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Will Jason Russel nur für den guten Zweck missionieren?

Sie ist vielleicht die erfolgreichste virale Kampagne aller Zeiten: Das Video "Kony 2012" der amerikanischen Organisation Invisible Children ruft dazu auf, den ugandischen Rebellenführer Joseph Kony wegen der Rekrutierung und Nutzung von Kindersoldaten zu fassen. Und für Invisible Children zu spenden.

Doch die Kritik an der von Jason Russell geführten Organisation nimmt stetig zu. Der 33-Jährige, der am Freitag von der Polizei festgenommen wurde, weil er bei einem Zusammenbruch randalierte und öffentlich onanierte, hat etwa enge Verbindungen zu christlich-fundamentalistischen Gruppen.

Bei einem Auftritt vor dem christlichen "Liberty College" sprach er einst von einer "extrem versteckten Evangelisierung", die man betreiben müsse. Hat er eine versteckte Agenda? Auffällig ist, dass er versucht, geradezu eine Jugendbewegung zu etablieren, die sich im letzten Jahr bereits zu der großen Konferenz "Fourth Estate" traf.

Follow the money

Auffällig auch, von wem die Organisation in den letzten Jahren Geld bekam. So wurde nach einem Bericht von "Here TV" der Aufbau von Invisible Children hauptsächlich von evangelikalen Gruppen und Kirchen unterstützt, etwa von "Legacy of a Christian Vision" oder der "Malachai Foundation", die gegen Homo-Ehe und Abtreibung kämpft. Spenden kamen auch von der "Caster Family Foundation", die als eine der größten Geldgeber für die Volksabstimmung Proposition 8 gegen die Ehe-Öffnung in Kalifornien gilt.

Mehrere hundertausend Dollar bekam Invisible Children vor allem von der fundamentalistischen "National Christian Foundation", die Gelder für eine "christliche Mission" bereitstellt. Sie hat zugleich die größten anti-schwulen Organisationen in Amerika, "Focus on the Family" und das "Family Research Council", unterstützt - sowie die "Fellowship Foundation" und "Harvest Evangelism", zwei amerikanische Organisationen, die ugandischen Politikern bei der geplanten Einführung der Todesstrafe für Schwule geholfen haben, wenn sie diese nicht sogar initiiert haben.

Mit der aktuellen Lage in Uganda befasst sich "Kony 2012" trotz all dem Geld nicht, dabei ist (der von den USA halbwegs unterstützte) Präsident Yoweri Kaguta Museveni selbst für schwere Menschenrechtsverletzungen, den Tod Tausender und auch für die Rekrutierung von Kindersoldaten verantwortlich. Dem Volk geht es schlecht, aber das meiste Geld, das für "Kony 2012" gespendet wird, bleibt bei den Machern der Kampagne.

Es gibt mittlerweile viel Kritik an "Kony 2012", eine Zusammenfassung gibt es beim Standard. (nb)

Youtube | Der britische Satiriker Charlie Brooker nimmt "Kony 2012" auseinander


#1 nickboyAnonym
#2 clony 2012Anonym
  • 17.03.2012, 11:34h
  • der standard:

    "Die Schergen von Konys Lord's Resistance Army (LRA) wurden 2006 militärisch aus Uganda vertrieben und treiben seither schwer dezimiert in entlegenen Gebieten des Kongo, des Südsudan und Zentralafrikas ihr Unwesen. Hier werde auch Kony vermutet. [...] Demnach solle durch die Lenkung der Aufmerksamkeit auf die Problematik sichergestellt werden, dass US-Präsident Barack Obama die 100 Mann nicht wieder abzieht. [...] Damit würde von westlicher Seite in letzter Konsequenz zum militärischen Eingriff aufgerufen und nicht zuletzt an den 2012 tatsächlich vorherrschenden Missständen vorbeigeschossen, warnt der ugandische Journalist Angelo Izam.[...]
    www.heise.de/tp/artikel/36/36567/1.html
    "

    die ausnahme:

    "Es ist meine erste Verhaftung", sagte Clooney.

    eine bodenprobe (mental):

    www.youtube.com/watch?v=68GbzIkYdc8&feature=player_embedded

    die bodenproben (geologisch):
  • Antworten » | Direktlink »
#3 Coco LorezAnonym
  • 17.03.2012, 11:48h
  • Kony? Highpotential? Black Bin Laden?

    „Ihr seid gesegnet mit einem erstaunlichen Reservoir. Eure Reserven sind phänomenal. Ich bin erstaunt von dem was ich gesehen habe, ihr könntet Saudi Arabien Konkurrenz machen“ ,erzählte Sally Kornfeld einer Delegation aus Uganda die Washington DC besuchte.

    "Fresh Uganda oil find ‘Africa’s biggest’, Robin Pagnamenta, The Times, Published: 14 January 2009, Natural Resources:

    Heritage Oil announced details of a large oil discovery in Uganda yesterday, which the company claimed could be the largest...Albert region, could total at least 400 million barrels of oil.However, Paul Atherton, chief financial officer, told..."
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#4 rua zuckerbergAnonym
#7 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 17.03.2012, 18:02h
  • "Der britische Satiriker Charlie Brooker nimmt "Kony 2012" auseinander"

    Satire darf alles!
  • Antworten » | Direktlink »
#8 maggieAnonym
#9 BurgerBerlinProfil
  • 18.03.2012, 10:15hBerlin
  • Die ganze Nummer ist ein Hype - zusammengesetzt aus Spendenbetrug und Betroffenheitsklamauk. Damit ist keinem gedient und verdeckt die wirklichen Probleme.

    Man sitzt schön zu Hause im Sessel, betrachtet die Clips bei YouTube und ist einfach mal schnell total Betroffen ohne die Thematik zu hinterfragen.

    Dann ist der Auftritt dieses Herrn Joseph Kony der passende Schlusspunkt und alle Follower dürfen sich freuen, da mitgemacht zu haben. Vielleicht wäre es dienlicher, nicht von irgendwelchen YouTube Videos leiten zu lassen, sondern sich fundiert zu informieren. Wäre für die Betroffenen vielleicht der bessere Weg!
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#10 investment groupAnonym
  • 18.03.2012, 11:23h
  • "Legacy of a Christian Vision"
    "Malachai Foundation"
    "Caster Family Foundation"
    "National Christian Foundation"
    "Focus on the Family"
    "Family Research Council"
    "Fellowship Foundation"
    "Harvest Evangelism"

    Ihren ersten Erfolg feierte die Bewegung der Evangelikalen vor 31 Jahren: Am 20. Januar 1981 wurde der republikanische Politiker Ronald Reagan Präsident der USA. Reagan hatte den "schlummernden Giganten" des Evangelikalismus wachgerüttelt, der sich Jahrzehnte lang aus der weltlichen Politik herausgehalten hatte. Erhebungen zufolge engagieren sich Evangelikale zunehmend auch rechts von den Republikanern in den sogenannten "Tea Party"-Gruppierungen.

    www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=vvVAPsn3Fpk
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