschheit". (nb)



#1 goddamn liberalAnonym
  • 16.03.2012, 19:23h
  • Kampf um Rom, die wievielte?

    Schön, dass sich die Römlinge endlich mal wieder über eine Einrichtung des modernen Italien aufregen können!

    Eigentlich eine schöne alte Tradition, mit der die postmodernen Frömmler in den letzten Jahrzehnten leider parteiübergreifend gebrochen haben, nicht nur auf dem Stiefel!

    Und: Hoffentlich sagt den Herren im Vatikan keiner, dass ihre abstruse Überbietungsrhetorik (menschenrechtsfeindliche Menschenrechte u. ä.) kontraproduktiv ist. Bitte weitermachen mit der brutalstmöglichen Selbstentlarvung!
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#2 PierreAnonym
  • 16.03.2012, 19:36h
  • Köstlich, wie der Vatikan sich wieder aufregt.
    Die drehen noch durch.
    Sorry, sind sie ja schon.
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#3 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 16.03.2012, 19:42h
  • Unter Silvio Berlustconi wäre ein solches Urteil in dieser Form nicht möglich gewesen! Gut, daß das Ganze nun anders kommt und das Oberste Gericht so entschieden hat.
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#4 panzernashorn
  • 16.03.2012, 19:42h
  • Antwort auf #1 von goddamn liberal
  • Eine mit Abstand viel schlimmere "schwere Gefahr für die Menschenwürde und die Zukunft der Menschheit" sehe ich im Vorhandensein dieser menschenverachten faschistischen Riesensekte, welche sich katholische Kirche nennt, und deren unberechtigter sowie krimineller Einmischerei in das Leben anderer Menschen.
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#5 oblati oblataAnonym
  • 16.03.2012, 20:17h
  • In Italien wurde übrigens der Antisemitsmus im öffentlichen Bewusstsein immer mit dem katholischen Obskurantismus identifiziert.

    Die Kirche hatte die Juden in die Ghettos gewzungen und die alte italienische Nationalbewegung hatte die Juden stets gegen die jeweiligen Päpste untertützt, in denen sie die Gegner eines vereinten Italiens sahen.

    1848 wurden die mauern der Römischen Ghettos von der revolutionären Römischen Republik zerstört.

    Nach dem Untergang der Republik wurde das Ghetto zwar wiederhergestellt, doch der Sieg des Königreichs Italiens mit seiner nationalen Einigung setzte der Diskriminierung der Juden endlich ein Ende.

    Die Kirche machte die Juden für den Sieg der Nationalbewegung verantwortlich. Die offizielle Jesuiten-Zeitung "Civitá Cattolica" behauptete, man sei nur durch eine "Verschwörung mit den Juden, die von Mazzini, Garibaldi, Cavour, Farini und De Pretis organisiert wurde", besiegt worden.

    Diese Verschwörungstheorie diskreditierte übrigens den Antisemitismus bei der antiklerikalen Jugend des Kleinbürgertums, die in den Vorgenannten ja ihre Helden sah.

    Dies machte sich dann noch später bei Mussolini bemerkbar, als er den Mittelstand mit der Platte gegen den jüdischen Bolschewismus mobilisieren wollte.

    Wie sollte man auch den Kommunismus als jüdische Verschwörung verleumden, wenn die Juden selbst nicht wirklich unbeliebt waren? Richtig funktioniert hat das in Italien nie.

    Anders als im Geburtsland des Flakhelfers, der nun Oberster Magier von Ansammlungen ist, die
    beobachten, wie männliche Schamanen Blut trinken und sogar schon Kinder auffordern symbolisch Menschenfleisch zu essen.(White Kony 2012?)
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#6 goddamn liberalAnonym
#7 Fred i BKKAnonym
  • 17.03.2012, 09:42h
  • ...es ist immer wieder das selbe,dieser Verein der 2000Jahre,Anderglaeubige,Frauen,Lesben,Schwule usw. unterdrueckt und sogar ermordet hat.

    Der 2000 Jahre lang (da soll keiner sagen das haette es erst in den letzten 40 Jahren gegeben)
    Kinder missbraucht und geschaendet hat...

    reisst sein Maul auf um immer noch zu staenkern und zu hetzen gegen Liebende Menschen..

    Finanziert das Ganze durch und mit unser Aller Steuergeldern.

    Schande-Schand-Schande..

    aber leider nimmt die Oeffendlichkeit es meist nicht wahr, Infos findet man doch meist nur in
    schwulen Medien.

    Den meisten wird es immer noch warm ums Herz wenn die Kirchenglocken laeuten...
    und der HOCHWUERDEN durch Dorf schleicht..

    anstatt,dass sie die Rollaeden runterlassen und ihre Kinder in Sicherheit bringen ,vor diesen
    "lasset die Kleinen zu mir kommen."...Gesindel.
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#8 PetterAnonym
  • 17.03.2012, 10:36h
  • "Kritik kam von der katholischen Kirche."

    Von wem auch sonst!

    Die Hassprediger sehen ihren Allmachtsanspruch durch Menschenrechte gefährdet.

    ********************

    "Das Urteil sei eine "schweste Verletzung der Verfassung" und ein "logischer und rechtlicher Widerspruch", sagte der in der Italienischen Bischofskonferenz für die Glaubenslehre zuständige Bischof Luigi Negri"

    Hätten die nicht so viel Macht und Einfluss, könnte man über so viel Dummheit nur noch lachen. Dass gerade die von Logik und Recht sprechen ist absurd.

    **********************

    "das Urteil sei eine "schwere Gefahr für die Menschenwürde und die Zukunft der Menschheit". "

    Nur weil man denselben Schwachsinn oft genug wiederholt, wird es auch nicht wahrer.

    Wie sollen Menschenrechte die Menschenwürde gefährden?

    Und warum sollen Menschenrechte die Zukunft der Menschheit gefährden?

    Wie immer versucht die Kirche die Menschen gefügig zu machen, indem sie Angst und Schrecken verbreitet. Aber eine Begründung für diese seltsamen Thesen hört man nie.
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#9 RaffaelAnonym
  • 17.03.2012, 11:24h
  • Antwort auf #8 von Petter
  • Ich frage mich ja eh immer, wie man in solch einer menschenverachtenden, bigotten Hass-Sekte noch Mitglied sein kann und die damit finanziell und moralisch unterstützt.

    Jeder, der da noch Mitglied ist, macht sich an deren Verbrechen mitschuldig. Und gerade als Christ muss man aus diesem unchristlichen Verein austreten.
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#10 bastapapsta
  • 17.03.2012, 12:29h
  • Dass der katholische Klerus in der Sache wieder stänkert, war ja klar. Es braucht nicht viel Logik, um die Widersprüche der katholischen Kirche zu erkennen, Missbräuche, Kleriker, die heimlich homosexuelle Beziehungen haben und entweder gegen uns hetzen oder das Maul nicht auf bekommen.

    Wer es noch nicht getan hat, zeigt eure Solidarität und der kath. Kirche am Gründonnerstag die Antwort:

    www.hasenfest.org/
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