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  • 17. März 2012, noch kein Kommentar

Erstmals wird Fassbinders Werdegang auf und hinter der Bühne nachgezeichnet

"Theater als Provokation" heißt eine neue Biografie des britischen Theaterwissenschaftlers David Barnett.

Von Carsten Weidemann

Dass der große Filmregisseur Rainer Werner Fassbinder seine Karriere eigentlich als Theatemann begann, ist vielen seiner Fans eher unbekannt. 1967 stieß Fassbinder auf das Münchner action-theater und gründete kurze Zeit später zusammen mit Peer Raben das "antiteater", ein Gegenmodell zum Staatstheater.

Fassbinder brachte seine späteren Filmdiven Hanna Schygulla und Irm Hermann mit, 1970 kam auch Margit Carstensen hinzu. Insgesamt entstanden bis 1974 sechzehn Stücke, u. a. Bremer Freiheit und Die bitteren Tränen der Petra von Kant. Nach Zwischenstationen als Gastregisseur in Bremen, Bochum und Frankfurt war der nunmehr berühmt-berüchtigte Filmregisseur für eine Saison Mit-Intendant am Frankfurter TAT. Sein umstrittenes (und erst postum uraufgeführtes) Stück Der Müll, die Stadt und der Tod löste einen wahrhaften Theaterskandal aus.

Ein wichtiges Stück Zeit- und Theatergeschichte

Der britische Theaterwissenschaftler David Barnett zeichnet in der Biografie "Rainer Werner Fassbinder - Theater als Provokation" seinen Werdegang auf und hinter der Bühne erstmals nach. Er hat zahlreiche Weggefährten Fassbinders getroffen, viele bisher unbekannte Quellen ausgewertet und noch nie veröffentlichtes Fotomaterial gesammelt. Sein Buch ist ein wichtiges Stück Zeit- und Theatergeschichte, aber auch eine sehr persönliche Hommage an einen unvergessenen Künstler.

David Barnett: Rainer Werner Fassbinder - Theater als Provokation, Biografie, 160 Seiten, Henschel Verlag, Leipzig 2012, 29,90 €